Öffentlich lesbarer Thread
Hat schon jemand SSRIs nach dem Alkoholabstinenzversuch bekommen?
Also, ich sitz grad hier am Küchentisch, die Sonne geht gerade unter und ich hab noch einen halben Joghurt im Kühlschrank, den ich mir jetzt überlegte. Seit ein paar Monaten bin ich trocken, wie ich neulich erzählt hab, und eigentlich läuft das ja… bis auf die Nächte. Die sind heute wieder krass. Nicht wegen des Alkohols – der fehlt ja – sondern weil der Kopf einfach nicht still wird. Ich lieg da und überlege, ob das jetzt die Depression ist, die ich schon immer unterdrückt habe, oder einfach die Einsamkeit, die plötzlich groß ist, wenn man nicht mehr trinkt.
Letzte Woche hat mich mein Hausarzt dann gefragt, ob ich nicht mal über Antidepressiva reden wollen würde. Ich hab gedacht: Mensch, jetzt wird’s wieder medizinisch. Aber ich merk schon, dass ich nicht einfach so weitermachen kann mit diesem leeren Gefühl. Also hab ich zugesagt. Und morgen gehts zum Psychiater.
Aber ehrlich gesagt: hab ich Angst. Nicht vor den Medikamenten, sondern davor, dass ich dann wieder nicht echt bin. Dass ich mich nur durch Pillen numbfühle und nicht mehr spüre, was ich fühle. Wie damals mit dem Whisky – da war die Welt auch nur halb echt. Ist das hier jetzt dasselbe?
Frag mich: Wenn ich jetzt SSRIs nehme und gleichzeitig trocken bin – ist das dann echt so? Oder ersetze ich einen Rausch durch einen anderen?
Kenn jemand das? Wie habt ihr euren ersten Psychiatrie-Termin erlebt? Hat die Meds euch geholfen, wach zu werden – oder euch nur anders betäubt?
Ich weiß nciht, was ich genau wollte. Aber ich wollte es jemandem sagen. Und vielleicht hat ja jemand eine Antwort, die nicht aus einem Lehrbuch kommt.
