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Wenn die Enkel die Therapie‑Sitzung übernehmen

Ich sitz gerade mit meinem Enkel Jonas (12) und Mia (8) auf dem Sofa, während Lisa – meine Tochter – wieder einmal im Wohnzimmer rumschleicht, das Handy in der einen Hand, ein Glas halb leer in der anderen. Ich hab versucht, ihr zu sagen, dass sie das Glas jetzt lieber aus der Hand legen soll, weil die Kinder schon wieder über die Kaffeetasse stolpern, aber sie knallt nur ein „jaja, ich komm gleich“ und geht weiter. Und während ich so das leise Piepen vom Handy höre, fragt mich Mia plötzlich: „Oma, warum ist Mama immer traurig?“ Ich werd ganz flau, weil ich nicht sofort eine passende Antwort hab. Ich will ihr nicht weismachen, dass das alles meine Schuld ist, aber ich will ihr auch nicht weglaufen vor der Wahrheit. Also sag ich: „Manchmal hat Mama Sorgen, die sie nicht gut erklären kann.“ Und dann fange ich an zu weinen, weil ich das Gefühl hab, dass ich die ganze Familie in diesem Strudel mitreiße. Jonas legt seinen Arm um mich rum, drückt mich ganz fest und sagt: „Oma, du machst das schon.“ Das war das Erste, was mir heute richtig gut getan hat, obwohl ich mich gerade ganz klein fühle. Ich frage mich jetzt, ob ich vielleicht zu viel von mir verberge, weil ich nicht will, dass die Enkel das alles sehen. Oder soll ich offener über die Sucht reden, damit sie nicht nur das spüren, was sie zwischen den Zeilen fühlen? Ich habe das Gefühl, ich bin am Ende meiner Kräfte, aber ich kann die beiden nicht einfach allein lassen. Habt ihr Tipps, wie man kindgerechte Erklärungen findet, ohne die ganze Tragik zu entblößen? Für heute reicht das jedenfalls. 🙏
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