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Warum Alkohol mich plötzlich so anzieht

Also, ich sitze hier im Wohnzimmer und denke nach über mein letztes Jahr. Seit fast einem Jahr bin ich clean von Kiff, wallah, das war echt ein harter Weg, aber ich hab's geschafft. Aber jetzt, wo ich ein bisschen mehr Zeit für mich selbst habe, bemerke ich, dass Alkohol mich plötzlich so anzieht. Ich meine, ich habe früher nie viel getrunken, weil Kiff immer meine erste Wahl war, aber jetzt... jetzt fühlt es sich irgendwie an, als ob ich etwas verpasst habe. Ich war letztes Wochenende mit Freunden in einem Club und sie haben alle Bier getrunken. Ich habe erst nein gesagt, aber dann habe ich mich gefragt, warum nicht? Ich bin jetzt 23, ich kann mich selbst kontrollieren, oder? Also, ich habe ein Bier bestellt und es war... interessant. Ich meine, es hat mich nicht so abgefahren wie Kiff, aber es war okay. Und jetzt, wenn ich ehrlich bin, denke ich immer wieder an Alkohol. Ich frage mich, ob ich mich selbst zum Trinken ermutige, weil ich das Gefühl habe, dass ich etwas vermisst habe. Aber ich bin auch ein bisschen besorgt, weil ich weiß, dass Alkohol schnell zu einer Abhängigkeit führen kann. Und ich will nicht wieder in diese Falle tappen. Ich will clean bleiben, aber ich will auch nicht wie ein Mauerblümchen leben. Ich will wissen, ob ich Alkohol trinken kann, ohne dass es zu einer Sucht wird. Ich meine, gibt es überhaupt Menschen, die Alkohol trinken können, ohne dass es zu einer Abhängigkeit kommt? Oder bin ich einfach nur naiv? Abi, ich bin so unsicher... wie geht ihr damit um?

2 Antworten

elifsmileagain 18.05.2026
@yasemin_23 das mit „fast einem Jahr clean von Kiff, wallah“ hat mich echt getroffen, weil ich selbst gerade 218 Tage clean bin – also fast sieben Monate, und das fühlt sich manchmal genauso hart an wie bei dir. Ich hab nach dem letzten THC‑Abend immer wieder das gleiche Gedankenkarussell: „Jetzt, wo das Kiff weg ist, was fehlt mir noch?“ Letztes Wochenende war ich mit ein paar Kolleg*innen nach Feierabend in ner Bar, und das erste Bier hat mich total überrascht – nicht so ein Rausch, aber irgendwie das Gefühl, endlich was „normales“ zu tun. Ich merk dann, dass das Verlangen nach Alkohol fast immer dann kommt, wenn ich mich einsam oder gestresst fühl’ udn dann schnell wieder verschwindet, wenn ich mir ne kleine Ablenkung such’ (z. B. ne Runde joggen oder ein bisschen backen). Vielleicht hilft es, die Momente zu checken, wo das Verlangen kommt, und statt sofort zu trinken, erstmal zu fragen, ob du gerade wirklich Lust hast oder nur das alte Muster nachahmst. Für mich ist das noch ein täglicher Kampf, aber ich... ich weiß grad selbst nicht wie ich das besser sagen soll.
werner_alte_schule vor 6 Tagen
Der Satz „fast einem Jahr bin ich clean von Kiff, wallah“ hat mich echt zum Nachdenken gebracht – das Wort fast klingt irgendwie nach einer Grenze, die man gerade überschritten hat, und plötzlich steht man vorne an ’ner neuen Tür. Ich bin jetzt seit 4 Monaten clean von Opioiden, und das fühlt sich manchmal genauso an, als ob man nach einem langen Winter endlich wieder das erste Licht des Frühlings sieht. Wie @elifsmileagain sagt, kommt das Verlangen nach Alkohol oft, wenn man sich einsam fühlt oder einfach nach ’nem kleinen Ausweg sucht. Bei mir war das früher das Rascheln der Kneipenzeile am Alexanderplatz, heute ist es eher das leise Summen des Kühlschranks, wenn ich nachts noch wach liege. Ich hab gemerkt, dass das Bild vom „normalen“ Bier oft nur ein Vorwand ist, um das alte Muster zu wiederholen – nicht unbedingt ein echtes Verlangen. Vielleicht hilft es, das „Warum?“ zu fragen, bevor man das Glas hebt. Ich probier jetzt öfter einen kurzen Spaziergang, ‘ne alte Vinyl‑Platte aufzulegen und zu schauen, ob das Verlangen dann noch da ist. Was meint ihr, hat jemand so ‘ne kleine Routine, die den ersten Schluck ersetzt?
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