Öffentlich lesbarer Thread
Wann hört das "falsche Leben" auf, falsches Leben zu sein...
Hey Leute,
ich muss das mal wieder loswerden. Bin jetzt seit 1 Jahr und 2 Monate clean, und das ist echt ne krasse Zeit, wallah. Aber dieses Gefühl, dass ich irgendwie immer noch ein Doppelleben fuehre, das wird irgendwie nicht besser. Ich sag meiner Mama immer noch nicht, dass ich mit dem Kiffen aufgehoert hab, weil sie sonst wieder so besorgt ist und von "meinem Weg" redet. Sie denkt immer noch, ich bin die "Brave", die ihr alles erzaehlt. Aber das ist halt nicht die ganze Wahrheit.
Neulich war ich mit ein paar Leuten unterwegs, die auch nicht mehr so viel nehmen, und dann kam das Thema auf, und ich hab gemerkt, dass ich immer noch so eine Art Filter drueberlege. Ich erzähl nicht alles, weil ich Angst hab, dass die Leute dann denken, ich fall zurueck oder dass ich eh nie richtig weg war. Ist das normal? Muss man wirklich ALLES erzählen, damit man nicht mehr das Gefühl hat, sich zu verstellen?
Ich studier Sozialarbeit, da reden wir auch viel über Authentizitaet und so, und ich merk halt, wie ich da total auf Distanz gehe, wenn es um meine eigene Vergangenheit geht. Ich will doch einfach nur ich sein, aber manchmal weiss ich nicht mal mehr genau, wer das eigentlich ist. Ist das die Suche nach Identitaet, die viele hier kennen, wenn man lange was genommen hat? Oder ist es nur mein türkischer Background, wo die Erwartungen der Familie krass sind und man bloss nicht negativ auffallen darf?
Manchmal denke ich, ich sollte einfach mal alles rauslassen, auch meiner Mama gegenueber. Aber was, wenn sie dann enttaeuscht ist? Oder wenn es mich wieder so fertig macht, dass ich Lust krieg, wieder zum Joint zu greifen? Bin echt ueberfordert damit grad. Hat jemand von euch aehnliche Erfahrungen gemacht, dass das "Falsche" einfach nicht verschwinden will, auch wenn man clean ist?
LG, yasemin_23
