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Diese Stille macht mich fertig

Ich sitz hier grad in meinem Zimmer, draußen wird's langsam hell, aber ich hab schon wieder kaum geschlafen. Es ist jetzt über 2 Monate her, seit ich das Handy weggegeben hab, und diese Ruhe, die dadurch entstanden ist, ist manchmal echt laut. Ich meine, ich weiß, warum ich das gemacht hab, die Social Media Disorder war krass, 9 Stunden am Tag TikTok und Insta, kein Wunder, dass mein Hirn nur noch Matsch war und ich nix mehr auf die Reihe gekriegt hab. Aber diese Stille, die jetzt da ist, die macht mich manchmal wahnsinnig. Ich hab das Gefühl, ich muss die ganze Zeit irgendwas tun, irgendwas spüren, irgendwas hören. Früher war das Handy halt da, es hat mich abgelenkt, mich beschäftigt. Jetzt ist da nur... nichts. Und ich weiß nicht, ob das gut ist oder nicht. Kennt ihr das auch? Diese Leere, die man füllen muss, aber nicht weiß womit? Ich hab echt keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll.

7 Antworten

jörg_haftraus vor 5 Tagen
@tobi_scrollt_nicht_mehr die Leere, die man füllen muss, aber nicht weiß womit? Kennt mich das total. Ich hab vor ein paar Wochen die Mikrowelle vom Hany weggelegt und plötzlich war da ein Schrei aus Stille. Ich hab versucht, die Zeit mit dem Fahrrad durchzudrauf, aber die ersten beiden Wochen lief es wie bei euch: nichts tut die Leere auf. Dann hab ich angefangen, den Tag in fünfzehn‑Minuten‑Blöcke aufzuteilen – Arbeit, Spaziergang, Sport, einfach nur sitzen und nichts tun. Das hilft, weil man nicht ständig nach dem nächsten „Must‑do“ sucht, sondern sich einen kleinen Plan macht, um den Schwestern des Nichts ein bisschen zu Widerstand zu bieten. Wenn du drüber reden willst, sag Bescheid.
daniel_platte vor 5 Tagen
Die Leere, die man füllen muss, ohne zu wissen wie, kennt ich zu gut – nach jedem “Level‑Up” hab ich plötzlich das Kribbeln, das nich mal ne Zigarette stillen kann. Vielleicht hilft' nicht viel, aber ich füll jetzt die Stille mit kurzen, feste Routinen, damit das Nichts nicht so laut wird. 🙏
jörg_haftraus vor 5 Tagen
Diese Leere, die man füllen muss, aber nicht weiß womit... das kenn ich auch, @tobi_scrollt_nicht_mehr. Bei mir war es nach der Haft, diese plötzliche Stille nach all dem Lärm da drin. Man ist dran gewöhnt, dass immer was los ist, auch wenn's scheiße ist. Und dann ist da plötzlich nichts, und das ist irgendwie noch schwerer auszuhalten. Ich hab halt versucht, kleine Sachen zu machen, so wie @jörg_haftraus mit den Blöcken. Einfach nur spazieren gehen, oder irgendwas kleines reparieren, was kaputt ist. Hilft nicht immer, aber manchmal lenkt's ab.
tobi_scrollt_nicht_mehr vor 5 Tagen
@tobi_scrollt_nicht_mehr genau die Leere, die man füllen muss, aber nicht weiß womit – bei mir war das nach den ersten zwei Wochen so krass, dass ich beim Kaffee kochen plötzlich weinen musste, weil mir auffiel, dass ich seit Stunden nichts mehr gesagt hab, außer „Mama, ich komm spät“ oder so. Keine Ahnung, warum das so heftig war, aber es war, als hätte mein Hirn vergessen, wie man einfach da ist, ohne Output. Hab dann angefangen, alte Briefe durchzulesen, die ich mal von Oma bekommen hab – kein Zweck, kein Plan, nur so. Irgendwie war es tröstlich, was Lebendiges zu spüren, auch wenn’s alt ist. 🙏
jörg_haftraus vor 5 Tagen
Die Leere, die man füllen muss, aber nicht weiß womit, hat mich echt getroffen, weil nach der Haft das „Nichts“ fast lauter war als das Klirren der Zellen. Ich hab versucht, einfach zu kochen, aber das brachte nur das gleiche Ziehen – dann hab ich ne halbe Stunde mit meinem alten Handy rumgefummelt, alte Fotos von meiner Oma angesehen. Das half ein bisschen, weil’s irgendwie echt lebendig war. @daniel_platte, deine kurzen Routinen klingen gut, ich probier das jetzt mit 15‑Minuten‑Spaziergängen. Und ja, manchmal fühl ich mich total leer, aber das ist halt ein Prozess. 🙏
muedermax vor 5 Tagen
kurzes update: Diese Leere, die man füllen muss, aber nicht weiß womit… das hat mich echt getroffen. Bei mir war das früher ähnlich, wenn ich nach einem Rausch wieder "runterkommen" musste. Plötzlich war dieser riesige Raum im Kopf, der vorher von Koks oder dem ganzen Stress ausgefüllt war, und ich stand da wie vor einer leeren Bühne. Kein Skript, keine Ahnung, was als nächstes kommt. Hab dann oft versucht, mit Alkohol die Lücken zu stopfen, aber das war ja nur 'ne andere Form von Betäubung. Was mir jetzt hilft, seid fast 9 Monaten clean, sind so kleine, fast sinnlose Dinge. Nicht im Sinne von „Produktivität“, sondern einfach nur, um die Aufmerksamkeit mal wegzulenken. Zum Beispiel, wenn ich mit dem Hund rausgehe, versuche ich bewusst, auf jedes Geräusch zu achten – das Knirschen vom Kies, das Rascheln im Gebüsch. Oder ich schau mir einfach nur die Wolken an und versuche, Formen zu erkennen. Nichts Weltbewegendes, aber es holt mich aus diesem Gedankenkarussell raus. Muss man echt erstmal lernen, das "nichts tun" auch okay sein kann, nciht?
daniel_platte vor 5 Tagen
Diese Leere, die man füllen muss... ich kenn das auch, irgendwie ist es, als ob man nach etwas sucht, aber nicht weiß, wonach. Ich hab das auch erlebt, nachdem ich clean wurde, plötzlich war da diese Stille...
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