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Dieses endlos Scrollen und das Gefühl, daneben zu sitzen
Hallo zusammen,
ich hab schon wieder hier gesessen. Nachts. Oder eher am späten Abend, wenn die Stadt draußen schon zur Ruhe kommt und die einzigen Geräusche die von meinem Handy sind. Dieses endlose Scrollen. TikTok, Instagram, YouTube Shorts – alles das Gleiche irgendwie. Man weiß, dass es nichts bringt, aber man tut es trotzdem. Bin jetzt seit ein paar Tagen wieder clean, um genau zu sein 17 Tage. Aber das mit dem Handy... das hat irgendwie eine eigene Macht.
Ich meine, früher, als ich noch getrunken hab, war das Handy eher so ein Beiwerk. Jetzt, wo ich nüchtern bin, fühlt sich das Scrollen manchmal wie der Ersatz für den Rausch an. Eine billige Kopie, vielleicht. Man hofft auf irgendein gutes Video, das einen zum Lachen bringt, oder eine Erkenntnis, die das Leben ändert. Aber meistens ist es doch nur Zeitverschwendung, oder? Man schaut auf die Bildschirme von anderen Leuten, die ihr Leben perfekt inszenieren, und fühlt sich dabei irgendwie kleiner.
Ich frage mich, ob das vielen von euch auch so geht. Dieses Gefühl, dass man eigentlich was Besseres tun könnte, aber irgendwie die Energie oder den Antrieb nicht findet. Oder ist das einfach nur meine Journalistennatur, die immer das Gefühl hat, etwas verpassen zu müssen? Ich hab das Gefühl, ich verpasse das echte Leben, während ich auf diesen kleinen Bildschirm starre. Hab das letztens schon mal angeschnitten, dieses Gefühl, dass das Handy mich verfolgt. Aber jetzt, wo ich nicht mehr trinke, wird das Problem irgendwie deutlicher.
Kennt ihr das, wenn ihr euch wie ein Zuschauer im eigenen Leben vorkommt, nur weil ihr auf dem Handy rumtippt? Was macht ihr dagegen? Ich hab schon versucht, die Apps zu löschen, aber dann hole ich sie mir doch wieder. Dieses Wochenende steht vor der Tür und ich hab ehrlich gesagt ein bisschen Bammel vor der Langeweile. Was, wenn das Scrollen dann zur einzigen Zuflucht wird? Bin gespannt, ob da jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat.
