Öffentlich lesbarer Thread
Dieses verdammte Gefühl der ständigen Wachsamkeit
Manchmal lieg ich nachts wach und höre einfach nur. Dieses Geräusch – ein Auto fährt vorbei, die Heizung gluckert, der Hund bellt draußen. Und jedes Mal zuck ich zusammen. Mein Körper ist irgendwie immer noch im Alarmmodus, obwohl die schlimmste Zeit, als mein Mann noch getrunken hat, echt lange vorbei ist. Drei Jahre trocken, ja, das ist toll und ich bin so unglaublich stolz auf ihn. Aber diese Anspannung, die bleibt.
Ich hab mir angewöhnt, alles doppelt zu checken. Sind die Türen wirklich zu? Riecht es irgendwo komisch? Selbst wenn er nach einem langen Tag müde ist und nur auf der Couch einschläft, erwisch ich mich, wie ich nach seinem Atem schnüffel, ob da nicht doch irgendwie Alkoholgeruch dran ist. Total bescheuert eigentlich. Dieses Gefühl, dass jederzeit alles wieder zusammenbrechen könnte, das krieg ich einfach nicht los.
Ich weiß, das ist wahrscheinlich normal, oder? Geht euch das auch so? Dieses ständige Gefühl, dass man aufpassen muss, dass man jede Veränderung im Verhalten sofort bemerkt. Ich hab das Gefühl, ich bin wie ein Frühwarnsystem, das nicht mehr abzuschalten ist. Manchmal wünsche ich mir einfach, ich könnte wieder ganz normal schlafen, ohne diesen inneren Alarm. Hat jemand von euch einen Trick, wie man diese Wachsamkeit los wird? Oder ist das einfach Teil des Lebens mit einem, der mal was hatte? Ich bin echt erschöpft davon, ehrlich gesagt.
