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Auf einmal wieder das Verlangen nach dem Joghurt‑Shot – was tun, wenn das Verlangen plöt
Ich sitz hier in meiner kleinen Fördereinheits‑Wohnung, das Licht vom Flur ist gerade erst angeknipst und draußen macht der Regen ein bisschen schmatzendes Geräusch an die Scheiben. Seit ungefähr einem Tag bin ich clean, also praktisch von einem Tag auf den anderen, und die meisten meiner Gewohnheiten laufen noch im „Abstinenz‑Modus“. Doch heute Nachmittag, kurz nach dem Mittagessen, hat mich etwas total überrumpelt: ein plötzliches, fast kindliches Verlangen nach einem Joghurt‑Shot, so wie ich ihn früher in den 80ern nach dem nächtlichen Gig in Kreuzberg geschlürft habe – das war damals die Art, wie wir uns schnell einen kleinen Kick geholt haben, bevor das echte Zeug kam.
Ich weiß, das klingt vielleicht harmlos, aber für mich ist das ein Alarmzeichen. Allein das Bild dieses kleinen Bechers lässt mein Herz kurz schneller schlagen, und ich spüre, wie das alte Muster an den Rändern meines Bewusstseins zittert. Ich habe das Gefühl, dass das Verlangen nicht nur nach dem Geschmack ist, sondern nach dem ganzen Ritual, das damals so viel „Zusammenhalt“ bedeutet hat. Und jetzt, wo ich nur noch Polamidon in der Substitution habe, fühlt es sich an, als würde ein alter Teil von mir versuchen, wieder reinzudrängen.
Habt ihr schonmal so ein plötzliches, fast nostalgisches Verlangen gehabt, das nichts mit der eigentlichen Substanz zu tun hat? Wie geht ihr damit um, wenn das Verlangen nach etwas so Kleinem und scheinbar Unbedeutendem plötzlich so stark wird? Ich habe versucht, mir einen Tee zu machen und ein bisschen zu lesen, aber der Gedanke an den Joghurt‑Shot bleibt irgendwie im Hinterkopf. Vielleicht hilft es ja, das Verlangen laut auszusprechen oder in ein Gespräch zu werfen? Ich bin gespannt, was ihr aus euren Erfahrungen berichten könnt. 🙏
