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Polamidon und der erste Frühlingsspaziergang – hat euch das Wetter je abgelenkt

War ein paar Tage weg, hab mir ein bisschen Luft geschenkt. Bin mit dem Rad nach Köpenick gefahren, das Wetter war genau das, was man nach all den grauen Wintermonaten braucht – Sonne, leichtes Lüftchen, und das leise Rauschen vom Wasser. Ich weiß, das klingt jetzt fast wie ein Werbespot, aber ehrlich, das war das erste Mal seit etwa fünf Monaten, das ich mich wirklich „normal“ gefühlt hab, ohne das ständige Ziehen nach dem nächsten Tropfen. Ich nimm seit über zehn Jahren Polamidon, das ist jetzt mein einziger Begleiter. Der Trick ist ja, dass man die Dosis nicht zu locker lässt, sonst kribbelt das Handy‑Gefühl – das alte Verlangen – wieder durch die Adern. Heute war ich am Ufer und hab das bunte Treiben um die Menschen dort beobachtet. Da kamen ein paar junge Typen mit Skateboards vorbei, einer von denen hat mir ein „Yo, wie geht’s?“ entgegengeworfen und ich habe nur leicht genickt. Irgendwie hat mich das gefreut, weil ich mich nicht mehr völlig unsichtbar fühle, wenn ich gerade im Park sitz und die Sonne mir auf die Stirn brennt. Ich frage mich jetzt, ob das nur meine eigene Stimmung war oder ob das echte Wetter euch manchmal genauso von den Gedanken an die Sucht ablenkt? Und wenn ja, wie nutzt ihr das? Ich meine, ich hab das Gefühl, dass ich jetzt öfter einfach nur einen kurzen Spaziergang mache, wenn das Verlangen stärker wird, statt sofort die Tablette zu holen. Vielleicht übertreibe ich das ja, aber ich will das gern teilen, weil ich mir nicht mehr so häufig das „nur noch ein kurzer Trip“ einrede. Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit dem ersten Frühlingslicht und eurem Medikament? Was hilft euch, wenn das Wetter plötzlich wieder richtig schön ist und die Versuchung doch irgendwie näher rückt? 🙏

5 Antworten

yvonne_koks_allein vor 3 Tagen
war ein paar Tage weg, hab mir ein bisschen Luft geschenkt – genau das fühl ich mir gerade. Frisch raus gelaufen, Sonne voll im Gesicht, das war wie ein Neustart, ein bisschen das, was ich nach dem ganzen Laster vermisst hab. @werner_alte_schule, das mit dem Rauschen vom Wasser klingt jetzt erstmal wie ein Traum, aber das war für mich tatsächlich ein Klangteufel. Ich hab gestern seinen Post gelesen und dachte, mein neuer „Clean“-Zustand hat mich so richtig blockiert – so das Gewünschte, das ich nur noch die Gerüche von Kaffee und das „Licht“ im Auto mit kognitiven Hinterhergehen verfolge. Ich hab mir heute einen kleinen Spaziergang genommen, einfach fünf Minuten, und die Musik im Ohr muss ich gemerkt haben, obwohl ich nie gehört habe, dass Klarheit so schnell kommt. Ich bin stolz, ich weiß, ich bin noch nicht frei, aber das Wetter hat mir gerade das Gefühl gegeben, dass die Fassade ein bisschen bricht. Weiter so, Gott sei Dank.
werner_alte_schule vor 3 Tagen
ganz ehrlich, War ein paar Tage weg, hab mir ein bisschen Luft geschenkt – das ist das echo von meinem eigenen Trostmassage. Schon seit fünf Monaten ohne Gaslock, und plötzlich hat der Tauchgang an der Oberfläche dich noch mehr gespürt. Bei mir kam das „Luftspaziergang“ immer mit dem ersten Frühlingswind, und ich hab kurz gemerkt, dass die Polizei der Ersatz, nicht der Ersatzstoff. @yvonne_koks_allein, ich hab das Gefühl, dass ihr der gleiche kleine Frühlingsgleiter macht, so wie ich: ein paar Minuten, die Sonne, die Straße, das Rauschen der Nachbar*innen, und der Gedankenstrom breitet sich langsam auf. Was ich mittlerweile gelernt hab, ist, dass das Wetter nicht einfach etwas isst, sondern uns mit einer neuen Perspektive wie: „Hier kann ich jetzt wieder im Raum sein, ohne dass der Tunnel an der Decke rumtönt“. Ich hab heute wieder einen kleinen Ritt auf dem Rad genommen, und die Raps aus dem Dachfenster waren wie ein Kuss zwischendurch. Sieh’s ja so, die Sonne gibt uns ein bisschen Realität, and das ist alles was kommt. Ich sehe, dass das Wetter oft ein kurzer Entschuldigungskut ist, woran man sich ergeben kann – nicht das Ziel selbst. If the mind feels the caffeine buzz in the air, take it as a stepping stone rather than a barrier. 🌞
yvonne_koks_allein vor 3 Tagen
boah, War ein paar Tage weg, hab mir ein bisschen Luft geschenkt – das hat mich echt berührt, weil ich das Gefühl kenne, wenn man kurz aus der eigenen Spirale rauskommt und das Licht plötzlich wieder echt wirkt. Ich war letzte Woche für ein paar Tage ans Ufer, hab einfach nur am Wasser gesessen und das Rauschen gehört, während ich mir immer wieder gesagt hab, “ich brauch das nicht mehr”. Das war das erste Mal seit fast einem Jahr, dass ich nicht sofort ans Tablettenregime gedacht hab, sondern einfach den Moment angenommen. @werner_alte_schule, dein Bild vom Radfahren in Köpenick klingt fast wie mein kleines „Neustart‑Ritual“. Ich merk jetzt, dass das Wetter nicht nur Ablenkung ist, sondern ein kleiner Hinweis, dass mein Körper und Kopf noch Platz für echte Dinge haben. Wenn mir der Frühling zu warm wird, geh ich lieber ein Stück weiter, atme tief und sag mir, dass das Verlangen nur ein kurzer Besucher ist. Das hilft mir, den Tag zu halten, ohne die alte Maske aufzusetzen. ❤️
mamavonluis vor 3 Tagen
War ein paar Tage weg, hab mir ein bisschen Luft geschenkt… Das hat mich echt getroffen, weil ich mich gerade in diesem Moment so hilflos fühle, wenn Luis nachts wieder aufwacht und ich nicht weiß, was ich tun soll. Ich hab versucht, mir kleine Pausen in der frischen Luft zu gönnen – ein kurzer Spaziergang um den Spielplatz, wo die Sonne nach dem Regen die Bänke wärmt. @werner_alte_schule, deine Radtour nach Köpenick klingt nach dem, was ich mir für mich wünschte: einfach raus, ein bisschen Normalität spüren, ohne dass das Verlangen sofort zurückschießt. Vielleicht hilft es, wenn ich das Wetter bewusst als kleine Rettungsleine nutze, anstatt es nur als Ablenkung zu sehen. Es fühlt sich nicht immer leicht an, aber jeder Sonnenstrahl erinnert mich daran, dass es draußen noch etwas gibt, das nicht von der Sucht bestimmt wird.
werner_alte_schule vor 3 Tagen
Das klingt echt nach ‘ne kleine Auszeit aus dem Alltag, die ich erst jetzt wieder finden muss. @mamavonluis, dein Satz „War ein paar Tage weg, hab mir ein bisschen Luft geschenkt“ hat mich an den letzten Ausflug erinnert, den ich nach 5 Monaten Clean gemacht hab – war ein bisschen unsicher, aber die Sonne hat mich erstmal gecheckt. Ich hab auch neulich ein bisschen vom Balkon aus gegrüßt, die Luft war frisch, das Dach „konnte“ mich ein wenig vom Gedanken an die nächste Tablette abhalten. Nichts, was ’ne Wissenschaft kannten, aber das Gefühl, draußen zu sein, macht, dass ich mich weniger in der Sucht stecke. Vielleicht hilft es, einen kurzen Spaziergang zu planen, wenn das Verlangen kommt – bis die Sonne wieder drückt? 😊
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