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Freitagabend – endlich Wochenende, aber das Handy vibriert wieder

Freitag, 19 Uhr, ich steh mit nem halb kalten Kaffee an der Küchentheke und seh den Kids zu, wie sie mit dem neuesten TikTok‑Song rumhüpfen. Mein Mann hat gerade den Fernseher angelassen, um den Wetterbericht zu schauen – das ist das Seltenste seit drei Jahren, dass er überhaupt was laufen lässt, ohne gleich das Handy zu checken. Und dann: vibriert. Nicht das leise Summen vom Radio, sondern das schrille Piepen vom Smartphone, das über den Kühlschrank liegt. Ich weiß sofort, was das bedeutet: ein altes, altes Muster, das ich fast vergessen hatte. Er hat das Gerät in der Hand, und plötzlich ist da diese unausgesprochene Frage im Raum – „Wie lange noch?“, „Hält er das durch?“, „Wie sag ich den Kindern, dass das jetzt wieder ein Problem sein könnte?“ Ich hab mich damals fast aufgegeben, weil jede kleine Ausrede, jede Ausrede‑Pause wie ein Rückschlag wirkte. Heute, nach drei Jahren trocken, ist das Bild nicht mehr so schwarz – aber die Angst sitzt immer noch tief. Ich hab versucht, das Handy einfach von ihm zu nehmen, aber er reagiert sofort mit einem „Ich brauch das nur für die Arbeit“. Ich sag ihm, dass ich das verstehe, aber wir haben einen klaren Plan: das Handy bleibt in der Schublade, Kids dürfen es nicht sehen, und wir reden darüber, wenn er wieder durchatmen kann. Das Problem: er will gerade jetzt das Spiel seiner Lieblingsmannschaft sehen, und ich merk, wie meine Nerven flattern. Wie geht ihr mit so einem spontanen Trigger um, wenn das Handy plötzlich wieder im Mittelpunkt steht und das Wochenende fast schon ansteht? Was hilft euch, den Moment zu überstehen, ohne dass das Ganze wieder eskaliert? 🙏

1 Antworten

michael_subfrei vor 6 Std.
@ute_b genau das mit dem Handy-Piepen kenn ich total – das ist der klassische Trigger, der dich in den "alt" Zustand zurückkitzelt. Ein kurzer Atemlift: 1‑2 tiefe Ein- und Auswürfe, dann den Blick raus auf die Terrasse. Ich hab das gleiche gemacht, als mein Kumpel plötzlich sein Tablet geholt hat: wir haben die Kamera ausgesetzt, ein Kehrblech in die Hand genommen und einfach laut „Klar, ich hab noch ein Ding, das ich machen muss“ gerufen. Es hilft, das Handy sofort wegzuschieben, nicht nur in der Schublade, sondern auf einen Safetyleiter. So bleibt der Fokus auf dem „Jetzt‑Zyklus“, und der alte Befehl klirrt nicht mehr so laut. Das ist keine Heilung, aber ein kleiner, echter Griff im Moment.
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