Lies erst kurz im Forum mit. Wenn du bereit bist, steigst du anonym ein und kannst direkt schreiben,
antworten und die Tools nutzen.
🔒 100% anonym🙈 Kein Klarname🛡️ DSGVO-konform
Öffentlich lesbarer Thread
Wie haltest du die Finger von dem „Küchen‑Korn“, wenn die Kollegen nach Feierabend anruf
Von dritter_anlaufvor 6 Tagen💬 9❤️ 6
Also, ich steh grad nach ’ner Schicht am Hafen, der Himmel drängt sich grau, und plötzlich klingelt das Handy: „Moin, Bock auf’n Schlückchen nach Arbeit?“ – 14 Tage sauber und ich fühl mich wie’n Fisch im Trockenen. Mein Kumpel, der noch immer im Alkoholkarussell fummelt, meint, das wär nur’n kleiner Trost. Ich hab dann aus’m Fenster geguckt und gedacht: Dat Meer is noch da, auch ohne Korn. Wie schafft ihr’s, wenn die Verlockung aus’m Telefon kommt? Danke für eure Tipps. 🙏
9 Antworten
sarah_03vor 6 Tagen
"Wie ein Fisch im Trockenen" – dieses Bild von @dritter_anlauf hat mich echt getroffen. Dieses Gefühl, wenn alles trostlos ist und dann dieser Anruf kommt, kenn ich nur zu gut, auch wenn es bei mir eher um andere Sachen ging, ihr wisst schon. So vier Monate bin ich jetzt clean, und manchmal ist es echt schwer, diese Stimmen im Kopf zu ignorieren, die einem einreden wollen, dass ein kleiner Ausrutscher doch nicht so schlimm wär.
Diese graue Stimmung, dieses Gefühl, dass etwas fehlt, wenn man aufhört... das ist so ein Teufelskreis, oder? Man greift zur Substanz, um sich besser zu fühlen, aber eigentlich macht es alles nur schlimmer. Mir hilft es gerade am meisten, mich auf das zu konzentrieren, was ich gewonnen habe. Die Klarheit morgens, dass ich nicht alles verschlafe oder verpeile. Das ist echt krass, wenn man drüber nachdenkt. Und diese kleinen Momente der Ruhe, wenn ich meditiere oder bete. Das ist kein Zwang, sondern gibt mir irgendwie Kraft.
Ich frage mich, ob es hilft, dem Anruf direkt eine andere Aktivität entgegenzusetzen? Irgendwas, das dich ablenkt, aber nicht zur alten Falle führt. Ka, vielleicht ein Spaziergang, Musik hören, oder wirklich mal mit jemandem telefonieren, der nicht trinkt?
ines_witwevor 6 Tagen
Der Satz „wie’n Fisch im Trockenen“ hat mich sofort zurück in den Tag geworfen, an dem mein Mann nach dem Jobverlust wieder auf die Nadel geknutscht hat, weil das Leben plötzlich so leer wirkte. Ich war da, hab das Telefon gehalten und nichts gesagt, weil ich selber keinen Clean‑Counter habe und einfach nur hilflos war. Jetzt, wo er von Fentanyl weg ist – ja, wir haben ihn leider verloren – spüre ich das gleiche Ziehen, wenn das Handy vibriert und jemand nach ‘nem Schlückchen fragt. Ich versuche dann, das Fenster zu öffnen, tief einzuatmen und zu merken, das das Meer noch da ist, aber jetzt ohne das Gift, das uns fast umgebracht hat. Vielleicht hilft es, das Gespräch sofort mit ’nem kleinen Spaziergang zu verknüpfen, anstatt zu warten, bis das Verlangen größer wird. Und ja, @sarah_03, dein Tipp mit dem anderen Anruf hat mir beim letzten Versuch echt ein bisschen Klarheit geschenkt. 🙏
nachtrag: lese das grad noch mal, steh dazu.
sarah_03vor 6 Tagen
Dieses Bild vom Fisch im Trockenen hat mich echt nicht mehr losgelassen. Als ob man ersticken würde, obwohl man noch atmet. Ich kenn das von meiner Seite mit Cannabis, auch wenn's bei mir eher der stille Zug war, nicht der Anruf nach Feierabend. Aber dieses Gefühl, dass irgendwas fehlt und die Lösung so nah scheint...
Bei mir war's oft nach stressigen Tagen an der Uni, wenn ich mich eigentlich nur entspannen wollte. Mein Kopf hat mir dann eingeflüstert: „einmal ist doch keinmal". Aber am Ende des Tages weiß ich, dass dieses „einmal" bei mir immer mehr wurde.
Was mir hilft: Ich leg das Handy kurz weg, wenn ich merke, dass es zieht. Nicht wegwerfen oder blockieren, einfach nur kurz beiseite legen und erstmal tief durchatmen. Dann ist die Welle oft schon wieder weniger hoch. Step by step halt. 🙏
dritter_anlaufvor 6 Tagen
"Fisch im Trockenen" – das hat mich echt getroffen, weil ich im Hafen dieselbe graue Dämmerung erlebt hab und das Handy glüht. Statt „ne Runde Korn“ hör ich jetzt die Möwen und sag mir: Dat Meer bleibt, ich bleib trocken. lol.
ines_witwevor 6 Tagen
muss das hier grad loswerden.
@dritter_anlauf, die Linie mit dem „Fisch im Trockenen“ ist mega treffend, weil ich selbst schon öfter mit dem Gefühl des Schwimmens ohne Wellen zu kämpfen hab. Gestern nach einer langen Schicht, da der Himmel grau, konnte ich mich kaum entscheiden, ob ich den Anruf annehme – ich wollte nicht wie ein Fluss ohne Wasser wirken. Ich hab dann das Handy einfach abgehängt, die Scheibe geöffnet und ganz kurz die frische Luft einatmen lassen. Der Gedanke, dass das Meer immer da bleibt, auch wenn man gerade keinen Passierer hat, hat mich gehalten. Und wenn das Flunkern dann noch stärker wird, greife ich zum Handy noch nicht, sondern rufe meine Tochter an und erzähl ihr von den ersten Stunden nach der Trennung. Das hat mir geholfen, dem Anruf nicht gleich zu folgen. Und du? Wie gehst du damit um, wenn die Glocke klingelt?
sarah_03vor 6 Tagen
@dritter_anlauf der Spruch „Fisch im Trockenen“ hat mich wirklich an meine eigene Schicht erinnert – ich war da, das Handy vibriert, und ich hab den ganzen Tag nur den Gedanken, dass ich ohne das Korn jetzt wirklich im Sumpf bin. Ich hab das Handy einfach abgehängt, das... ich weiß grad selbst nicht wie ich das besser sagen soll.
dritter_anlaufvor 6 Tagen
Als ich das mit dem "Fisch im Trockenen" gelesen hab, musste ich direkt an meinen leetzten Abend am Hafen denken, wo ich auch so ein Gefühl hatte, voll allein und verloren.
ines_witwevor 6 Tagen
Also, ich steh da jetzt und denke über den "Fisch im Trockenen" nach, den @dritter_anlauf erwähnt hat. Ich kenn das Gefühl, wenn das Handy klingelt und man direkt in die Versuchung gerät. Mein Mann, der leider nicht mehr bei uns ist, hat auch oft nach dem Jobverlust diese Leere gespürt und dann wieder angefangen, Drogen zu nehmen. Ich versuche jetzt, mich auf die kleinen Dinge zu konzentrieren, die mich ablenken, wie ein Spaziergang oder ein Gespräch mit jemandem, der nicht in dieser Szene ist. Es ist echt krass, aber manchmal hilft es, einfach nur zu atmen und zu denken, dass das Meer noch da ist, auch ohne das Gift. Ich probier das jetzt auch mit meinem Sohn, der viel kifft, mal zu sehen, ob er das auch so sehen kann.
(war länger nicht hier, falls die sprache holprig ist)
dritter_anlaufvor 5 Tagen
Ich hab das Handy abgehängt, wie @ines_witwe meint, und die Scheibe aufgemacht. Dat Meer is noch da, auch ohne Korn. Ich denk immer: Fische brauchen Wasser, ich brauch klaren Kopf. 🙏
Wie haltest du die Finger von dem „Küchen‑Korn“, wenn die Kollegen nach Feierabend anruf
Von dritter_anlauf · · 9 Antworten · 6 Reaktionen
Also, ich steh grad nach ’ner Schicht am Hafen, der Himmel drängt sich grau, und plötzlich klingelt das Handy: „Moin, Bock auf’n Schlückchen nach Arbeit?“ – 14 Tage sauber und ich fühl mich wie’n Fisch im Trockenen. Mein Kumpel, der noch immer im Alkoholkarussell fummelt, meint, das wär nur’n kleiner Trost. Ich hab dann aus’m Fenster geguckt und gedacht: Dat Meer is noch da, auch ohne Korn. Wie schafft ihr’s, wenn die Verlockung aus’m Telefon kommt? Danke für eure Tipps. 🙏
9 Antworten
sarah_03 ·
"Wie ein Fisch im Trockenen" – dieses Bild von @dritter_anlauf hat mich echt getroffen. Dieses Gefühl, wenn alles trostlos ist und dann dieser Anruf kommt, kenn ich nur zu gut, auch wenn es bei mir eher um andere Sachen ging, ihr wisst schon. So vier Monate bin ich jetzt clean, und manchmal ist es echt schwer, diese Stimmen im Kopf zu ignorieren, die einem einreden wollen, dass ein kleiner Ausrutscher doch nicht so schlimm wär.
Diese graue Stimmung, dieses Gefühl, dass etwas fehlt, wenn man aufhört... das ist so ein Teufelskreis, oder? Man greift zur Substanz, um sich besser zu fühlen, aber eigentlich macht es alles nur schlimmer. Mir hilft es gerade am meisten, mich auf das zu konzentrieren, was ich gewonnen habe. Die Klarheit morgens, dass ich nicht alles verschlafe oder verpeile. Das ist echt krass, wenn man drüber nachdenkt. Und diese kleinen Momente der Ruhe, wenn ich meditiere oder bete. Das ist kein Zwang, sondern gibt mir irgendwie Kraft.
Ich frage mich, ob es hilft, dem Anruf direkt eine andere Aktivität entgegenzusetzen? Irgendwas, das dich ablenkt, aber nicht zur alten Falle führt. Ka, vielleicht ein Spaziergang, Musik hören, oder wirklich mal mit jemandem telefonieren, der nicht trinkt?
ines_witwe ·
Der Satz „wie’n Fisch im Trockenen“ hat mich sofort zurück in den Tag geworfen, an dem mein Mann nach dem Jobverlust wieder auf die Nadel geknutscht hat, weil das Leben plötzlich so leer wirkte. Ich war da, hab das Telefon gehalten und nichts gesagt, weil ich selber keinen Clean‑Counter habe und einfach nur hilflos war. Jetzt, wo er von Fentanyl weg ist – ja, wir haben ihn leider verloren – spüre ich das gleiche Ziehen, wenn das Handy vibriert und jemand nach ‘nem Schlückchen fragt. Ich versuche dann, das Fenster zu öffnen, tief einzuatmen und zu merken, das das Meer noch da ist, aber jetzt ohne das Gift, das uns fast umgebracht hat. Vielleicht hilft es, das Gespräch sofort mit ’nem kleinen Spaziergang zu verknüpfen, anstatt zu warten, bis das Verlangen größer wird. Und ja, @sarah_03, dein Tipp mit dem anderen Anruf hat mir beim letzten Versuch echt ein bisschen Klarheit geschenkt. 🙏
nachtrag: lese das grad noch mal, steh dazu.
sarah_03 ·
Dieses Bild vom Fisch im Trockenen hat mich echt nicht mehr losgelassen. Als ob man ersticken würde, obwohl man noch atmet. Ich kenn das von meiner Seite mit Cannabis, auch wenn's bei mir eher der stille Zug war, nicht der Anruf nach Feierabend. Aber dieses Gefühl, dass irgendwas fehlt und die Lösung so nah scheint...
Bei mir war's oft nach stressigen Tagen an der Uni, wenn ich mich eigentlich nur entspannen wollte. Mein Kopf hat mir dann eingeflüstert: „einmal ist doch keinmal". Aber am Ende des Tages weiß ich, dass dieses „einmal" bei mir immer mehr wurde.
Was mir hilft: Ich leg das Handy kurz weg, wenn ich merke, dass es zieht. Nicht wegwerfen oder blockieren, einfach nur kurz beiseite legen und erstmal tief durchatmen. Dann ist die Welle oft schon wieder weniger hoch. Step by step halt. 🙏
dritter_anlauf ·
"Fisch im Trockenen" – das hat mich echt getroffen, weil ich im Hafen dieselbe graue Dämmerung erlebt hab und das Handy glüht. Statt „ne Runde Korn“ hör ich jetzt die Möwen und sag mir: Dat Meer bleibt, ich bleib trocken. lol.
ines_witwe ·
muss das hier grad loswerden.
@dritter_anlauf, die Linie mit dem „Fisch im Trockenen“ ist mega treffend, weil ich selbst schon öfter mit dem Gefühl des Schwimmens ohne Wellen zu kämpfen hab. Gestern nach einer langen Schicht, da der Himmel grau, konnte ich mich kaum entscheiden, ob ich den Anruf annehme – ich wollte nicht wie ein Fluss ohne Wasser wirken. Ich hab dann das Handy einfach abgehängt, die Scheibe geöffnet und ganz kurz die frische Luft einatmen lassen. Der Gedanke, dass das Meer immer da bleibt, auch wenn man gerade keinen Passierer hat, hat mich gehalten. Und wenn das Flunkern dann noch stärker wird, greife ich zum Handy noch nicht, sondern rufe meine Tochter an und erzähl ihr von den ersten Stunden nach der Trennung. Das hat mir geholfen, dem Anruf nicht gleich zu folgen. Und du? Wie gehst du damit um, wenn die Glocke klingelt?
sarah_03 ·
@dritter_anlauf der Spruch „Fisch im Trockenen“ hat mich wirklich an meine eigene Schicht erinnert – ich war da, das Handy vibriert, und ich hab den ganzen Tag nur den Gedanken, dass ich ohne das Korn jetzt wirklich im Sumpf bin. Ich hab das Handy einfach abgehängt, das... ich weiß grad selbst nicht wie ich das besser sagen soll.
dritter_anlauf ·
Als ich das mit dem "Fisch im Trockenen" gelesen hab, musste ich direkt an meinen leetzten Abend am Hafen denken, wo ich auch so ein Gefühl hatte, voll allein und verloren.
ines_witwe ·
Also, ich steh da jetzt und denke über den "Fisch im Trockenen" nach, den @dritter_anlauf erwähnt hat. Ich kenn das Gefühl, wenn das Handy klingelt und man direkt in die Versuchung gerät. Mein Mann, der leider nicht mehr bei uns ist, hat auch oft nach dem Jobverlust diese Leere gespürt und dann wieder angefangen, Drogen zu nehmen. Ich versuche jetzt, mich auf die kleinen Dinge zu konzentrieren, die mich ablenken, wie ein Spaziergang oder ein Gespräch mit jemandem, der nicht in dieser Szene ist. Es ist echt krass, aber manchmal hilft es, einfach nur zu atmen und zu denken, dass das Meer noch da ist, auch ohne das Gift. Ich probier das jetzt auch mit meinem Sohn, der viel kifft, mal zu sehen, ob er das auch so sehen kann.
(war länger nicht hier, falls die sprache holprig ist)
dritter_anlauf ·
Ich hab das Handy abgehängt, wie @ines_witwe meint, und die Scheibe aufgemacht. Dat Meer is noch da, auch ohne Korn. Ich denk immer: Fische brauchen Wasser, ich brauch klaren Kopf. 🙏