Öffentlich lesbarer Thread
Nähe trifft auf Distanz
Hi, ich bin seit etwa einem Jahr weg vom Alkohol, dazwischen lagen Entgiftung, Langzeittherapie und mehrere Aufenthalte in einer Tagesklinik. Das Problem an der Sache ist (wie wohl häufiger) das in den Diagnosen auch Depressionen, Angststörungen und ADHS mit drinnen stehen. Also meine Sucht wurde (bisher) erfolgreich behandelt, aber der Rest ist halt da und das stärker als zuvor. Ich spüre wie mein Suchtdruck wieder zunimmt um quasi "endlich wieder Spaß" zu empfinden. Eigentlich ging es in letzter Zeit bei mir etwas besser, aber aktuell bin ich wieder in einer echt beschissenen Situation und das ist auch der Grund weshalb ich mich hier angemeldet habe. Ich las etwas über die Nähe - Distanz Störung und dachte mir: Anmelden. Dadurch das die Kindheit bei mir geprägt war durch soziale Vernachlässigung und Gewalt bin ich ziemlich überzeugt das das Ganze ziemlich genau auf mich zutrifft, der "Klammerer". Vor allem merkt man dies in meinem jetzigen Zustand. Meine Freundin, die ich sehr liebe, kommt glaube ich genau von der anderen Seite. Auch hier spielte Alkohol in ihrem Leben eine ziemlich übergeordnete Rolle und Vernachlässigung Kindesalter ebenso. Wir haben uns in der Psychiatrie kennen gelernt. Momentan geht sie auf Abstand zu mir und ich kann kaum damit umgehen. Beziehe es total auf mich. Gibt es hier vielleicht ein paar Tipps wie man am besten mit der Situation umgeht? Mich macht es wahnsinnig wenn nichts mehr liebevolles von ihr kommt. Kein "vermisse dich". Kein "♥️". Wir schreiben uns zwar immer noch täglich, aber da geht es um alltägliches. Ich erkenne nicht die Frau wieder die bis vor kurzem noch "Ich liebe dich" zu mir sagte.
Danke.
