Öffentlich lesbarer Thread
Was macht eigentlich das “Ich brauch dich”-Gefühl, wenn man plötzlich nix mehr trinkt?
Also, ich sitz hier auf dem kleinen Balkon der WG, die Sonne ist gerade noch irgendwie flau und ich hab mir ne halbe Stunde zum Grübeln genommen – weil das ja mein neues Ding ist, statt abends 'ne Flasche zu öffnen, erstmal drüber nachzudenken, was mich eigentlich antreibt.
Vor ungefähr 10 Monaten hab ich den Alkohol an den Nagel gehängt, dachte, das sei das große Problem. Und ja, ich hab danach noch ’ne Weile die Tinder‑Marathon‑Phase durchgezogen, weil das ja irgendwie das einzige war, was mir das Gefühl gab, gebraucht zu werden. Jetzt, wo ich seid 300 Tagen clean bin, merke ich, dass das “Ich brauch dich” nicht mehr vom Glas, sondern von mir selbst kommt.
Gestern war ich beim Uni‑Kram und plötzlich hat mich ‘ne Kommilitonin gefragt, ob ich Bock auf’n Study‑Group‑Drink nach der Vorlesung habe. Ich hab nur „nein, danke“ gesagt, aber innerlich war ich sowas von verwirrt. Warum fühlt sich das dann so leer an? Früher hätte ich sofort „gibt’s nen Drink, dann quatschen wir“ gesagt, und das war für mich die Art, Aufmerksamkeit zu kriegen. Jetzt fehlt das irgendwie. Ich hab das Gefühl, dass ich erst wieder lernen muss, mich selbst zu beflügeln, ohne dass jemand ein Glas anbietet.
Habt ihr das auch erlebt, dass das Verlangen plötzlich nicht mehr nach Alkohol, sondern nach ‘ner Bestätigung von anderen klingt? Wie geht ihr damit um, wenn das “Ich brauch dich” plötzlich in eurem Kopf rumspukt, aber nicht mehr mit nem Drink verknüpft is? Ich bin echt gespannt, ob jemand ne Idee hat, wie man das umschreibt, damit es nicht mehr wie ‘ne Leere wirkt, sondern eher ’ne Chance, was für mich selber zu tun. Danke, dass ihr’s lest. 🙏
