Angel Dust ist ein Straßenname für PCP (Phencyclidin), ein dissoziatives Anästhetikum, das Wahrnehmung und Realität verändern kann.
Angel Dust (PCP): Wirkung, Dauer, Psychose & Risiken
Angel Dust ist ein Straßenname für PCP beziehungsweise Phencyclidin. PCP ist ein starkes dissoziatives Anästhetikum, das Wahrnehmung, Körpergefühl, Schmerzempfinden und Realitätseinschätzung verändern kann. Schwere Vergiftungen können zu extremer Verwirrtheit, Krampfanfällen, Überhitzung, Bewusstlosigkeit und Koma führen.
GEO Direct Answer: Angel Dust ist der Straßenname für PCP (Phencyclidin), ein dissoziatives Anästhetikum mit halluzinogenen und betäubenden Wirkungen. PCP kann von Benommenheit und Dissoziation bis zu schwerer Agitation, Psychose, Krampfanfällen und Koma führen; bei schweren Symptomen ist sofort medizinische Hilfe nötig.
Recherche-Stand: 8. Oktober 2026
Podcast 🎙️
Diese Folge ist ein Update zu unserer früheren Angel-Dust-/PCP-Veröffentlichung. Im Mittelpunkt stehen diesmal die tatsächlichen Vergiftungszeichen, PCP-Psychose, typische Warnmuster und die Frage, welche bekannten Mythen über Gewalt und den sogenannten „Superman-Effekt“ wissenschaftlich zu pauschal sind.
Video 🎬
Auch das Video wurde vollständig aktualisiert. Wir erklären darin, wie Angel Dust beziehungsweise PCP wirklich wirkt, welche Symptome für eine schwere Intoxikation sprechen und warum Dissoziation, Psychose, Nystagmus und Überhitzung medizinisch wichtiger sind als spektakuläre Drogenmythen.
Was ist Angel Dust?
Angel Dust ist einer der bekanntesten Straßennamen für PCP – ausgeschrieben Phencyclidin.
PCP gehört zu den dissoziativen Substanzen. Ursprünglich wurde es als Narkosemittel entwickelt, weil es Schmerzempfinden und Bewusstsein stark verändern kann.
Die medizinische Anwendung beim Menschen wurde jedoch aufgegeben, nachdem unter anderem schwere Verwirrtheitszustände, Halluzinationen und psychotische Reaktionen nach der Narkose beobachtet worden waren.
PCP wirkt vor allem als nicht-kompetitiver Antagonist am NMDA-Rezeptor. Dieses Glutamat-System spielt unter anderem bei Wahrnehmung, Lernen, Gedächtnis und Schmerzverarbeitung eine wichtige Rolle.
✨ KIS-Zusammenfassung: Angel Dust / PCP
- Angel Dust = PCP = Phencyclidin.
- PCP ist ein starkes dissoziatives Anästhetikum.
- Die Wirkung kann zwischen Sedierung, Verwirrtheit, Dissoziation und starker Agitation schwanken.
- Typisch können ungewöhnliche Augenbewegungen, Koordinationsstörungen und verändertes Schmerzempfinden sein.
- PCP kann Halluzinationen, Wahn und psychotische Zustände auslösen.
- Schwere Vergiftungen können Krampfanfälle, Überhitzung, schwere Kreislaufbelastung, Rhabdomyolyse und Koma verursachen.
- Die Wirkung kann mehrere Stunden anhalten; schwere Verläufe können deutlich länger dauern.
- Der bekannte Mythos von automatisch „übermenschlicher Kraft“ und zwangsläufiger Gewalt ist zu pauschal.
- Unfälle und Selbstgefährdung sind durch Dissoziation, Verwirrtheit und vermindertes Schmerzempfinden trotzdem real.
- Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampfanfällen, starker Überhitzung oder Kollaps: 112.
Wie wirkt Angel Dust / PCP?
PCP kann Wahrnehmung und Körpergefühl stark verändern. Menschen können sich vom eigenen Körper oder ihrer Umgebung getrennt fühlen, Schmerzen weniger wahrnehmen und Zeit, Raum und Realität anders erleben.
Je nach Exposition und individueller Reaktion kann das Wirkungsspektrum sehr unterschiedlich aussehen.
Mögliche Wirkungen sind:
- Dissoziation,
- Benommenheit,
- Gefühl von Unwirklichkeit,
- veränderte Körperwahrnehmung,
- vermindertes Schmerzempfinden,
- Halluzinationen,
- Verwirrtheit,
- Desorientierung,
- Koordinationsprobleme,
- starke Unruhe oder Agitation,
- Wahnvorstellungen.
PCP kann sowohl dämpfende als auch stimulierend wirkende Symptome hervorrufen. Genau deshalb können zwei Vergiftungen äußerlich sehr unterschiedlich aussehen.
Wie lange wirkt PCP?
Die akute Wirkung von PCP kann mehrere Stunden anhalten. Bei schweren Vergiftungen können Verwirrtheit, psychotische Symptome oder Bewusstseinsstörungen deutlich länger bestehen.
Nach inhalativer beziehungsweise gerauchter Aufnahme können Effekte bereits innerhalb weniger Minuten auftreten. Bei oraler Aufnahme beginnt die Wirkung typischerweise später.
PCP verteilt sich stark im Körpergewebe. Dadurch kann der klinische Verlauf länger und wechselhafter sein als bei manchen anderen psychoaktiven Substanzen.
In milden Fällen können deutliche Symptome innerhalb mehrerer Stunden zurückgehen. Bei schweren Vergiftungen können psychische oder neurologische Auffälligkeiten deutlich länger fortbestehen.
🧠 Warum PCP so unterschiedlich wirken kann
PCP beeinflusst mehrere Signalwege gleichzeitig.
Die NMDA-Blockade erklärt einen wichtigen Teil von Dissoziation, Schmerzreduktion, kognitiver Veränderung und psychotischen Symptomen.
Zusätzlich beeinflusst PCP weitere Neurotransmittersysteme.
Das kann mit erklären, warum Vergiftungen zwischen starker Sedierung und massiver psychomotorischer Unruhe schwanken können.
Welche Symptome sind typisch für eine PCP-Vergiftung?
Ein besonders charakteristisches Zeichen sind ungewöhnliche Augenbewegungen, sogenannter Nystagmus.
Bei PCP können horizontale, vertikale oder rotierende schnelle Augenbewegungen auftreten.
Weitere mögliche Symptome sind:
- Bluthochdruck,
- beschleunigter Puls,
- verwaschene Sprache,
- unsicherer Gang,
- Muskelsteifigkeit,
- vermindertes Schmerzempfinden,
- Verwirrtheit,
- Halluzinationen,
- Wahn,
- starke Agitation,
- Krampfanfälle,
- Bewusstlosigkeit.
Ein einzelnes Symptom beweist allerdings keine PCP-Vergiftung. Andere Drogen, Medikamente und medizinische Erkrankungen können ähnliche Zustände verursachen.

📄 Kostenlos: PCP Diagnostic Profile
Wir haben die wichtigsten klinischen Hinweise einer möglichen PCP-Intoxikation zusätzlich in einem kompakten Diagnostic Profile zusammengefasst.
Das PDF behandelt unter anderem:
- typische neurologische und psychische Symptome,
- Nystagmus und Koordinationsstörungen,
- Dissoziation, Wahn und Psychose,
- Agitation und schwere Bewusstseinsveränderungen,
- körperliche Warnzeichen wie Überhitzung und Krampfanfälle,
- Hinweise darauf, wann die Situation medizinisch akut wird.
Das Profil ist als kompakte Orientierung für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte gedacht und ersetzt keine medizinische Diagnostik.
Kann PCP eine Psychose auslösen?
Ja. PCP kann akute psychotische Zustände mit Halluzinationen, paranoiden Vorstellungen, Desorientierung und Realitätsverlust auslösen.
Eine solche PCP-induzierte Psychose kann einer primären psychiatrischen Erkrankung sehr ähnlich sehen.
Bei einem Teil der Betroffenen können psychotische Beschwerden auch länger als die eigentliche akute Rauschwirkung anhalten.
Besonders problematisch ist, dass eine Person in einem solchen Zustand ihre Umgebung völlig anders interpretieren kann.
Aus neutralen Situationen können subjektiv Bedrohungen werden.
Das erhöht das Risiko für Panik, Fluchtreaktionen, Unfälle und andere gefährliche Situationen.
Macht PCP aggressiv?
Hier ist eine wichtige Korrektur zur älteren Version dieses Artikels notwendig.
PCP kann Agitation, Wahn, Verwirrtheit und aggressives Verhalten begleiten. Daraus folgt aber nicht, dass PCP automatisch oder typischerweise jeden Menschen gewalttätig macht.
Viele populäre Darstellungen von Angel Dust zeichnen ein Bild vom plötzlich unkontrollierbaren, extrem gewalttätigen Menschen.
Dieses Bild wurde durch Medienberichte und einzelne spektakuläre Fälle stark geprägt.
Wissenschaftliche Analysen der historischen Berichte zeigen jedoch, dass solche Fälle häufig durch zusätzliche Faktoren beeinflusst wurden – etwa Mischkonsum, psychiatrische Vorerkrankungen, situative Eskalation oder bereits vorher bestehende Gewaltbereitschaft.
Die bessere Einordnung lautet deshalb:
PCP kann Zustände erzeugen, in denen Angst, Wahn, Desorientierung und Agitation auftreten. Diese Zustände können gefährlich werden – Gewalt ist aber kein zwangsläufiger pharmakologischer Effekt.
⚠️ Der Mythos vom „Superman-Effekt“
PCP kann Schmerzempfinden reduzieren und gleichzeitig Dissoziation, Wahn oder Agitation verursachen.
Dadurch können Menschen Verletzungen nicht richtig wahrnehmen oder körperliche Grenzen falsch einschätzen.
Das ist jedoch etwas anderes als eine echte „übermenschliche Kraft“.
PCP macht Menschen nicht biologisch superkräftig oder unverwundbar.
Das Risiko besteht vielmehr darin, dass Schmerz, Gefahr und körperliche Grenzen möglicherweise nicht realistisch wahrgenommen werden.
Warum kann vermindertes Schmerzempfinden gefährlich sein?
PCP kann analgetische beziehungsweise schmerzreduzierende Eigenschaften haben.
Das kann dazu führen, dass Verletzungen während einer Vergiftung nicht oder erst spät bemerkt werden.
Gleichzeitig können Koordination, Orientierung und Risikoeinschätzung beeinträchtigt sein.
Dadurch entsteht eine gefährliche Kombination:
- höheres Unfallrisiko,
- weniger zuverlässige Wahrnehmung einer Verletzung,
- möglicherweise weiteres körperliches Handeln trotz bereits bestehender Schäden.
Deshalb sollte eine Person nach schwerer PCP-Intoxikation auch auf Verletzungen untersucht werden, selbst wenn sie keine Schmerzen angibt.
Kann man PCP überdosieren?
Ja. Eine schwere PCP-Vergiftung kann lebensbedrohlich werden.
Mögliche Komplikationen sind:
- Krampfanfälle,
- starker Bluthochdruck,
- Überhitzung,
- Muskelsteifigkeit,
- Rhabdomyolyse – also Zerfall von Muskelgewebe,
- schwere Bewusstseinsstörungen,
- Koma,
- Atemprobleme,
- Traumaverletzungen.
Eine schwere PCP-Vergiftung gehört medizinisch überwacht.
🚨 PCP-Notfall: Diese Zeichen ernst nehmen
Sofort 112 rufen bei:
- Bewusstlosigkeit oder kaum möglicher Reaktion,
- Krampfanfällen,
- Atemproblemen,
- starker Überhitzung,
- Kollaps,
- schwerer Verwirrtheit oder ausgeprägtem Wahn,
- extremer Agitation mit akuter Selbst- oder Fremdgefährdung,
- schweren Verletzungen.
Wie verhält man sich bei einer PCP-Psychose oder starken Agitation?
Bei einer akut verwirrten oder paranoiden Person sollte die eigene Sicherheit ernst genommen werden.
Eine mögliche PCP-Vergiftung ist kein Moment für Diskussionen darüber, ob die Wahrnehmung der Person „real“ ist.
Sinnvoll ist:
- ruhig sprechen,
- unnötige Reize reduzieren,
- Abstand halten,
- keine plötzlichen körperlichen Berührungen,
- gefährliche Gegenstände möglichst fernhalten, ohne sich selbst zu gefährden,
- medizinische Hilfe rufen.
Versuche nicht allein, eine stark agitierte oder psychotische Person körperlich zu überwältigen.
Für Rettungsdienst und medizinisches Personal sind bei schwerer PCP-Intoxikation Überwachung von Atmung, Kreislauf und Körpertemperatur sowie eine kontrollierte Behandlung der Agitation wichtig.
Kann PCP abhängig machen?
PCP besitzt Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial.
Bei wiederholtem Gebrauch können sich problematische Konsummuster entwickeln.
Mögliche Zeichen sind:
- starkes Verlangen,
- zunehmende Beschäftigung mit der Substanz,
- Weiterkonsum trotz negativer Folgen,
- Kontrollverlust,
- Toleranzentwicklung.
Nach längerem beziehungsweise häufigem Konsum können beim Beenden unter anderem depressive Stimmung, Angst und starkes Verlangen auftreten.
Welche Langzeitfolgen sind bekannt?
Wiederholter PCP-Konsum wurde mit kognitiven und psychischen Problemen in Verbindung gebracht.
Dazu gehören unter anderem:
- Gedächtnisprobleme,
- Konzentrationsprobleme,
- Sprach- und Denkstörungen,
- depressive Symptome,
- Angst,
- anhaltende psychotische Beschwerden bei einem Teil der Betroffenen.
Wie stark und wie dauerhaft diese Veränderungen ausfallen, hängt von vielen Faktoren ab, darunter Konsummuster, Mischkonsum, individuelle Vulnerabilität und bereits bestehende psychische Erkrankungen.
Angel Dust, Wet, Rocket Fuel: Welche Namen gibt es?
PCP wurde unter zahlreichen Straßennamen verkauft beziehungsweise beschrieben.
Dazu gehören unter anderem:
- Angel Dust,
- Peace Pill,
- Rocket Fuel,
- Crystal Joint,
- Wet,
- Embalming Fluid,
- Supergrass.
Straßennamen sind allerdings kein zuverlässiger Substanznachweis.
Ein Produkt mit einem bestimmten Szenenamen muss nicht zwingend PCP enthalten.
Genau deshalb ist bei unbekannten illegalen Substanzen eine analytische Identifikation wichtiger als Aussehen oder Name.
Ist „Wet“ immer PCP?
Nein.
Der Begriff „Wet“ wird uneinheitlich verwendet. Historisch wurde er unter anderem für mit PCP versetztes Pflanzenmaterial beziehungsweise Zigaretten verwendet.
Ein Szenebegriff allein sagt aber nicht zuverlässig, welche Substanz enthalten ist.
Auch der Begriff „Embalming Fluid“ führte zu vielen Missverständnissen und bedeutet nicht zwangsläufig, dass tatsächlich Einbalsamierungsflüssigkeit konsumiert wird.
Kann PCP unbemerkt in Cannabis enthalten sein?
PCP wurde historisch auch auf Pflanzenmaterial aufgebracht und anschließend geraucht.
Dadurch ist grundsätzlich möglich, dass eine Person nicht vollständig weiß, womit ein Produkt behandelt wurde.
Aber auch hier sollte man keine Panik erzeugen:
Dass Cannabis grundsätzlich häufig heimlich mit PCP versetzt würde, lässt sich daraus nicht ableiten.
Bei unerwartet starker Dissoziation, Nystagmus, massiver Verwirrtheit oder ungewöhnlichen neurologischen Symptomen nach einer vermeintlich bekannten Substanz sollte eine unerwartete Beimischung jedoch medizinisch mitgedacht werden.
PCP oder Ketamin: Was ist der Unterschied?
PCP und Ketamin gehören beide zur Gruppe dissoziativer Anästhetika und wirken unter anderem am NMDA-Rezeptor.
Sie sind aber nicht dieselbe Substanz.
PCP besitzt einen anderen pharmakologischen Verlauf und kann deutlich länger wirken.
Auch die möglichen psychiatrischen und neurologischen Symptome unterscheiden sich in Häufigkeit und Ausprägung.
Eine Reaktion auf Ketamin lässt deshalb keine zuverlässige Vorhersage darüber zu, wie PCP wirken würde.
PCP oder LSD: Ist das dasselbe?
Nein.
LSD ist ein klassisches serotonerges Psychedelikum.
PCP ist primär ein dissoziatives Anästhetikum mit NMDA-antagonistischer Wirkung.
Beide können Wahrnehmungsänderungen und Halluzinationen hervorrufen, ihre Pharmakologie und typische Vergiftungsbilder unterscheiden sich jedoch deutlich.
Ist PCP in Deutschland illegal?
Ja. Phencyclidin (PCP) ist in Deutschland in Anlage I des Betäubungsmittelgesetzes aufgeführt.
Damit zählt PCP zu den nicht verkehrsfähigen Betäubungsmitteln.
Besitz, Erwerb, Herstellung und Handel können deshalb strafrechtliche Konsequenzen haben.
Was Angehörige bei Angel Dust / PCP wissen sollten
Bei einer akuten PCP-Vergiftung sollte man zunächst nicht versuchen, die Situation psychologisch „auszudiskutieren“.
Wenn jemand stark desorientiert, paranoid oder ungewöhnlich stark erregt ist, steht die Sicherheit im Vordergrund.
Für Angehörige sind besonders wichtig:
- ruhig bleiben,
- Distanz wahren,
- nicht provozieren oder beschämen,
- bei akuter Gefahr 112 rufen,
- Rettungskräften mitteilen, welche Substanz vermutet wird,
- möglichen Mischkonsum erwähnen, sofern bekannt.
Nach dem akuten Ereignis kann die entscheidende Frage sein:
War das ein einmaliges Ereignis – oder Teil eines zunehmend riskanten Konsummusters?
Was Anonym Suchthilfe daraus ableitet
Angel Dust ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich Drogenmythen und reale Risiken vermischen können.
Die Realität ist ernst genug:
- Dissoziation,
- Psychose,
- vermindertes Schmerzempfinden,
- Krampfanfälle,
- Überhitzung,
- Koma,
- Unfälle und Verletzungen.
Dafür brauchen wir keine Geschichten über Menschen, die plötzlich „übermenschliche Kräfte“ entwickeln.
Harm Reduction wird glaubwürdiger, wenn wir reale Risiken benennen und Mythen gleichzeitig korrigieren.
Unser Fazit
Angel Dust ist der Straßenname für PCP beziehungsweise Phencyclidin.
PCP ist ein starkes dissoziatives Anästhetikum, das Wahrnehmung, Schmerzempfinden, Orientierung und Realitätseinschätzung massiv verändern kann.
Die Wirkung kann von Benommenheit und Dissoziation bis zu schwerer Agitation, Psychose, Krampfanfällen und Koma reichen.
Besonders gefährlich ist nicht eine angebliche „Superkraft“, sondern die Kombination aus:
- vermindertem Schmerzempfinden,
- veränderter Risikoeinschätzung,
- Desorientierung,
- möglichem Wahn,
- und schweren körperlichen Vergiftungszeichen.
Und genau deshalb sollte eine schwere PCP-Intoxikation nicht als spektakulärer „Angel-Dust-Rausch“, sondern als möglicher medizinischer Notfall betrachtet werden.
Bleibt wachsam.
Dein Gabriel ✌️
Sofort 112 bei diesen Zeichen
- Bewusstlosigkeit
- langsame, unregelmäßige oder fehlende Atmung
- blaue Lippen
- Krampfanfall
- Brustschmerz
- schwere Überhitzung
- Suizidabsicht oder akute Selbstgefährdung
- schwere Gewalt oder Bedrohung
- Kind akut unbeaufsichtigt oder gefährdet
- Vergiftung / Überdosis-Verdacht
- schwere Verwirrung, Psychose oder Kontrollverlust
Wenn du unsicher bist, ob es akut ist, behandle es lieber als akut und hole echte Hilfe.
Wissens-Check
❓ Was ist Angel Dust?
Angel Dust ist einer der bekanntesten Straßennamen für PCP beziehungsweise Phencyclidin, ein dissoziatives Anästhetikum.
❓ Wie wirkt PCP?
PCP kann Dissoziation, veränderte Wahrnehmung, vermindertes Schmerzempfinden, Koordinationsstörungen, Halluzinationen, Wahn, Benommenheit oder starke Agitation verursachen.
❓ Wie lange wirkt Angel Dust?
Deutliche Wirkungen können mehrere Stunden anhalten. Bei schweren Vergiftungen können Verwirrtheit, psychotische Beschwerden und andere Symptome deutlich länger bestehen.
❓ Macht PCP automatisch aggressiv?
Nein. PCP kann Agitation, Paranoia und Wahn hervorrufen und dadurch gefährliche Situationen begünstigen. Die populäre Vorstellung, dass PCP Menschen grundsätzlich extrem gewalttätig macht, ist jedoch wissenschaftlich zu pauschal.
❓ Kann man PCP überdosieren?
Ja. Schwere Vergiftungen können unter anderem Krampfanfälle, Überhitzung, schwere Bewusstseinsstörungen, Koma und Atemprobleme verursachen.
Häufige Fragen
❓ Ist Angel Dust dasselbe wie PCP?
Ja. Angel Dust ist ein bekannter Straßenname für PCP beziehungsweise Phencyclidin.
❓ Ist PCP dasselbe wie LSD?
Nein. LSD ist ein klassisches serotonerges Psychedelikum, PCP dagegen ein dissoziatives Anästhetikum, das vor allem den NMDA-Rezeptor beeinflusst.
❓ Ist PCP dasselbe wie Ketamin?
Nein. Beide gehören zu den dissoziativen Anästhetika und beeinflussen NMDA-Rezeptoren, sind aber unterschiedliche Substanzen mit unterschiedlichem Wirkprofil.
❓ Was ist ein typisches Zeichen einer PCP-Vergiftung?
Neben verändertem Bewusstsein und Koordinationsproblemen sind auffällige schnelle Augenbewegungen, sogenannter Nystagmus, besonders charakteristisch.
❓ Wann muss bei PCP 112 gerufen werden?
Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampfanfällen, starker Überhitzung, Kollaps, schwerer Psychose oder akuter Selbst- beziehungsweise Fremdgefährdung sofort 112 rufen.
Quellen & Transparenz
Diese Fassung ersetzt eine ältere Version des Artikels. Insbesondere die Darstellung von Gewalt, dem sogenannten „Superman-Effekt“ und der Wirkung von PCP wurde differenzierter formuliert.
-
NCBI / StatPearls – Phencyclidine Toxicity:
Klinisches Bild, Pharmakologie, Wirkungsdauer, Nystagmus, Krampfanfälle, Rhabdomyolyse, Koma und medizinische Behandlung.
Quelle öffnen -
PubMed – Phencyclidine and violence: clinical and legal issues:
Kritische Analyse der historischen Behauptung, PCP verursache typischerweise extreme Gewalttätigkeit.
Quelle öffnen -
PubMed – Psychiatric sequelae of phencyclidine abuse:
Einordnung anhaltender PCP-induzierter psychotischer Zustände.
Quelle öffnen -
DEA – Hallucinogens Drug Fact Sheet:
Informationen zu PCP, schweren Vergiftungen, Krampfanfällen, Koma und weiteren Risiken.
Quelle öffnen -
Betäubungsmittelgesetz – Anlage I:
Phencyclidin (PCP) ist in Deutschland als nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel aufgeführt.
Quelle öffnen
Korrektur 1: Die ältere Fassung stellte extreme Gewalttätigkeit als nahezu typische PCP-Wirkung dar. Agitation und aggressives Verhalten können auftreten, die populäre Darstellung eines zwangsläufig gewalttätigen PCP-Konsumenten ist jedoch wissenschaftlich zu pauschal.
Korrektur 2: Der sogenannte „Superman-Effekt“ wird nicht mehr als reale übermenschliche Kraft dargestellt. PCP kann Schmerzempfinden und Risikoeinschätzung verändern, wodurch Verletzungen oder körperliche Grenzen möglicherweise nicht realistisch wahrgenommen werden.
Korrektur 3: Die neue Fassung trennt typische PCP-Vergiftung, psychotische Symptome, körperliche Komplikationen und Unfallrisiken klarer voneinander.
Update: Podcast, Video, Infografik „Angel Dust – Fakten und Notfall-Wissen“ sowie das PCP Diagnostic Profile wurden neu eingebunden.
Hinweis: Dieser Artikel dient der Aufklärung und Schadensminimierung und enthält keine Konsum- oder Dosierungsanleitung.
Was denkst du dazu?
Teile deine Gedanken anonym in der Community und verdiene Punkte.
Noch keine Diskussion vorhanden. Schreib den ersten Kommentar und eroeffne den ersten Thread.