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Wenn das Kindermädchen plötzlich in den Schuldner-Hotline-Listen steht…
Von blumevor 5 Tagen💬 4❤️ 8
Also ich sitz gerade mit nem halbleeren Gläschen Wasser an meinem Küchentisch, das Tageslicht dringt gerade noch nicht durch die Vorhänge und mein Kopf fühlt sich an wie ein überfüllter Briefkasten. Mein Bruder, der seit über zwei Jahren im Glücksspiel steckt, hat jetzt nicht nur die Konten geplündert – er hat sich ne Woche lang als meine Tochter verquatscht, um den Geldautomaten zu benutzen. Ich habe das Gefühl, ich lebe in einer dieser Sitcoms, in denen das „Kindermädchen“ plötzlich das Telefon der Schuldnerberatung in die Hand bekommt, weil die Familie pleite ist.
Ich habe als Sozialarbeiterin ja Ahnung von Schadensbegrenzung, aber wenn es um den eigenen Bro geht, ist das alles irgendwie… naja, total diffizil. Heute hat er wieder 150 € von meinem Konto genommen, um an einem Online‑Poker‑Turnier teilzunehmen. Das war das dritte Mal diese Woche, und ich hab schon versucht, das Geld vorher zu verstecken – ein altes Sparschwein, ein Schließfach, nichts hat geholfen. Auch die Bank hat nichts, weil er die Kontozugänge noch hat.
Ich hab jetzt einen Termin bei der Schuldnerberatung, weil die Kredite von ihm jetzt auf meinem Namen laufen und meine Miete bald fällig ist. Ich frage mich, ob es irgendwie Sinn macht, das Gespräch mit dem „Kindermädchen“ zu führen – also meine Mutter, die bisher nichts von dem ganzen Kram mitbekommen hat. Sollte ich ihr alles sofort erzählen, oder lieber erst die Fakten sammeln, bevor ich sie in die Spirale ziehe? Und wie kann ich mich selbst davor schützen, dass ich wieder in die Schuldnerfalle gerate, wenn er plötzlich wieder einen Crash hat?
Habt ihr schonmal sowas erlebt? Was hat euch geholfen, den eigenen Alltag zu retten, wenn das Familienbudget plötzlich vom Suchtverhalten eines Angehörigen aufgefressen wird? Ich bin echt am Ende meiner Kräfte. 😊
4 Antworten
neuanfang7vor 5 Tagen
@blume, das mit dem sofortigen Erzählen hat mich echt zum Grübeln gebracht. Ich hab früher in ’ner ähnlichen Situation erst ‘nen kleinen Überblick drübergeschafft, weil ich nicht gleich das ganze Chaos auf einmal abladen wollte – dann war’s leichter, klar zu bleiben. Trotzdem hab ich gemerkt, dass das ständige Verstecken nur mehr Stress macht. Am besten ist, dass du ihr die wichtigsten Fakten präsentierst, aber nicht jedes Detail gleich am Stück. So gibst du ihr einen Rahmen, ohne gleich in die Spirale zu ziehen. Und mein kleiner Tipp: ein gemeinsamer Konten‑Check mit ’nem neutralen Dritten (z. B. Schuldnerberatung) kann verhindern, dass dein Bruder wieder unbemerkt Geld zückt. Das hat mir damals echt den Rücken frei gehalten. ❤️
blumevor 5 Tagen
Der Punkt „Sollte ich ihr alles sofort erzählen, oder lieber erst die Fakten sammeln, bevor ich sie in die Spirale ziehe?“ hat mich echt getroffen, weil ich das fast jeden Tag durchdenke. Ich hab bei meinem eigenen Bruder, der seit drei Jahren spielsüchtig ist, mal versucht, alles erst zu sortieren – aber dann hat er wieder 200 € abgehoben, bevor ich überhaupt ein Wort gesagt hab. Das hat die Situation nur vergrößert, weil ich dann erst mit halbwegs fertigem Puzzle vor ihrer Tür stand und nichts mehr wirklich klar war.
@neuanfang7 hast du recht, ein kurzer Überblick ist besser, aber ich habe jetzt gelernt, sofort die Kernzahlen (wie Kontostand, offene Schulden, letzte Abbuchungen) zu notieren und dann in einem ruhigen Moment das Gespräch zu suchen. So kann ich „die Fakten sammeln“ ohne endlos zu verstecken, und Mama bekommt gleich einen klaren Rahmen.
Ein kleiner Trick, den ich probiert habe: ich habe einen Tages‑/Wochen‑Plan für die Finanzen erstellt und ihm das nur als „Übersicht“ gezeigt – das hat die Kontrolle etwas zurückgegeben, ohne gleich das ganze Drama zu starten. Vielleicht hilft das ja dir auch ein bisschen. ❤️
neuanfang7vor 5 Tagen
@blume, ich hab da voll Verständnis – deine „Kernzahlen zuerst“ Methode klopft mir auch aus der Praxis. Ich hab das letzte Mal gegen die Schuldnerberatung geklagt, weil ich realisierte, dass ich meine Mutter blind die Bankkonten zuschickte, ohne zu checken, ob die Zahlen wirklich stimmen. Ein kurzer Überblick, wie du es machst, hat mich gezwungen, die eigentlichen Limits zu setzen: Vertraglich hab ich gerade meine Kontoberechtigungen auf 3‑Monatsfrist angepasst, sodass er nicht sofort taucht. Hast du das schon geprüft?
blumevor 5 Tagen
Also, das mit dem "Kindermädchen" und dem Erzählen… das hat mich auch echt angesprochen, weil ich das so gut kenne. Dieses Hin und Her, soll ich es sagen oder lieber erstmal… Naja, ich hab bei meinem Bruder auch erst versucht, alles zu sortieren, bevor ich meine Eltern ins Boot hole. Das Ergebnis war, dass mein Bruder kurz darauf wieder heimlich Geld abgehoben hat und ich dann mit einem noch größeren Durcheinander dastand.
@blume, deine Idee mit den "Kernzahlen" finde ich gut. Das hab ich dann auch gemacht. Also die wichtigsten Fakten, wie die Schuldenhöhe und die Abbuchungen, hab ich mir notiert. Und dann in einem ruhigen Moment meiner Mama gesagt: "Schau mal, das ist die aktuelle Lage." Ohne gleich die ganze emotionale Achterbahn mitzuschicken. Das hat irgendwie besser funktioniert, weil sie dann wusste, worum es geht, aber nicht gleich völlig überfordert war. Aber es ist halt echt ein Spagat, nicht wahr? Man will die Wahrheit sagen, aber die Person nicht gleich mit in die eigene Ohnmacht ziehen. Ich hab auch die Kontozugänge sperren lassen, weil die Bank das zugelassen hat – das war ein wichtiger Schritt für mich, auch wenn mein Bruder da natürlich erst mal wütend war.
Wenn das Kindermädchen plötzlich in den Schuldner-Hotline-Listen steht…
Von blume · · 4 Antworten · 8 Reaktionen
Also ich sitz gerade mit nem halbleeren Gläschen Wasser an meinem Küchentisch, das Tageslicht dringt gerade noch nicht durch die Vorhänge und mein Kopf fühlt sich an wie ein überfüllter Briefkasten. Mein Bruder, der seit über zwei Jahren im Glücksspiel steckt, hat jetzt nicht nur die Konten geplündert – er hat sich ne Woche lang als meine Tochter verquatscht, um den Geldautomaten zu benutzen. Ich habe das Gefühl, ich lebe in einer dieser Sitcoms, in denen das „Kindermädchen“ plötzlich das Telefon der Schuldnerberatung in die Hand bekommt, weil die Familie pleite ist.
Ich habe als Sozialarbeiterin ja Ahnung von Schadensbegrenzung, aber wenn es um den eigenen Bro geht, ist das alles irgendwie… naja, total diffizil. Heute hat er wieder 150 € von meinem Konto genommen, um an einem Online‑Poker‑Turnier teilzunehmen. Das war das dritte Mal diese Woche, und ich hab schon versucht, das Geld vorher zu verstecken – ein altes Sparschwein, ein Schließfach, nichts hat geholfen. Auch die Bank hat nichts, weil er die Kontozugänge noch hat.
Ich hab jetzt einen Termin bei der Schuldnerberatung, weil die Kredite von ihm jetzt auf meinem Namen laufen und meine Miete bald fällig ist. Ich frage mich, ob es irgendwie Sinn macht, das Gespräch mit dem „Kindermädchen“ zu führen – also meine Mutter, die bisher nichts von dem ganzen Kram mitbekommen hat. Sollte ich ihr alles sofort erzählen, oder lieber erst die Fakten sammeln, bevor ich sie in die Spirale ziehe? Und wie kann ich mich selbst davor schützen, dass ich wieder in die Schuldnerfalle gerate, wenn er plötzlich wieder einen Crash hat?
Habt ihr schonmal sowas erlebt? Was hat euch geholfen, den eigenen Alltag zu retten, wenn das Familienbudget plötzlich vom Suchtverhalten eines Angehörigen aufgefressen wird? Ich bin echt am Ende meiner Kräfte. 😊
4 Antworten
neuanfang7 ·
@blume, das mit dem sofortigen Erzählen hat mich echt zum Grübeln gebracht. Ich hab früher in ’ner ähnlichen Situation erst ‘nen kleinen Überblick drübergeschafft, weil ich nicht gleich das ganze Chaos auf einmal abladen wollte – dann war’s leichter, klar zu bleiben. Trotzdem hab ich gemerkt, dass das ständige Verstecken nur mehr Stress macht. Am besten ist, dass du ihr die wichtigsten Fakten präsentierst, aber nicht jedes Detail gleich am Stück. So gibst du ihr einen Rahmen, ohne gleich in die Spirale zu ziehen. Und mein kleiner Tipp: ein gemeinsamer Konten‑Check mit ’nem neutralen Dritten (z. B. Schuldnerberatung) kann verhindern, dass dein Bruder wieder unbemerkt Geld zückt. Das hat mir damals echt den Rücken frei gehalten. ❤️
blume ·
Der Punkt „Sollte ich ihr alles sofort erzählen, oder lieber erst die Fakten sammeln, bevor ich sie in die Spirale ziehe?“ hat mich echt getroffen, weil ich das fast jeden Tag durchdenke. Ich hab bei meinem eigenen Bruder, der seit drei Jahren spielsüchtig ist, mal versucht, alles erst zu sortieren – aber dann hat er wieder 200 € abgehoben, bevor ich überhaupt ein Wort gesagt hab. Das hat die Situation nur vergrößert, weil ich dann erst mit halbwegs fertigem Puzzle vor ihrer Tür stand und nichts mehr wirklich klar war.
@neuanfang7 hast du recht, ein kurzer Überblick ist besser, aber ich habe jetzt gelernt, sofort die Kernzahlen (wie Kontostand, offene Schulden, letzte Abbuchungen) zu notieren und dann in einem ruhigen Moment das Gespräch zu suchen. So kann ich „die Fakten sammeln“ ohne endlos zu verstecken, und Mama bekommt gleich einen klaren Rahmen.
Ein kleiner Trick, den ich probiert habe: ich habe einen Tages‑/Wochen‑Plan für die Finanzen erstellt und ihm das nur als „Übersicht“ gezeigt – das hat die Kontrolle etwas zurückgegeben, ohne gleich das ganze Drama zu starten. Vielleicht hilft das ja dir auch ein bisschen. ❤️
neuanfang7 ·
@blume, ich hab da voll Verständnis – deine „Kernzahlen zuerst“ Methode klopft mir auch aus der Praxis. Ich hab das letzte Mal gegen die Schuldnerberatung geklagt, weil ich realisierte, dass ich meine Mutter blind die Bankkonten zuschickte, ohne zu checken, ob die Zahlen wirklich stimmen. Ein kurzer Überblick, wie du es machst, hat mich gezwungen, die eigentlichen Limits zu setzen: Vertraglich hab ich gerade meine Kontoberechtigungen auf 3‑Monatsfrist angepasst, sodass er nicht sofort taucht. Hast du das schon geprüft?
blume ·
Also, das mit dem "Kindermädchen" und dem Erzählen… das hat mich auch echt angesprochen, weil ich das so gut kenne. Dieses Hin und Her, soll ich es sagen oder lieber erstmal… Naja, ich hab bei meinem Bruder auch erst versucht, alles zu sortieren, bevor ich meine Eltern ins Boot hole. Das Ergebnis war, dass mein Bruder kurz darauf wieder heimlich Geld abgehoben hat und ich dann mit einem noch größeren Durcheinander dastand.
@blume, deine Idee mit den "Kernzahlen" finde ich gut. Das hab ich dann auch gemacht. Also die wichtigsten Fakten, wie die Schuldenhöhe und die Abbuchungen, hab ich mir notiert. Und dann in einem ruhigen Moment meiner Mama gesagt: "Schau mal, das ist die aktuelle Lage." Ohne gleich die ganze emotionale Achterbahn mitzuschicken. Das hat irgendwie besser funktioniert, weil sie dann wusste, worum es geht, aber nicht gleich völlig überfordert war. Aber es ist halt echt ein Spagat, nicht wahr? Man will die Wahrheit sagen, aber die Person nicht gleich mit in die eigene Ohnmacht ziehen. Ich hab auch die Kontozugänge sperren lassen, weil die Bank das zugelassen hat – das war ein wichtiger Schritt für mich, auch wenn mein Bruder da natürlich erst mal wütend war.