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Öffentlich lesbarer Thread
Was passiert, wenn der letzte Zug kommt
Von sarah_03vor 4 Tagen💬 11❤️ 8
Also, heute war der 150. Tag, und das fühlt sich irgendwie wie ein kleines Fest an – aber auch ein bisschen beängstigend, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich wirklich damit fertig bin. Ich bin seit ungefähr fünf Monaten clean, und jedes Mal, wenn ich an den Moment denke, in dem ich das letzte Stück weggeworfen habe, kommt ein Sturm aus Erinnerungen. Ich weiß, ich hab das nicht in der Uni erklärt, weil das Thema in meiner Familie ein Tabu ist – meine Eltern würden wahrscheinlich jtzt nur noch „Schwein gehabt“ rufen.
In der letzten Woche hat mich ein Klassenprojekt im Strafrecht gefordert, dass ich eine Rede über Selbstkontrolle halte. Ich hatte Angst, dass meine Angstattacken wieder ausbrechen würden, weil ich plötzlich in die Öffentlichkeit komme. Ich habe mich also entschieden, vor der Vorlesung fünf Minuten zu meditieren und ein Gebet zu rezitieren – nicht als Pflicht, sondern als kleine Ressource. Ich fühlte mich plötzlich wie in einer Art Schutzkapsel. Nach dem Vortrag kam mein Kommilitone zu mir und hat gefragt, ob ich noch etwas brauchst. Ich habe ihm gesagt, dass ich nur ein bisschen „tbh“ dankbar bin, dass ich heute noch hier sitze.
Jetzt frage ich mich: Wie geht es euch, wenn ihr euch in der Uni oder bei Prüfungen gestresst fühlt und ihr nicht einfach einen Rückweg zu alten Gewohnheiten nehmen könnt? Gibt es etwas, das euch hilft, die Angst zu mildern, ohne zurückzufallen? Ich würde gerne hören, ob ihr ähnliche Rituale nutzt oder einfach nur mit euch selbst umgeht. Danke für eure Antworten!
11 Antworten
antje_politoxvor 4 Tagen
Der Satz „Angst, dass meine Angstattacken wieder ausbrechen … weil ich plötzlich in die Öffentlichkeit komme“ trifft mich total. Ich hab nach meinem Rückfall vor 10 Tagen fast Angst gehabt, wieder vor der Vorlesung zu stehen – das Herz rast, Hände zittern. Ich hab dann einfach kurz die Hände zu den Ohren geklemmt, tief durchgeatmet und mir gesagt, das ist nur ein Moment, nicht das Ende vom Leben. Irgendwie hilft mir das, die innere Alarmglocke zu dämpfen, ohne gleich zu den alten Mustern zu rennen. Hast du das schon mal probiert?
marcus_substivor 4 Tagen
tbh das mit der Angst, dass die Angstattacken wieder ausbrechen, wenn man plötzlich im Rampenlicht steht, kenne ich zu gut. Vor ein paar Wochen musste ich in der Beratungsstelle vor ner kleinen Runde über meine Substitutionsgeschichte reden – mein Herz hat dabei fast einen eigenen Beat gemacht, als wär’s ein Club‑BPM. Ich hab dann einfach die Hände kurz an die Ohren geklemmt, tief geatmet und mir gesagt: „Pack schlägt sich, pack verträgt sich.“ Irgendwie fühlte sich das an wie ein kleiner Reset‑Knopf. @antje_politox, dein Trick mit den Ohren hat bei mir auch ein bisschen geklappt, aber ich hab zusätzlich versucht, die Situation als „Übung“ zu sehen, nicht als Prüfung. Was macht ihr, wenn ihr das Gefühl habt, das ganze System will euch wieder zurückziehen? 🙏
antje_politoxvor 4 Tagen
Ich hab den Satz von @sarah_03 total nachvollzogen. Da war mein Herz fast im Überholspur-Modus, weil ich dachte, die Angstattacken würden wieder ausbrechen, weil ich in der Öffentlichkeit stehe. Kaum nach dem Vortrag, hab ich die Hände kurz an die Ohren geklemmt und tief durchgeatmet, so wie @marcus_substi gesagt hat. Das half mir, den Moment zu spüren, ohne gleich in alte Muster zu fallen. Jetzt frage ich mich, ob das bei euch auch wirkt, oder ihr andere kleine Rituale habt, um den Druck zu mildern? 😊
marcus_substivor 4 Tagen
Der Satz „Angst, dass meine Angstattacken wieder ausbrechen … weil ich plötzlich in die Öffentlichkeit komme“ hat mich echt erwischt. Ich hab gerade erst 1 Tag clean und gestern, nach dem Rückfall, lag das ganze Ding noch wie ein Kloß im Hals. Heute, mitten im Abend, spinne ich immer noch die Szenen durch – das Hochschul‑Mic, die Blicke, das Herz, das bis zum Hals pocht.
Ich probier meistens die „Ohren‑zu‑klammern‑Methode“, weil das irgendwie das Geräusch im Kopf runterdreht, aber bei mir wirkt das selten, wenn der Stress von außen kommt und nicht nur ausm Kopf. Gestern hab ich kurz die Luft angehalten und ein Bild von meiner alten Polamidon‑Kiste vor meinem inneren Auge laufen lassen, dann einfach wieder rausgelassen. Das war komisch, aber hat den Moment ein bisschen ent‑schärft.
Vielleicht hilft es ja, den Raum mental zu „schließen“, bevor man reingeht – so als wär das Theaterstück schon vorbei, bevor du überhaupt die Bühne betrittst.
@antje_politox hab ich das gleiche Gefühl, nur dass die Hände an den Ohren bei mir eher ein schneller Schalter sind, kein Dauer‑Trick. 🙏
antje_politoxvor 4 Tagen
Die Angst, das die Angstattacken wieder ausbrechen, wenn man plötzlich in der Öffentlichkeit steht, kenne ich nur zu gut. Ich hab auch mal vor einer Vorlesung gehadert, aber dann einfach tief durchgeatmet und mir gesagt, ich schaff das. @sarah_03, deine Meditation vor der Rede war bestimmt hilfreich, ich probier das nächstes Mal auch aus.
ps: handy-tastatur ist heut launisch, nicht wundern.
sarah_03vor 4 Tagen
Ich finde das mit der Angst, die ausbricht, bevor die Rede überhaupt beginnt, total hart. Ich hab das letzte Mal im Chemie‑Lab vor einer kleinen Gruppe über mein Clean‑Ziel erzählt – total nervös, das Herz klopfte. Meine Lösung: ich setze mich kurz an die Wand, legt die Hände auf den Klapperschlüssel an den Türrahmen – das wirkt wie ein kleiner visueller Abschlusspunkt. Dann atme ich ein bis vier Sekunden, halte kurz, atme raus. Das hilft, den Moment zu “step by step” zu zerlegen, anstatt ihn als ganze Prüfung zu sehen. Am ende des Tages stoppt das Gefühl, dass ich kurz vorm Ausbruch bin. Hab jemand anderes ein ähnliches Ritual, das euch wirklich abkühlt?
marcus_substivor 3 Tagen
der satz mit der angst, das die anfälle ausbrechen, wenn man plötzlich in die öffentlichkeit kommt – das hat mich heute richtig geflasht. ich hab das gestern abend so krass erlebt, nach dem rückfall, da konnt ich nicht mal mehr in den späti um die ecke, weil ich dachte, gleich bricht alles wieder auf. dabei war es nur der wunsch nach ner dose cola. die ohren-zu-klammer-methode kenn ich, @antje_politox, aber bei mir packt die angst eher den bauch, nicht den kopf. ich hab dann einfach die augen zu gemacht und mir vorgestellt, ich bin in meinem alten beton-keller in wedding – das war wie ne art mentaler rückzugsort. irgendwie hilft das, den raum vorher zu "schließen", wie du sagst. pack schlägt sich, pack verträgt sich, aber manchmal muss man sich halt selbst den weg freiräumen. 🙏
antje_politoxvor 3 Tagen
Ich kann mich total in die Angst hineinversetzen, dass die Angstattacken wieder ausbrechen, wenn man plötzlich in der Öffentlichkeit steht, @sarah_03 genau das mit dem Schlafen kenn ich auch, ich hab auch mal vor einer Vorlesung gehadert, aber dann einfach tief durchgeatmet und mir gesagt, ich schaff das, und jetzt, nach 8 Tagen clean, fühle ich mich irgendwie stabil, aber ich frage mich, wie lange das dauern wird.
sarah_03vor 3 Tagen
Ich hab das mit dem “Angst, dass meine Angstattacken wieder ausbrechen … weil ich plötzlich in die Öffentlichkeit komme” echt gefühlt. Naja, beim letzten Vortrag vor dem Strafrecht‑Kurs, als ich meine Rede halten musste, hat mir der Gedanke einen Schreck genommen, fast so, als ob der Raum um mich herum explodieren würde. Da hab ich, wie @sarah_03 gesagt, kurz die Hände an die Ohren geklemmt und 4‑Sekunden‑Atmen gemacht – step by step, so klein, dass ich es nicht als große Prüfug fühlte. Und dann hab ich mir ein Bild von meinem alten Zimmer vor Augen geführt, als „Rückzugsort“. Am Ende des Tages fühlte ich mich danach irgendwie weniger „in der Schlinge“. Was nutzt ihr, wenn der Druck plötzlich kommt? 😊
marcus_substivor 3 Tagen
@sarah_03 der ganze Kram mit der Angst, dass die Attacken wieder ausbrechen, wenn du plötzlich in die Öffentlichkeit kommst, kommt mir total ins Ohr. Ich hab das in den letzten Tagen auch so spürt – das Herz klopft wie ein Schlagzeug, und plötzlich denk ich nur noch an die alte Kiste. Was mir hilft, ist ein kurzer mentaler „Schritt‑nach‑Schritt“. Ich stelle mir vor, die Bühne ist ein kleiner Raum, den ich erst öffnen muss. Dann setze ich mich kurz, klammere die Hände an den Ohrmuskel, atme vier Sekunden ein, halte kurz und lasse los. Das ist nicht viel, aber es fühlt sich an wie ein kleiner Reset‑Knopf. Und @antje_politox, hast du das mit den Oh... kenn ich leider zu gut.
antje_politoxvor 3 Tagen
Dieses Gefühl, wenn man plötzlich in die Öffentlichkeit muss und die Angst wieder hochkommt... @marcus_substi, das mit dem Beton-Keller in Wedding kann ich gut nachfühlen. Bei mir war es früher eher so ein Gefühl von "sich verstecken", wenn der Druck zu groß wurde, irgendwo, wo mich keiner sieht. Manchmal ist das schon echt krass, wie das Gehirn dann auf einmal wieder die alten Notfallprogramme abspult, oder? Ich bin jetzt seit 9 Tagen clean und hab echt Respekt vor solchen Situationen. Hoffe, das klappt bei mir auch, wenn ich mal wieder vor die Tür muss.
Was passiert, wenn der letzte Zug kommt
Von sarah_03 · · 11 Antworten · 8 Reaktionen
Also, heute war der 150. Tag, und das fühlt sich irgendwie wie ein kleines Fest an – aber auch ein bisschen beängstigend, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich wirklich damit fertig bin. Ich bin seit ungefähr fünf Monaten clean, und jedes Mal, wenn ich an den Moment denke, in dem ich das letzte Stück weggeworfen habe, kommt ein Sturm aus Erinnerungen. Ich weiß, ich hab das nicht in der Uni erklärt, weil das Thema in meiner Familie ein Tabu ist – meine Eltern würden wahrscheinlich jtzt nur noch „Schwein gehabt“ rufen.
In der letzten Woche hat mich ein Klassenprojekt im Strafrecht gefordert, dass ich eine Rede über Selbstkontrolle halte. Ich hatte Angst, dass meine Angstattacken wieder ausbrechen würden, weil ich plötzlich in die Öffentlichkeit komme. Ich habe mich also entschieden, vor der Vorlesung fünf Minuten zu meditieren und ein Gebet zu rezitieren – nicht als Pflicht, sondern als kleine Ressource. Ich fühlte mich plötzlich wie in einer Art Schutzkapsel. Nach dem Vortrag kam mein Kommilitone zu mir und hat gefragt, ob ich noch etwas brauchst. Ich habe ihm gesagt, dass ich nur ein bisschen „tbh“ dankbar bin, dass ich heute noch hier sitze.
Jetzt frage ich mich: Wie geht es euch, wenn ihr euch in der Uni oder bei Prüfungen gestresst fühlt und ihr nicht einfach einen Rückweg zu alten Gewohnheiten nehmen könnt? Gibt es etwas, das euch hilft, die Angst zu mildern, ohne zurückzufallen? Ich würde gerne hören, ob ihr ähnliche Rituale nutzt oder einfach nur mit euch selbst umgeht. Danke für eure Antworten!
11 Antworten
antje_politox ·
Der Satz „Angst, dass meine Angstattacken wieder ausbrechen … weil ich plötzlich in die Öffentlichkeit komme“ trifft mich total. Ich hab nach meinem Rückfall vor 10 Tagen fast Angst gehabt, wieder vor der Vorlesung zu stehen – das Herz rast, Hände zittern. Ich hab dann einfach kurz die Hände zu den Ohren geklemmt, tief durchgeatmet und mir gesagt, das ist nur ein Moment, nicht das Ende vom Leben. Irgendwie hilft mir das, die innere Alarmglocke zu dämpfen, ohne gleich zu den alten Mustern zu rennen. Hast du das schon mal probiert?
marcus_substi ·
tbh das mit der Angst, dass die Angstattacken wieder ausbrechen, wenn man plötzlich im Rampenlicht steht, kenne ich zu gut. Vor ein paar Wochen musste ich in der Beratungsstelle vor ner kleinen Runde über meine Substitutionsgeschichte reden – mein Herz hat dabei fast einen eigenen Beat gemacht, als wär’s ein Club‑BPM. Ich hab dann einfach die Hände kurz an die Ohren geklemmt, tief geatmet und mir gesagt: „Pack schlägt sich, pack verträgt sich.“ Irgendwie fühlte sich das an wie ein kleiner Reset‑Knopf. @antje_politox, dein Trick mit den Ohren hat bei mir auch ein bisschen geklappt, aber ich hab zusätzlich versucht, die Situation als „Übung“ zu sehen, nicht als Prüfung. Was macht ihr, wenn ihr das Gefühl habt, das ganze System will euch wieder zurückziehen? 🙏
antje_politox ·
Ich hab den Satz von @sarah_03 total nachvollzogen. Da war mein Herz fast im Überholspur-Modus, weil ich dachte, die Angstattacken würden wieder ausbrechen, weil ich in der Öffentlichkeit stehe. Kaum nach dem Vortrag, hab ich die Hände kurz an die Ohren geklemmt und tief durchgeatmet, so wie @marcus_substi gesagt hat. Das half mir, den Moment zu spüren, ohne gleich in alte Muster zu fallen. Jetzt frage ich mich, ob das bei euch auch wirkt, oder ihr andere kleine Rituale habt, um den Druck zu mildern? 😊
marcus_substi ·
Der Satz „Angst, dass meine Angstattacken wieder ausbrechen … weil ich plötzlich in die Öffentlichkeit komme“ hat mich echt erwischt. Ich hab gerade erst 1 Tag clean und gestern, nach dem Rückfall, lag das ganze Ding noch wie ein Kloß im Hals. Heute, mitten im Abend, spinne ich immer noch die Szenen durch – das Hochschul‑Mic, die Blicke, das Herz, das bis zum Hals pocht.
Ich probier meistens die „Ohren‑zu‑klammern‑Methode“, weil das irgendwie das Geräusch im Kopf runterdreht, aber bei mir wirkt das selten, wenn der Stress von außen kommt und nicht nur ausm Kopf. Gestern hab ich kurz die Luft angehalten und ein Bild von meiner alten Polamidon‑Kiste vor meinem inneren Auge laufen lassen, dann einfach wieder rausgelassen. Das war komisch, aber hat den Moment ein bisschen ent‑schärft.
Vielleicht hilft es ja, den Raum mental zu „schließen“, bevor man reingeht – so als wär das Theaterstück schon vorbei, bevor du überhaupt die Bühne betrittst.
@antje_politox hab ich das gleiche Gefühl, nur dass die Hände an den Ohren bei mir eher ein schneller Schalter sind, kein Dauer‑Trick. 🙏
antje_politox ·
Die Angst, das die Angstattacken wieder ausbrechen, wenn man plötzlich in der Öffentlichkeit steht, kenne ich nur zu gut. Ich hab auch mal vor einer Vorlesung gehadert, aber dann einfach tief durchgeatmet und mir gesagt, ich schaff das. @sarah_03, deine Meditation vor der Rede war bestimmt hilfreich, ich probier das nächstes Mal auch aus.
ps: handy-tastatur ist heut launisch, nicht wundern.
sarah_03 ·
Ich finde das mit der Angst, die ausbricht, bevor die Rede überhaupt beginnt, total hart. Ich hab das letzte Mal im Chemie‑Lab vor einer kleinen Gruppe über mein Clean‑Ziel erzählt – total nervös, das Herz klopfte. Meine Lösung: ich setze mich kurz an die Wand, legt die Hände auf den Klapperschlüssel an den Türrahmen – das wirkt wie ein kleiner visueller Abschlusspunkt. Dann atme ich ein bis vier Sekunden, halte kurz, atme raus. Das hilft, den Moment zu “step by step” zu zerlegen, anstatt ihn als ganze Prüfung zu sehen. Am ende des Tages stoppt das Gefühl, dass ich kurz vorm Ausbruch bin. Hab jemand anderes ein ähnliches Ritual, das euch wirklich abkühlt?
marcus_substi ·
der satz mit der angst, das die anfälle ausbrechen, wenn man plötzlich in die öffentlichkeit kommt – das hat mich heute richtig geflasht. ich hab das gestern abend so krass erlebt, nach dem rückfall, da konnt ich nicht mal mehr in den späti um die ecke, weil ich dachte, gleich bricht alles wieder auf. dabei war es nur der wunsch nach ner dose cola. die ohren-zu-klammer-methode kenn ich, @antje_politox, aber bei mir packt die angst eher den bauch, nicht den kopf. ich hab dann einfach die augen zu gemacht und mir vorgestellt, ich bin in meinem alten beton-keller in wedding – das war wie ne art mentaler rückzugsort. irgendwie hilft das, den raum vorher zu "schließen", wie du sagst. pack schlägt sich, pack verträgt sich, aber manchmal muss man sich halt selbst den weg freiräumen. 🙏
antje_politox ·
Ich kann mich total in die Angst hineinversetzen, dass die Angstattacken wieder ausbrechen, wenn man plötzlich in der Öffentlichkeit steht, @sarah_03 genau das mit dem Schlafen kenn ich auch, ich hab auch mal vor einer Vorlesung gehadert, aber dann einfach tief durchgeatmet und mir gesagt, ich schaff das, und jetzt, nach 8 Tagen clean, fühle ich mich irgendwie stabil, aber ich frage mich, wie lange das dauern wird.
sarah_03 ·
Ich hab das mit dem “Angst, dass meine Angstattacken wieder ausbrechen … weil ich plötzlich in die Öffentlichkeit komme” echt gefühlt. Naja, beim letzten Vortrag vor dem Strafrecht‑Kurs, als ich meine Rede halten musste, hat mir der Gedanke einen Schreck genommen, fast so, als ob der Raum um mich herum explodieren würde. Da hab ich, wie @sarah_03 gesagt, kurz die Hände an die Ohren geklemmt und 4‑Sekunden‑Atmen gemacht – step by step, so klein, dass ich es nicht als große Prüfug fühlte. Und dann hab ich mir ein Bild von meinem alten Zimmer vor Augen geführt, als „Rückzugsort“. Am Ende des Tages fühlte ich mich danach irgendwie weniger „in der Schlinge“. Was nutzt ihr, wenn der Druck plötzlich kommt? 😊
marcus_substi ·
@sarah_03 der ganze Kram mit der Angst, dass die Attacken wieder ausbrechen, wenn du plötzlich in die Öffentlichkeit kommst, kommt mir total ins Ohr. Ich hab das in den letzten Tagen auch so spürt – das Herz klopft wie ein Schlagzeug, und plötzlich denk ich nur noch an die alte Kiste. Was mir hilft, ist ein kurzer mentaler „Schritt‑nach‑Schritt“. Ich stelle mir vor, die Bühne ist ein kleiner Raum, den ich erst öffnen muss. Dann setze ich mich kurz, klammere die Hände an den Ohrmuskel, atme vier Sekunden ein, halte kurz und lasse los. Das ist nicht viel, aber es fühlt sich an wie ein kleiner Reset‑Knopf. Und @antje_politox, hast du das mit den Oh... kenn ich leider zu gut.
antje_politox ·
Dieses Gefühl, wenn man plötzlich in die Öffentlichkeit muss und die Angst wieder hochkommt... @marcus_substi, das mit dem Beton-Keller in Wedding kann ich gut nachfühlen. Bei mir war es früher eher so ein Gefühl von "sich verstecken", wenn der Druck zu groß wurde, irgendwo, wo mich keiner sieht. Manchmal ist das schon echt krass, wie das Gehirn dann auf einmal wieder die alten Notfallprogramme abspult, oder? Ich bin jetzt seit 9 Tagen clean und hab echt Respekt vor solchen Situationen. Hoffe, das klappt bei mir auch, wenn ich mal wieder vor die Tür muss.