Öffentlich lesbarer Thread
Könnte ich einfach mal „Nein“ sagen, ohne Schuld zu fühlen
Letzte Nacht war’s wieder: Meine Mutter kam nach ein paar Stunden aus dem Lokal, total erschöpft, mit dem Rausch in den Augen, und ich stand in der Küche und hörte, wie sie laut über ihre Arbeit klagte. Ich wollte ihr helfen, ihr Glas auf den Tisch, ihr Essen zubereiten, ihr die Medikamente geben – das ist meine Routine. Aber dann kam dieses kleine „Nein“ in mir, das ich mir nicht erlauben konnte. Ich dachte: Wenn ich ihr jetzt weggestehe, ist das nur ein Zeichen der Vernachlässigung. Ich hab das Gefühl, ich muss immer da sein, weil ich die einzige bin, die noch etwas von ihr abbekommt.
Tbh, das ist hart. Ich hab oft das Gefühl, die Schuld liegt bei mir, weil ich nicht genug Zeit für mich selbst nehme. Ich hab das Gefühl, wenn ich ein bisschen Abstand brauche, dann ist das auch ein Zeichen von Co‑Abhängigkeit. Und die Frage ist: Kann ich wirklich „Nein“ sagen, ohne dass ich mich danach schuldig fühle? Meine Schwester hat mir neulich erzählt, sie hat es geschafft, klare Grenzen zu ziehen, aber dann hat sie das Gefühl, die ganze Familie zu enttäuschen. Ich will nicht das Gefühl haben, dass ich mich selbst aus den Augen verliere.
Ich hab das Gefühl, das ist ein endloser Kreislauf. Wenn ich mich für einen Moment zurückziehe, kommt die Angst zurück. und dass sie in der Ecke rumsteht. und nichts mehr tut. Und wenn ich das nicht tue, dann wird alles wieder wie immer.
Hat jemand einen Tipp, wie ich mich ohne Schuldgefühle von ihr abkapseln kann?
