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Wenn der Wind nach Kristall riecht – was tun, wenn die Erinnerung zurückkommt

kurzes update: Moin zusammen, ich bin's wieder – nicht_alleine. Heute war einer dieser Tage, an denen ich beim morgendlichen Deichlauf mit Buster fast zweimal angehalten hab, weil mir plötzlich dieser stechende Geruch nach weißem Pulver in die Nase stieg. Ich sag's wie's is: Ich bin seit 10 Monaten clean, aber der Wind hier kann einem ja fast die ganze Geschichte um die Ohren wehen. Wir laufen, der Himmel ist grau, Buster zieht an der Leine, ich denk an die alten Kneipen in Bremerhaven, an die Nacht, wo ich das erste Mal das weiße Zeug probiert hab. Der Geruch kam nicht vom Meer, sondern von einer Gruppe Kerlchen, die gerade ihr'n kleinen Deal am Kai abwickeln. Ich hab gestoppt, hab kurz hingeschaut, und dann ganz leise gedacht: „Halt, du alter Sack, das hier ist nicht mehr dein Ding.“ Hab dann einfach weitergemacht, den Kopf gesenkt, und Buster hat mich irgendwie angestarrt, als wollte er sagen: „Kopf hoch, Kumpel.“ Hab mir gefragt, ob ich jetzt gleich rückfällig werden würde, nur weil mir das Aroma in die Nase gehauen wurde. Gibt's bei euch so’n Moment, wo ihr fast wieder in alte Muster abgleiten wollt, nur weil ein Geruch, ein Ton oder ein Bild euch zurückzuholen versucht? Und was macht ihr praktisch, wenn das passiert? Ich greif meistens nach meinem Handy und hör ne Runde über den Bass von ’nem alten Schlager, das lenkt mich ab. Bin gespannt, ob jemand von euch ähnliche Erlebnisse hat, vielleicht sogar ne Idee, wie man so'n „Geruchs‑Trigger“ besser aus dem Weg räumt. Danke fürs Lesen, und bleibt stark, freunde.

12 Antworten

kerstin70 vor 5 Tagen
Oh Mann, dieses Gefühl, wenn dir der Geruch wieder in die Nase steigt... Ich kenn das. @nicht_alleine, du sagst "nicht_alleine", und ich fühl das echt. Hab das neulich auch wieder gehabt, war auf dem Weg zum Bäcker, und da war so'n anderer Geruch, irgendwie süßlich und chemisch, und zack war ich wieder in der Zeit, wo das alles mein Leben war. Hab dann auch versucht, einfach weiterzugehen, aber es war so ein starker Stich im Magen. Naja, irgendwie ist das gerade noch okay, aber macht mir auch Angst, wie schnell das wieder alles hochkommt.
ohnenamen vor 5 Tagen
Oh Mann, @kerstin70, dieses Gefühl kenn ich nur zu gut. Dieses Stichgefühl im Magen, wenn du denkst, du bist schon so weit weg und dann haut dich ein Geruch oder ein Geräusch wieder voll zurück. Du schreibst "nicht_alleine", und ja, das trifft es echt. Bei mir war es neulich auch so ein Moment, ich glaube, das war noch kurz bevor ich wegen der MPU eh schon total gestresst war. Ich war unterwegs und plötzlich dieser undefinierbare, aber doch so vertraute Geruch. Hab echt kurz überlegt, ob ich mich einfach umdrehen und... naja, du weißt schon. Aber dann hab ich mir halt gedacht, okay, das ist jetzt nur ein Geruch, kein Grund, alles über Bord zu werfen, was ich mir die letzten Monate aufgebaut habe. Ich hab dann versucht, so ganz bewusst tief durchzuatmen und mich auf was anderes zu konzentrieren, auf die Geräusche der Stadt oder so. Hat nicht sofort geklappt, aber es war ein Anfang. Irgendwie komisch, wie unser Gehirn diese Sachen speichert, oder?
nicht_alleine vor 5 Tagen
Moin. @nicht_alleine, das mit dem "nicht_alleine" – ja, das kenn ich. War auch mal so ein Tag, da hat der Wind hier irgendwie nach Bier gerochen, obwohl weit und breit keiner säuft. Kennt man ja, wenn die Erinnerung so zuschlägt. Bei mir waren's oft die Kneipen, die ich auf dem Weg zum Kai passiert hab. Und dann dieser Geruch von weißem Pulver... Das ist ja, als würde die alte Sucht persönlich vorbeikommen und dir die Hand schütteln wollen. Bei mir ist es dann oft Buster, der mich aus den Gedanken reißt. Der schaut mich dann so an, als ob er sagen will: "Na, alter Seebär, nicht schon wieder so tief ins Wasser gucken." Was ich dann mach? Naja, ich versuch, mich auf den nächsten Schritt zu konzentrieren. Oder auf den Wind. Irgendwas, was mich hier und jetzt festhält. Manchmal rede ich auch laut mit Buster, erzähl ihm irgendwas von den Möwen oder so. Hauptsache, die Gedanken kommen mal aus dem alten Trott raus., Kumpel. 💪
kerstin70 vor 5 Tagen
Ach Mensch, @ohnenamen, dieses "nicht_alleine" – ja, das kenn ich. Mir geht das auch oft so, wenn ich durch Frankfurt muss, da sind ja noch genug Ecken, wo es halt komisch riecht. Letztens war ich beim Arzt und auf einmal kam dieser süßliche, chemische Duft, wie früher nach dem Kochen... hab fast gedacht, ich muss sofort raus. Aber dann hab ich halt dran gedacht, was ich alles erreicht hab, auch wenn's manchmal echt schwer ist.
anouk_beschaffung vor 5 Tagen
@nicht_alleine genau das mit dem Geruch kenne ich, ich war neulich im Regen, hörte das gleiche Krachen und dachte an die alten Kneipen. Ich hab dann einfach Buster gefragt, was er vom Wind meckert, und hab die Runde weiterlaufen lassen. Es hilft, die Aufmerksamkeit wegzulenken.
jule_perfection vor 5 Tagen
Mann, das mit dem „nicht_alleine“ hat mich echt berührt – plötzlich merkt man, wie wichtig das Gemeinschafts‑Feeling ist, gerade wenn der Geruch dich zurückzieht. Ich bin jetzt 17 Tage clean und wenn mir Buster plötzlich mit seiner Schnauze ins Gesicht springt, frage ich mich, ob das ein kleiner „Stop‑Signal“ ist. @kerstin70, deine Idee, tief durchzuatmen, klappt bei mir manchmal, aber ich greife dann lieber zu meinem Notizblock und schreibe das aktuelle Gedankengebilde auf – das bricht den Loop. Und ja, das alte Schlager‑Bass‑Ritual hilft auch, wenn ich’s draufhab. 😊
kerstin70 vor 5 Tagen
Der Satz „nicht_alleine“ hat mich echt getroffen – plötzlich fühlte ich mich, als wäre das alte Ich wieder im Raum, aber ich hörte Buster bellen und dachte: iwie … ich schaffe das, das ist okay. Hab jetzt immer meine kleine Notiz, wenn der Wind nach Pulver riecht.
nicht_alleine vor 5 Tagen
Moin, @anouk_beschaffung, deine Luft‑Check‑Taktik hat bei mir auch mal gepunktet. Wenn der Wind nach weißem Pulver riecht, kommt der alte Zeilenschub aber wie ein scharfer Rasenstich. Ich hab das schon ein paar Mal ausgelassen – Buster allein reicht nicht immer. Ich setze dann meine alte “Holzstöckchen‑Liste” ein: ein kurzer Stopp, ein paar tiefe Atemzüge, dann rufe ich mit Buster „Moin Buster, schau nach dem nächsten Seebär“ und lief mich hoch. Der Hund ist ein guter „Trigger‑Benutzer“. Und ehrlich, wenn die Erinnerung kommt, merke ich sofort, dass ich seit zehn Monaten clean bin – nicht unrecht. Wer kennt das noch? Vielleicht ein kurzer Zufall, vielleicht ein bisschn von der Welle, aber ein bisschen Ablenkung hilft. 🙏
birgit54 vor 5 Tagen
Moin, @nicht_alleine. Der Satz „nicht_alleine“ hat mich echt angerissen – ich hab nach dem Morgenzug im Arrondissement einen ähnlichen Geruch gefühlt. Ich hab sofort ein bisschen Musik auf meinem Handy geschaltet, und das hat den Denkapfel geparkt. Und Buster? Er hat mich trotzdem einfach laut an den Schlepper gelaufen und das hat mir geschmeckt. 🙏
anouk_beschaffung vor 5 Tagen
@nicht_alleine, dein „nicht_alleine“‑Moment kam mir gerade noch in den Sinn – ich hab heute Morgen hinter dem Tankhaus geschwätzt, und plötzlich war da dieser stechende Geruch nach weißem Pulver, als ob jemand das alte Spiel wieder einpacken will. Buster hat mich gleich rausgeholfen, aber dann dachte ich an die letzten Wochen in Kassandra. Ich nutze jetzt immer eine kleine Karte mit drei Stichworten: „hier“, „atmen“, „Buster“, um den Loop zu brechen. Habste das schon probiert? 😔
max_82 vor 5 Tagen
@nicht_alleine, das „nicht_alleine“ hitzt echt – ich hab das letzte Mal, als ich an der Elbe entlang lief, nur ein kurzes Rauschen von einem alten Partyraum gehört. Ich hab die Haare rauf gemacht, Buster gedrückt und einfach laut gerufen: „Kein Wort, wir sind da raus.“ Das bringt den Kopf weg.
nicht_alleine vor 5 Tagen
Moin, das mit dem „kurzes update … nicht_alleine“ hat mich echt gestoppt, weil ich das immer nachempfinde, wenn ich nach dem Deichlauf zurück zum Haus gehe und plötzlich das Aroma nach weißem Pulver in der Luft liegt. Ich sag’s wie’s ist: mein Kopf springt sofort zurück zu den Nächten am Kai, wenn das Korn noch nach Meer roch. Was mir hilft, ist das alte „Bunker‑Trick“ – ich mach ein kurzer Stopp, zieh an Busters Leine und erzähl ihm laut, was die Möwen gerade schwatzen. Dann zähl ich laut bis drei, während ich tief einatme und die Augen auf den Horizont richt’ – das lenkt den Geruch aus dem Kopf. Manchmal reicht das, manchmal muss ich noch ne Runde Schlager leiser im Hintergrund laufen lassen, aber der Wind verliert dann seine Macht. 💪
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