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Sonntagskaffee und das Flüstern der leeren Gläser
Ich sitz hier am Küchentisch, die Sonne dringt schmal durch die Jalousien und wirft Streifen auf den alten Holzboden. Vor mir steht eine Tasse Kaffee, schwarz wie die Nacht, die ich früher nach einem langen Arbeitstag mit einem Glas Whisky abgelöst hab. Heute ist es erst der 18. Tag, seitdem ich die Flasche zum letzten Mal angefasst habe, und trotzdem hör ich im Hinterhof das leise Klirren von Gläsern, das ich mir vorher nie zugetan hätte.
Es ist ein ruhiger Sonntag, die Nachbarn reden leise im Garten, und plötzlich fragt mich jemand aus der Tür: „Ein Glas Wasser oder doch ein Bier zum Anstoßen?“ Ich spür das alte Ziehen in der Brust, das sich anfühlt, als würde ein Zug an meinem Herzen ziehen, voll unverhofft. Ich greife nach dem Wasserglas, das ich mir extra auf den Tisch gestellt habe – ein kleiner Versuch, die Lücke zu füllen, sag ich mal.
Ich habe das Gefühl, das die Sucht nicht nur das Trinken war, sondern das ganze Ritual drumherum: das Anstoßen, das Geräusch, das Lachen. Wie kann man dieses Ritual ersetzen, ohne dass es sich wie ein Verzicht anfühlt? Ich habe versucht, mir ein alkoholfreies Bier zu genehmigen, aber das schmeckt irgendwie nach Nachahmung, fast wie ein schlechter Film.
Kennt jemand ein kleines, vielleicht sogar leichtes Ritual, das hilft, den Moment zu füllen, ohne dass man das Verlangen spürt? Oder habt ihr vielleicht ein Bild, ein Geräusch, das ihr nutzt, um das Klirren zu übertönen? Ich bin neugierig, wie ihr eure Sonntage gestaltet, wenn das Glas fehlt. 🙏
