Öffentlich lesbarer Thread
Dieses ganze "Achtsamkeitszeug"... hilft das wirklich nur, wenn man grad nix Besseres zu
Naja, ich sitz hier grad und versuch mein Kaffee runterzukriegen, aber irgendwie ist das heute Morgen so ein Kampf. Seitdem ich vor ein paar Monaten beschlossen hab, dass mein Leben mehr sein soll als nur der naechste Schuss oder die naechste Pille, versuch ich halt dieses ganze "Bewusst-Sein"-Zeug. Hab ja auch von Neuroplastizität gelesen hier, das klang ja erstmal mega motivierend. Aber ganz ehrlich, manchmal frag ich mich, ob das alles nur was fuer Leute ist, die eh schon aufgeraeumt im Kopf sind.
Wenn ich grad wieder diese gelben Briefe vom Amt hier liegen hab und die Miete mal wieder mehr als knapp ist, dann ist es echt schwer, einfach nur "im Hier und Jetzt" zu sein und meine Atmung zu beobachten, weisst? Oder wenn ich an die Zeit denk, wo ich mir fast jeden Tag die Birne weggeknallt hab, dann fühl ich mich manchmal echt wie ein Wrack. Dieses ganze "akzeptieren, was ist" und "nicht urteilen" – das klingt ja alles schoen und gut, aber wenn "was ist" halt gerade ziemlich Scheisse ist, fällt mir das echt verdammt schwer.
Ich hab letztens von so einem Retreat gelesen, wo die Leute stundenlang meditieren. Krass. Ich schaff ja schon kaum, meine Bude sauber zu halten, und jetzt soll ich meinen Kopf leer kriegen? Ich mein, ich bin jetzt seid 10 Monaten clean, und das ist schon ein riesen Ding fuer mich, echt. Aber manchmal, grad an so Samstagen, wenn draußen alle feiern und ich hier sitz, denk ich mir schon: Bin ich wirklich auf dem richtigen Weg, wenn ich ständig gegen diesen inneren Schweinehund ankämpfe, der mir das alte Zeug anbietet? Oder muss ich irgendwie lernen, das alte Zeug anzunehmen, ohne es zu nehmen? Versteht ihr, was ich meine? Ich hab echt keine Ahnung.
