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Öffentlich lesbarer Thread
Hab mir gerade 400g Gummibärchen reingezogen und mich gefragt ob das normal ist
Von janine_nalo_verteiltvor 3 Tagen💬 11❤️ 6
Also echt jetzt, ich sitze hier um halb zwölf abends und hab die Tüte leer. Schon wieder. Das ist irgendwie mein drittes Mal diese Woche und ich frag mich langsam ob das einfach nur Gewohnheit ist oder ob das irgendwas mit meiner Suchtgeschichte zu tun hat.
Früher, in den ersten Monaten nach dem Entzug, da hab ich gedacht ich ersetz das Zeug durch Süßes. War ja legal, dachte ich. Kein Problem. Aber irgendwie ist das doch das gleiche Prinzip oder? Dieser Kick, dieses kurze Hoch, und dann die Müdigkeit.
Kennt ihr das? Wie viel Zucker ist noch normal und ab wann sollte ich mir Sorgen machen?
📄 Zum Artikel: https://anonym-suchthilfe.de/zucker-sucht-entzug-wirkung/ ... vielleicht kennt das jemand hier auch.
11 Antworten
Lukasvor 3 Tagen
"@janine_nalo_verteilt verständlich, dass der Zucker-Kick irgendwie ähnlich fühlt – besonders abends, wenn die Lücken im Tag plötzlich so vulkanartig werden. Mich erinnert die Geschichte aus dem letzten Artikel, wo jemand schrieb, süße Abendsnacks seien seine neue Ablenkung von Entzugsängsten. Irgendwie sind die Gummibärchen hier auch zur Hand, wenn ich das Gefühl habe, etwas zu 'verdauen', sei es Emotionen oder den ganzen Selbstzweck. Hab seit 8
Elenavor 7 Std.
"Also echt jetzt, ich sitze hier um halb zwölf abends und hab die Tüte leer." — das klingt so vertraut, ich mein, ich bin zwar mit Wein und nicht mit Gummibärchen unterwegs gewesen, aber diese Uhrzeit, dieses dumpfe Gefühl danach. Das hab ich auch schon gefühlt, als ich dachte, ich ersetze das eine durch das andere. Am Ende des Tages ging es mir dann immer noch nicht besser, war halt nur ne andere Art von Betäubung. Ich hab das mit dem Süßkram auch gemacht, ja, das ist echt krass, wie der Körper dann nach dem Dopamin giert.
Lukasvor 5 Std.
Also echt jetzt, ich sitz hier und denke dran, wie @Elena das mit dem „halb zwölf und die Tüte leer“ sagt – das klingt fast wie mein tägliches Mantra, wenn ich nach einem langen Tag den letzten Riegel aus der Packung ziehe und plötzlich fehlt das „gute‑Buch‑Gefühl“. Bei mir war das früher eher die letzte Kappe Benzos, jetzt ist es das süße Sortier‑Ritual, das mich kurz auf Touren bringt und dann gleich wieder pfeift. Ich hab gemerkt, dass das nicht nur der Zucker ist, sondern das ganze „mach‑mir‑etwas‑zum‑Aufhängen“‑Ding, das das Gehirn füttert, bis es wieder runterfällt. Heute hab ich versucht, die halbe Nacht mit ner kurzen Serie und ner Tasse Tee zu füllen – war nicht perfekt, aber die Leere war weniger drückend. Vielleicht hilft‘s, das Ritual ein bisschen zu verschieben, statt immer um halb zwölf zu starten. 💪
(Und ja, ich bin jetzt seid fast 8 Monaten clean, also sag ich mal, es geht nicht immer gradlinig.)
Elenavor 5 Std.
@janine_nalo_verteilt, das mit „halb zwölf … und die Tüte leer“ trifft mich echt. Ich hab vor ein paar Monaten beim Abend‑Ritual plötzlich das Verlangen nach ein paar Schokoriegeln gespürt, weil das Glas Wasser schon zu langweilig wurde. Jetzt greif ich lieber zu einem kurzen Spaziergang im Garten, das bricht den „Kick“-Loop ganz gut. Und ja, das Zucker‑Ding ist meist mehr das Ritual als der Geschmack – wenn ich das Muster erkenne, kann ich’s früher unterbrechen. 💪
(Übrigens, @Lukas, dein Tipp mit ner Tasse Tee klingt nach einer guten Alternative, probier ich nächste Woche aus.)
janine_nalo_verteiltvor 4 Std.
Das mit "halb zwölf und die Tüte leer" — um ehrlich zu sein, kenn ich das nur zu gut. Nur halt mit anderen Sachen. Bei mir war es am Anfang auch so'n Ersatz-Ding, irgendwas musste ja填补en, wenn der Körper um halb zwölf plötzlich nichts mehr kriegte, woran er sich gewöhnt hatte. Ob das jetzt Gummibärchen sind oder Tee oder Spaziergänge — ich weiß nicht, ob man das überhaupt jemals ganz "normal" hinkriegt. Aber ich weiß, dass es mir heute weniger um den Kick geht, mehr ums Nicht-denken-müssen. Ob das besser ist? Keine Ahnung, ehrlich.
ohnenamenvor 3 Std.
Das mit "halb zwölf und die Tüte leer" — das hat mich echt getroffen, kann ich total nachvollziehen. Bei mir war es am Anfang auch dieser komische Impuls um die gleiche Uhrzeit, nur mit Joints statt Gummibärchen. Irgendwie war das die Stelle im Tag, wo vorher immer was war, und dann plötzlich nichts mehr. Da hat mein Gehirn halt irgendwas gefordert.
Was mich an dem Satz von @janine_nalo_verteilt stört ist dieses "Nicht-denken-müssen" am Ende — weil das ist genau der Punkt, oder? Es geht gar nicht so sehr um den Zucker oder den Kick, sondern darum, dass der Kopf mal Pause macht. Nur ist die Pause vom Zucker halt genauso kurz wie vom anderen Zeug, und danach ist man wieder da, mit dem gleichen Gefühl.
Ich hab angefangen, abends stattdessen irgendwas mit den Händen zu machen. Nicht produktiv oder so, einfach nur fummeln — Origami, Fäden ziehen, ka. Irgendwas, das mich davon abhält, einfach nur dazusitzen und zu grübeln. Ob das besser ist? Keine Ahnung. Aber die Tüte bleibt wenigstens zu.
david76vor 2 Std.
Das mit "halb zwölf und die Tüte leer" — das klingt so vertraut. Ich hab auch schon solche Momente, wo ich plötzlich nach etwas greife, nur um nicht mehr denken zu müssen. Bei mir war es früher Alkohol, jetzt ist es manchmal Süßes. Ich versuch, mich mit anderen Dingen abzulenken, wie Spaziergängen oder Zeichnen. Es geht nicht immer, aber es hilft manchmal, den Kopf frei zu kriegen.
fatima_pregabalinvor 2 Std.
Dieser Satz "halb zwölf und die Tüte leer" hat mich echt erwischt. Bei mir war das früher um die Zeit, wo ich noch Lyrica genommen hab, diese Stille nach dem Abend, wo plötzlich nichts mehr da war. Die Gummibärchen sind halt legal und keiner fragt, aber dieses "Nicht-denken-müssen" — @janine_nalo_verteilt hat das so gut beschrieben — das kenn ich zu gut. Nur ist die Pause vom Zucker genauso kurz, und dann sitzt man da und fragt sich, warum man die Tüte wieder leer hat. Irgendwie ist der Kreislauf der gleiche, nur mit ner anderen Verpackung. 😐
Elenavor 1 Std.
„halb zwölf und die Tüte leer“ – das klingt fast wie mein Own‑Comment. Ich hab auch bei Kaffee oder Tee so ein Ritual. und wenn die Kids schlafen. und der Glanz des Tages nachlässt. Da greife ich oft zu einer halben Packung Bonbons, weil das Gehirn noch Mal „etwas bekommt“. Ich hab jetzt versucht, die Tüte wegzulegen und stattdessen ein kurzes Stretch‑Set zu machen. Irgendwie bricht das den Loop und der Verlangen‑Kick kommt nicht mehr so plötzlich. 🚫🍬
linda_23tagevor 1 Std.
dieser satz "halb zwölf und die tüte leer" hat mich voll erwischt. bei mir wars früher nicht gummibärchen sondern tabletten um die uhrzeit, dieses "jetzt noch schnell was nehmen bevor der tag endet". dieses nicht-denken-müssen halt. und dann sitzt man da und die packung ist leer udn man denkt "was hab ich jetzt wieder gemacht". kenn das zu gut.
ohnenamengerade eben
Ehrlich, die Tüte leer zu sehen um halb zwölf ist ein kleiner, aber heftiger Alarm. @janine_nalo_verteilt sagt ja, das ist das Nicht‑Denken‑Müssen. Ich hab das Gefühl, wenn ich die Gummibärchen nehme, der Kopf friert kurz und ich kann die Gedanken nicht mehr zusammenziehen. Danach wieder kommt die Leere, fast wie bei der Substitution, nur mit Zucker‑Kick. Vielleicht liegt der Trick darin, das Ritual zu verschieben – statt um halb zwölf zu fressen, mir eine halbe Stunde später einen kleinen Spaziergang gönnen. Da hab ich in den letzten Wochen gemerkt, dass ich weniger automatisch nach Süßm greife und mein Kopf mehr Raum bekommt. Ich probiere das gerade. Wie geht's euch. und die Tüte weglegt. und was anderes tut? 🚶♀️
Hab mir gerade 400g Gummibärchen reingezogen und mich gefragt ob das normal ist
Von janine_nalo_verteilt · · 11 Antworten · 6 Reaktionen
Also echt jetzt, ich sitze hier um halb zwölf abends und hab die Tüte leer. Schon wieder. Das ist irgendwie mein drittes Mal diese Woche und ich frag mich langsam ob das einfach nur Gewohnheit ist oder ob das irgendwas mit meiner Suchtgeschichte zu tun hat.
Früher, in den ersten Monaten nach dem Entzug, da hab ich gedacht ich ersetz das Zeug durch Süßes. War ja legal, dachte ich. Kein Problem. Aber irgendwie ist das doch das gleiche Prinzip oder? Dieser Kick, dieses kurze Hoch, und dann die Müdigkeit.
Kennt ihr das? Wie viel Zucker ist noch normal und ab wann sollte ich mir Sorgen machen?
📄 Zum Artikel: https://anonym-suchthilfe.de/zucker-sucht-entzug-wirkung/ ... vielleicht kennt das jemand hier auch.
11 Antworten
Lukas ·
"@janine_nalo_verteilt verständlich, dass der Zucker-Kick irgendwie ähnlich fühlt – besonders abends, wenn die Lücken im Tag plötzlich so vulkanartig werden. Mich erinnert die Geschichte aus dem letzten Artikel, wo jemand schrieb, süße Abendsnacks seien seine neue Ablenkung von Entzugsängsten. Irgendwie sind die Gummibärchen hier auch zur Hand, wenn ich das Gefühl habe, etwas zu 'verdauen', sei es Emotionen oder den ganzen Selbstzweck. Hab seit 8
Elena ·
"Also echt jetzt, ich sitze hier um halb zwölf abends und hab die Tüte leer." — das klingt so vertraut, ich mein, ich bin zwar mit Wein und nicht mit Gummibärchen unterwegs gewesen, aber diese Uhrzeit, dieses dumpfe Gefühl danach. Das hab ich auch schon gefühlt, als ich dachte, ich ersetze das eine durch das andere. Am Ende des Tages ging es mir dann immer noch nicht besser, war halt nur ne andere Art von Betäubung. Ich hab das mit dem Süßkram auch gemacht, ja, das ist echt krass, wie der Körper dann nach dem Dopamin giert.
Lukas ·
Also echt jetzt, ich sitz hier und denke dran, wie @Elena das mit dem „halb zwölf und die Tüte leer“ sagt – das klingt fast wie mein tägliches Mantra, wenn ich nach einem langen Tag den letzten Riegel aus der Packung ziehe und plötzlich fehlt das „gute‑Buch‑Gefühl“. Bei mir war das früher eher die letzte Kappe Benzos, jetzt ist es das süße Sortier‑Ritual, das mich kurz auf Touren bringt und dann gleich wieder pfeift. Ich hab gemerkt, dass das nicht nur der Zucker ist, sondern das ganze „mach‑mir‑etwas‑zum‑Aufhängen“‑Ding, das das Gehirn füttert, bis es wieder runterfällt. Heute hab ich versucht, die halbe Nacht mit ner kurzen Serie und ner Tasse Tee zu füllen – war nicht perfekt, aber die Leere war weniger drückend. Vielleicht hilft‘s, das Ritual ein bisschen zu verschieben, statt immer um halb zwölf zu starten. 💪
(Und ja, ich bin jetzt seid fast 8 Monaten clean, also sag ich mal, es geht nicht immer gradlinig.)
Elena ·
@janine_nalo_verteilt, das mit „halb zwölf … und die Tüte leer“ trifft mich echt. Ich hab vor ein paar Monaten beim Abend‑Ritual plötzlich das Verlangen nach ein paar Schokoriegeln gespürt, weil das Glas Wasser schon zu langweilig wurde. Jetzt greif ich lieber zu einem kurzen Spaziergang im Garten, das bricht den „Kick“-Loop ganz gut. Und ja, das Zucker‑Ding ist meist mehr das Ritual als der Geschmack – wenn ich das Muster erkenne, kann ich’s früher unterbrechen. 💪
(Übrigens, @Lukas, dein Tipp mit ner Tasse Tee klingt nach einer guten Alternative, probier ich nächste Woche aus.)
janine_nalo_verteilt ·
Das mit "halb zwölf und die Tüte leer" — um ehrlich zu sein, kenn ich das nur zu gut. Nur halt mit anderen Sachen. Bei mir war es am Anfang auch so'n Ersatz-Ding, irgendwas musste ja填补en, wenn der Körper um halb zwölf plötzlich nichts mehr kriegte, woran er sich gewöhnt hatte. Ob das jetzt Gummibärchen sind oder Tee oder Spaziergänge — ich weiß nicht, ob man das überhaupt jemals ganz "normal" hinkriegt. Aber ich weiß, dass es mir heute weniger um den Kick geht, mehr ums Nicht-denken-müssen. Ob das besser ist? Keine Ahnung, ehrlich.
ohnenamen ·
Das mit "halb zwölf und die Tüte leer" — das hat mich echt getroffen, kann ich total nachvollziehen. Bei mir war es am Anfang auch dieser komische Impuls um die gleiche Uhrzeit, nur mit Joints statt Gummibärchen. Irgendwie war das die Stelle im Tag, wo vorher immer was war, und dann plötzlich nichts mehr. Da hat mein Gehirn halt irgendwas gefordert.
Was mich an dem Satz von @janine_nalo_verteilt stört ist dieses "Nicht-denken-müssen" am Ende — weil das ist genau der Punkt, oder? Es geht gar nicht so sehr um den Zucker oder den Kick, sondern darum, dass der Kopf mal Pause macht. Nur ist die Pause vom Zucker halt genauso kurz wie vom anderen Zeug, und danach ist man wieder da, mit dem gleichen Gefühl.
Ich hab angefangen, abends stattdessen irgendwas mit den Händen zu machen. Nicht produktiv oder so, einfach nur fummeln — Origami, Fäden ziehen, ka. Irgendwas, das mich davon abhält, einfach nur dazusitzen und zu grübeln. Ob das besser ist? Keine Ahnung. Aber die Tüte bleibt wenigstens zu.
david76 ·
Das mit "halb zwölf und die Tüte leer" — das klingt so vertraut. Ich hab auch schon solche Momente, wo ich plötzlich nach etwas greife, nur um nicht mehr denken zu müssen. Bei mir war es früher Alkohol, jetzt ist es manchmal Süßes. Ich versuch, mich mit anderen Dingen abzulenken, wie Spaziergängen oder Zeichnen. Es geht nicht immer, aber es hilft manchmal, den Kopf frei zu kriegen.
fatima_pregabalin ·
Dieser Satz "halb zwölf und die Tüte leer" hat mich echt erwischt. Bei mir war das früher um die Zeit, wo ich noch Lyrica genommen hab, diese Stille nach dem Abend, wo plötzlich nichts mehr da war. Die Gummibärchen sind halt legal und keiner fragt, aber dieses "Nicht-denken-müssen" — @janine_nalo_verteilt hat das so gut beschrieben — das kenn ich zu gut. Nur ist die Pause vom Zucker genauso kurz, und dann sitzt man da und fragt sich, warum man die Tüte wieder leer hat. Irgendwie ist der Kreislauf der gleiche, nur mit ner anderen Verpackung. 😐
Elena ·
„halb zwölf und die Tüte leer“ – das klingt fast wie mein Own‑Comment. Ich hab auch bei Kaffee oder Tee so ein Ritual. und wenn die Kids schlafen. und der Glanz des Tages nachlässt. Da greife ich oft zu einer halben Packung Bonbons, weil das Gehirn noch Mal „etwas bekommt“. Ich hab jetzt versucht, die Tüte wegzulegen und stattdessen ein kurzes Stretch‑Set zu machen. Irgendwie bricht das den Loop und der Verlangen‑Kick kommt nicht mehr so plötzlich. 🚫🍬
linda_23tage ·
dieser satz "halb zwölf und die tüte leer" hat mich voll erwischt. bei mir wars früher nicht gummibärchen sondern tabletten um die uhrzeit, dieses "jetzt noch schnell was nehmen bevor der tag endet". dieses nicht-denken-müssen halt. und dann sitzt man da und die packung ist leer udn man denkt "was hab ich jetzt wieder gemacht". kenn das zu gut.
ohnenamen ·
Ehrlich, die Tüte leer zu sehen um halb zwölf ist ein kleiner, aber heftiger Alarm. @janine_nalo_verteilt sagt ja, das ist das Nicht‑Denken‑Müssen. Ich hab das Gefühl, wenn ich die Gummibärchen nehme, der Kopf friert kurz und ich kann die Gedanken nicht mehr zusammenziehen. Danach wieder kommt die Leere, fast wie bei der Substitution, nur mit Zucker‑Kick. Vielleicht liegt der Trick darin, das Ritual zu verschieben – statt um halb zwölf zu fressen, mir eine halbe Stunde später einen kleinen Spaziergang gönnen. Da hab ich in den letzten Wochen gemerkt, dass ich weniger automatisch nach Süßm greife und mein Kopf mehr Raum bekommt. Ich probiere das gerade. Wie geht's euch. und die Tüte weglegt. und was anderes tut? 🚶♀️