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Beim ersten Bein‑Tag nach 23 Tagen trocken – was macht euch nervös
Ich sitz hier im kleinen Trainingsraum der alten Turnhalle, das Licht ist noch ein bisschen kälter als das Tageslicht draußen, und mein Kopf ringt mit diesem steten Gedanken, ob ich heute wieder das verlockende Flüstern der Kneipe hinter mir lasse. Es sind jetzt exakt 23 Tage, seitdem ich das letzte Glas Whisky hinuntergeschluckt hab, und das Gefühl, dass das Verlangen wie ein leiser Bass im Hintergrund weiter pulsiert, ist immer noch da – sag ich mal.
Jetzt, wo ich wieder mit dem Eisen anfangen will, ist es komisch, wie das alte „Aufwärmen“ plötzlich eine andere Bedeutung bekommt. Beim Aufsetzen der Langhantel für die Kniebeugen spür ich dieses Ziehen, das ich früher mit einem Schluck Whisky übertüncht hätte. Und dann kommt dieser Moment, wo das Gewicht sich hebt und ich merke, dass das Adrenalin jetzt nicht vom Alkohol, sondern vom Muskel kommt. Voll ungewöhnlich, weil ich ja eigentlich nie viel mit Bodybuilding zu tun hatte – das war eher das Whiskey‑Ritual nach dem Redaktionsschluss.
Ich frage mich, ob ihr ähnliche „Neustart‑Gefühle“ beim Training habt, wenn ihr aus einer Sucht rauskommt. Wie geht ihr mit den ersten Tagen um, wenn das Körper‑ und Kopf‑Signal noch nach dem alten Trost sucht? Gibt es ein spezielles Aufwärm‑Ritual, das euch hilft, das Verlangen zu überspielen, oder ist das einfach nur ein Teil des ganzen Prozesses? Ich würde gern hören, wie ihr das Gewicht von der Seele auf die Stange legt, ohne dass das alte Verlangen wieder zurückschleicht. Danke.
