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Mein Zimmer ist mein einziger Rückzugsort, aber was wenn der auch nicht mehr sicher ist

Ich sitz schon wieder hier, am Schreibtisch. Eigentlich sollte ich für Bio lernen, aber meine Gedanken sind total woanders. Letztens hab ich ja erzählt, dass mein Zimmer mein einziger Ort ist, wo ich halbwegs abschalten kann. Das stimmt auch, aber seit ein paar Tagen ist es irgendwie… anders. Papa ist in letzter Zeit öfter zu Hause und er wird auch immer lauter, wenn er trinkt. Gestern Abend war das wieder so schlimm. Ich lag schon im Bett und hab versucht, mich auf mein Buch zu konzentrieren, aber dann hörte ich, wie er im Wohnzimmer rumschrie. Mama hat versucht, ihn zu beruhigen, aber das macht ihn nur noch wütender. Ich hab dann die Tür von meinem Zimmer zugemacht, aber das Geräusch kam trotzdem durch. Dieses Knallen, als ob was runterfällt, und dann wieder diese wütenden Stimmen. Ich hab mich unter meine Decke gekuschelt und meine Musik so laut gemacht, wie es ging, aber irgendwie hab ich trotzdem alles gehört. Ich hatte echt Angst, dass er vielleicht irgendwann zu meiner Tür kommt oder dass er gegen die Tür tritt oder so. Das ist doch nicht normal, oder? Dass man sich in seinem eigenen Zimmer nicht mehr sicher fühlt, nur weil der eigene Vater trinkt. Ich hab das Gefühl, ich kann nirgendwo mehr hin, wo ich wirklich sicher bin. Und dann denk ich mir so: Was ist, wenn das irgendwann schlimmer wird? Oder was, wenn ich später auch so werde? Ich hab keine Ahnung, ob das irgendwie normal ist, dass man solche Sachen erlebt, wenn man einen Elternteil hat, der… naja, ihr wisst schon. Ich fühl mich gerade echt total allein damit.
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