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Die erste Nacht ohne Whisky – was bleibt, wenn das Glas leer ist

Ich sitz hier im Wohnzimmer, die alte Decke knarrt leise und das Licht von der Straßenlaterne wirft splittrige Schatten über den Sessel. Vor 26 Tagen habe ich das letzte Mal das Glas gehoben, das fast ein Teil meiner Finger war. Heute, am Donnerstagabend, ist es das erste Mal seit Wochen, das ich das Geräusch von klirrendem Porzellan nicht höre, sobald ich durch die Küche gehe. Stattdessen ist da nur das leise Summen des Kühlschranks und mein eigener Atem. Doch gerade in dieser Stille fängt mein Kopf an zu fragen: Wer bin ich ohne das ständige Brennen im Hinterkopf, das mir sagte, ich bräuchte einen Schluck, um weiterzumachen? Der Whisky war mein Begleiter, mein Werkzeug, meine Ausrede – vielleicht sogar mein Schutz. Jetzt, wo das Glas leer bleibt, spüre ich plötzlich die Lücken, die ich immer mit Alkohol gefüllt habe. Die Leere ist greifbar, fast wie ein kalter Wind, der durch die Ritzen der Tür dringt. Gestern habe ich versucht, das alte Hobby wieder aufzunehmen – das Schreiben. Ich habe einen kurzen Artikel über den Berliner Kiez verfasst, den ich früher oft besucht habe, um dort zu recherchieren. Es war, als würde ich ein Stück meiner selbst wiederfinden, das ich seit Jahrzehnten verlegt hatte. Aber jedes Mal, wenn ich die Tastatur anschlage, huscht ein kurzer Gedanke vorbei: "Ein Schluck hier würde das Schreiben doch leichter machen." Und ich muss mich jedes Mal wieder zurückzerren, bevor ich in alte Muster falle. Wie geht ihr mit diesen Momenten um, wenn das Verlangen plötzlich wie ein alter Bekannter an die Tür klopft? Habt ihr einen kleinen Trick, ein Ritual, das euch daran erinnert, dass das Glas leer ist, weil ihr es bewusst so gewählt habt? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen – vielleicht finde ich ja etwas, das mir hilft, die Stille nicht mehr als Feind, sondern als Begleiter zu sehen.
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