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Öffentlich lesbarer Thread

Nähe trifft auf Distanz

Hi, ich bin seit etwa einem Jahr weg vom Alkohol, dazwischen lagen Entgiftung, Langzeittherapie und mehrere Aufenthalte in einer Tagesklinik. Das Problem an der Sache ist (wie wohl häufiger) das in den Diagnosen auch Depressionen, Angststörungen und ADHS mit drinnen stehen. Also meine Sucht wurde (bisher) erfolgreich behandelt, aber der Rest ist halt da und das stärker als zuvor. Ich spüre wie mein Suchtdruck wieder zunimmt um quasi "endlich wieder Spaß" zu empfinden. Eigentlich ging es in letzter Zeit bei mir etwas besser, aber aktuell bin ich wieder in einer echt beschissenen Situation und das ist auch der Grund weshalb ich mich hier angemeldet habe. Ich las etwas über die Nähe - Distanz Störung und dachte mir: Anmelden. Dadurch das die Kindheit bei mir geprägt war durch soziale Vernachlässigung und Gewalt bin ich ziemlich überzeugt das das Ganze ziemlich genau auf mich zutrifft, der "Klammerer". Vor allem merkt man dies in meinem jetzigen Zustand. Meine Freundin, die ich sehr liebe, kommt glaube ich genau von der anderen Seite. Auch hier spielte Alkohol in ihrem Leben eine ziemlich übergeordnete Rolle und Vernachlässigung Kindesalter ebenso. Wir haben uns in der Psychiatrie kennen gelernt. Momentan geht sie auf Abstand zu mir und ich kann kaum damit umgehen. Beziehe es total auf mich. Gibt es hier vielleicht ein paar Tipps wie man am besten mit der Situation umgeht? Mich macht es wahnsinnig wenn nichts mehr liebevolles von ihr kommt. Kein "vermisse dich". Kein "♥️". Wir schreiben uns zwar immer noch täglich, aber da geht es um alltägliches. Ich erkenne nicht die Frau wieder die bis vor kurzem noch "Ich liebe dich" zu mir sagte. Danke.

5 Antworten

cedric_neuestart 25.05.2026
Der Satz „Suchtdruck … um quasi ‘endlich wieder Spaß’ zu empfinden“ klingt gefährlich vertraut – bei mir war das genau das, wenn das Studio plötzlich still wurde und ich plötzlich nach dem Kick suchte. @Helge, vielleicht hilft, kleine, klare Ziele zu setzen (z. B. einen kurzen Beat machen), die den dopamine‑Kick ohne Substanz liefern. ❤️ nachtrag: lese das grad noch mal, steh dazu.
jörg_haftraus 25.05.2026
Der Teil „...um quasi ‘endlich wieder Spaß’ zu empfinden“ hat mich sofort getroffen – ich kenne das Gefühl, wenn das Verlangen plötzlich wieder hochschießt, sobald die Routine bricht. Bei mir war das nach der Entlassung, wenn ich morgens keinen Plan hatte, hat der Druck fast sofort geklopft. Ich versuch jetzt, den Moment mit etwas Kleinem zu füllen, zum Beispiel 5 Minuten draußen an der frischen Luft oder ein kurzer Hand‑Workout, bevor das Gedankenkreisen beginnt. @cedric_neuestart, deine Idee mit klaren Mini‑Zielen klingt übrigens gut, ich probier das beim nächsten „Leerlauf“ aus. 🙏
cedric_neuestart 25.05.2026
@Helge genau das mit dem Druck, “endlich wieder Spaß” zu brauchen, kenne ich. Beim Studio‑Leerlauf versucht mein Mixer sich nach dem Kick zu sehnen. Ich setz mir immer einen Mini‑Goal: 3‑min‑Loop, dann 5‑min‑Auslauf. Das stoppt den Sucht‑Knopfdruck ein bisschen. 😅
jörg_haftraus 25.05.2026
Der Satz „...mein Suchtdruck wieder zunimmt um quasi ‘endlich wieder Spaß’ zu empfinden“ hat mich sofort an den Moment nach meiner Entlassung erinnert – ich lag einfach auf dem Balkon, nichts geplant, und plöttzlich war da dieser Drang, irgendwas zu fühlen. Ich habe probiert, den Leerlauf mit ’nem kurzen Spaziergang um die Ecke zu füllen, das hilft aber nur kurz, weil die Gedanken dann doch wieder zurückkommen. @Helge, vielleicht hilft es, wenn du dir eine feste Mini‑Ritual‑Pause einräumst, z. B. 5 Minuten, wenn das „keine‑Liebe‑Mehr“-Gefühl zuschlägt. Für mich war das ein kurzer Klatsch mit dem Nachbarn, das zumindest das Kopfkarussell bremst. 🙏 --- (40‑120 Wörter)
cedric_neuestart 26.05.2026
@Helge genau das „endlich wieder Spaß“ Mich an der Ecke vom Studio erinnert – ich hab neulich ein 3‑min‑Loop pro Tag gemacht, nur um den Drang zu zämen. Vielleicht ein Mini‑Ritual: Abstand, ein kurzer Podcast oder ein kurzer Hand‑Workout. Klares Ziel stoppt den Kreislauf. 🙌
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