Öffentlich lesbarer Thread
Naloxon ist nicht die eierlegende Wollmilchsau, leider?
Ich sitz hier am Mittwochmorgen und kann den Kaffee kaum runterkriegen. Draußen regnets und es passt irgendwie zu meiner Stimmung. Ich hab gestern Abend nochmal diesen Artikel gelesen, den jemand hier gepostet hat über neue Forschungen zu Opiat-Antagonisten. Hab mich erstmal gefreut, dass da was passiert. Aber dann kam wieder hoch, was letztes Jahr passiert ist.
Mein Mann… er hat ja Fentanyl genommen. Die Substitution hat er abgebrochen, kurz bevor er seinen Job verloren hat. Und dann ging alles ganz schnell. Ich hab diesen Naloxon-Nasenspray hier zu Hause gehabt, auf Anraten des Arztes, aber als ich ihn gefunden hab… es war zu spat. Ich hab versucht, ihm zu helfen, ihn wachzukriegen, aber er hat nicht mehr reagiert. Das Zeug ist da, ja, aber was nützt es, wenn derjenige, der es braucht, schon weg ist? Oder wenn die Umstände so krass werden, dass er es gar nicht mehr nimmt, weil ihm alles zu viel wird?
Ich will nicht sagen, dass Naloxon nix bringt. Das war unfair. Aber es hat mir wieder gezeigt, wie dünn die Luft ist für die, die mal in der Sucht waren. Ein kleiner Knacks im Leben, und alles bricht zusammen. Das ist bei meinem Sohn gerade wieder so ein Thema mit dem Alkohol, ich hab ja neulich geschrieben. Ich hab solche Angst, dass er nicht aufpasst. Dass er denkt, er hat alles im Griff, und dann…
Man liest immer nur von den Erfolgen, von den Leuten, die gerettet wurden. Und das freut mich ja wirklich, ehrlich. Aber es gibt eben auch die andere Seite. Und die ist brutal. Ich hab das Gefühl, das wird oft vergessen.
