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Schmerz, der nie geht…
Ich sitze hier, es ist Freitagmittag, und draußen scheint die Sonne, aber in mir drin ist alles grau. Schon wieder Freitag. Das Wochenende steht vor der Tur und fur viele ist das ja Erholung, Zeit mit Freunden, vielleicht auch mal eine kleine Auszeit. Fur mich ist es eher so ein Kribbeln im Bauch. und eine Mischung aus Anspannung. und dieser verdammten Leere. Leere, die er hinterlassen hat.
Ich hab letztens hier geschrieben, ich weiß nicht mehr genau wann, dass ich mir Sorgen mache wegen meines Sohnes, wegen dem Kiffen. Und das stimmt ja auch, diese Sorge geht einfach nicht weg. Aber heute, heute denk ich wieder an ihn. An meinen Mann. An diesen einen Tag im letzten Jahr. Der Sommer war gerade vorbei, es war so ein klarer Herbsttag. Und dann… dann war alles weg.
Manchmal, wenn ich so dasitze und nichts tun kann, dann denke ich daran, ob ich was hätte anders machen konnen. Hätte ich gemerkt, dass er doch wieder heimlich was nimmt? Auch mit der Substitution, die er ja abbrechen musste, weil der Job weg war, der Stress zu groß wurde… Ich wusste doch, dass das ein Drahtseilakt ist. Aber ich dachte irgendwie, er schafft es. Dass die Substitution ihn auffangt, falls er doch mal schwach wird.
Und dann kam der Anruf. Zu spat. Das Naloxon, das wir hatten… es war nicht fruh genug da. Es tut so weh, wenn ich daran denke. Dass auch Leute mit Substitution sterben können, wenn die Welt um sie herum einstürzt. Wenn der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Das will ich einfach, dass das verstanden wird. Nicht als Vorwurf an irgendwen, bitte nicht. Sondern als eine bittere Erkenntnis. Das Leben ist so unfassbar zerbrechlich.
Und jetzt sitze ich hier, mit meinem Kaffee, der schon kalt ist, und diese Gedanken lassen mich einfach nicht los. Wie soll man denn damit leben? Wie soll man denn weiter machen, wenn so eine Wunde nie wirklich heilt? Ich wunsche euch allen einen guten Start ins Wochenende, auch wenn mir gerade nicht danach ist. Ich bin einfach nur mude. So müde.
