📖 Glossar

Drogen-Glossar: Begriffe einfach erklärt

Kurz und verständlich – von Atemdepression bis Toleranz.

A

Atemdepression
Die Atmung wird flacher und langsamer, bis sie aussetzen kann. Typische Gefahr bei Opioiden, Benzos, GHB, Alkohol und Pregabalin – besonders, wenn man sie mischt. Wichtig bei: Heroin & Opioide, GHB / GBL, Benzodiazepine („Xanax" & Co.), Tilidin, Pregabalin („Lyrica"), Alkohol
Ausschleichen
Ein Medikament schrittweise über Wochen verringern statt es abrupt abzusetzen. Bei Benzos, Pregabalin und Opioiden wichtig, weil sonst ein gefährlicher Entzug droht. Wichtig bei: Benzodiazepine („Xanax" & Co.), Pregabalin („Lyrica")

C

Chemsex
Konsum von Substanzen wie Crystal, GHB/GBL oder Cathinonen beim Sex, oft über viele Stunden. Erhöht Risiken durch Mischkonsum, Schlafentzug und fehlenden Safer Sex. Wichtig bei: Crystal Meth (Methamphetamin), Cathinone (3-MMC, Mephedron & Co.), GHB / GBL
Cocaethylen
Ein Stoff, der im Körper entsteht, wenn Kokain und Alkohol zusammen konsumiert werden. Er wirkt länger als Kokain und belastet das Herz zusätzlich. Wichtig bei: Kokain, Alkohol
Comedown („Runterkommen")
Die Phase, wenn die Wirkung nachlässt: Erschöpfung, gedrückte Stimmung, Gereiztheit. Verleitet oft zum Nachlegen oder zu dämpfenden Stoffen. Wichtig bei: MDMA / Ecstasy, Amphetamin / Speed, Crystal Meth (Methamphetamin)
Craving
Starkes, schwer kontrollierbares Verlangen nach einer Substanz. Besonders ausgeprägt bei Kokain, Crack, Crystal und Cathinonen. Wichtig bei: Cathinone (3-MMC, Mephedron & Co.)

D

Designer-Benzos
Nicht zugelassene Benzodiazepine wie Bromazolam oder Etizolam. Stärke und Wirkdauer sind unbekannt; sie stecken oft in gefälschten „Xanax"-Tabletten. Wichtig bei: Benzodiazepine („Xanax" & Co.)
Dissoziation
Das Gefühl, vom eigenen Körper oder der Umgebung getrennt zu sein. Typisch für Ketamin. Wichtig bei: Ketamin
Drug-Checking
Ein Labor untersucht eine Probe und sagt dir, was und wie viel drin ist – anonym. Der einzige Weg, Reinheit und Streckmittel sicher zu erkennen. Wichtig bei: Kokain, MDMA / Ecstasy, Ketamin, Cathinone (3-MMC, Mephedron & Co.)

E

Entzug
Körperliche und psychische Beschwerden, wenn eine Substanz nach regelmäßigem Konsum wegfällt. Bei Alkohol, Benzos und GHB kann ein Entzug lebensgefährlich sein – dann nur ärztlich begleitet. Wichtig bei: GHB / GBL, Benzodiazepine („Xanax" & Co.), Pregabalin („Lyrica"), Alkohol

F

Fentanyl
Ein synthetisches Opioid, etwa 50- bis 100-mal stärker als Morphin. Schon winzige Mengen können tödlich sein; es wird teils Heroin oder gefälschten Tabletten beigemischt. Wichtig bei: Heroin & Opioide

G

G-Koma
Bewusstlosigkeit nach einer Überdosis GHB/GBL. Von tiefem Schlaf nicht zu unterscheiden – im Zweifel immer 112. Wichtig bei: GHB / GBL

H

Horrortrip
Eine sehr angstvolle, belastende Erfahrung unter Psychedelika. Ruhe, eine vertraute Person und eine reizarme Umgebung helfen; bei Selbstgefährdung 112. Wichtig bei: LSD, Psilocybin-Pilze
HPPD
Anhaltende Wahrnehmungsstörung nach Halluzinogenen (z. B. Nachbilder, „Schnee" im Sichtfeld). Selten, aber teils langanhaltend. Wichtig bei: LSD, Psilocybin-Pilze

K

K-Hole
Zustand starker Dissoziation unter hoher Ketamin-Dosis, in dem man kaum noch Kontakt zur Umgebung hat. Gefährlich durch Stürze und Erbrechen. Wichtig bei: Ketamin

L

Levamisol
Ein Tierarzneimittel, das häufig als Streckmittel in Kokain steckt. Es kann das Immunsystem schwer schädigen. Wichtig bei: Kokain

M

Mischkonsum
Mehrere Substanzen zur gleichen Zeit oder kurz nacheinander. Viele Notfälle und Todesfälle entstehen durch Mischungen – nicht durch eine Substanz allein. Wichtig bei: Ketamin, Alkohol

N

Nachlegen
Eine weitere Portion nehmen, solange die erste noch wirkt oder bevor sie richtig eingesetzt hat. Häufigster Weg in eine Überdosierung. Wichtig bei: Kokain, Amphetamin / Speed, Crystal Meth (Methamphetamin), Cathinone (3-MMC, Mephedron & Co.)
Naloxon
Ein Notfallmedikament (z. B. Nasenspray), das eine Opioid-Überdosis für eine Weile aufhebt. Es wirkt nicht gegen Alkohol, Benzos oder GHB. Nach der Gabe immer 112. Wichtig bei: Heroin & Opioide, Tilidin
NBOMe
Sehr starke synthetische Halluzinogene, die manchmal als LSD verkauft werden. Schon geringe Mengen können Krampfanfälle und Herzprobleme auslösen. Ein bitterer Geschmack kann ein Hinweis sein. Wichtig bei: LSD
Neue psychoaktive Substanzen (NPS)
Neue synthetische Stoffe, die bekannte Drogen nachahmen, z. B. Cathinone oder Designer-Benzos. Oft kaum erforscht; in Deutschland meist über das NpSG verboten. Wichtig bei: Cathinone (3-MMC, Mephedron & Co.)
Nitazene
Eine Gruppe sehr starker synthetischer Opioide, teils stärker als Fentanyl. Tauchen in Heroin und gefälschten Tabletten auf; Naloxon muss oft mehrfach gegeben werden. Wichtig bei: Heroin & Opioide

P

Psychose
Ein Zustand, in dem man den Bezug zur Realität verliert – etwa durch Wahn oder Halluzinationen. Kann durch Cannabis, Aufputschmittel oder Psychedelika ausgelöst werden. Wichtig bei: Amphetamin / Speed, Crystal Meth (Methamphetamin), Cannabis

R

Reinheit
Wie viel Wirkstoff tatsächlich in einer Probe steckt. Schwankt stark – eine reinere Charge kann bei gleicher Menge viel stärker wirken. Wichtig bei: Kokain, Amphetamin / Speed, Crystal Meth (Methamphetamin)
Retard
Tabletten, die ihren Wirkstoff langsam über viele Stunden abgeben. Zerkleinert oder aufgelöst wird die ganze Menge auf einmal frei – das ist gefährlich. Wichtig bei: Tilidin

S

Serotonin-Syndrom
Eine gefährliche Überreizung durch zu viel Serotonin: Unruhe, Zittern, Fieber, Muskelzuckungen, Verwirrtheit. Droht bei MDMA, Tramadol oder Psychedelika zusammen mit Antidepressiva oder MAO-Hemmern. Notfall: 112. Wichtig bei: MDMA / Ecstasy, Psilocybin-Pilze
Set und Setting
Die eigene Verfassung (Set) und die Umgebung (Setting). Bei Psychedelika entscheidend dafür, wie eine Erfahrung verläuft. Wichtig bei: LSD, Psilocybin-Pilze
Speedball
Mischung aus einem Aufputschmittel (meist Kokain) und einem Opioid (meist Heroin). Besonders gefährlich, weil die Wirkungen sich überdecken. Wichtig bei: Heroin & Opioide
Stabile Seitenlage
Lagerung bewusstloser, aber atmender Menschen auf der Seite, damit sie bei Erbrechen nicht ersticken. Danach 112 rufen und bei der Person bleiben. Wichtig bei: GHB / GBL, Alkohol
Streckmittel
Stoffe, die Drogen beigemischt werden, um mehr Menge zu verkaufen oder die Wirkung zu verändern – etwa Koffein in Speed oder Levamisol in Kokain. Wichtig bei: Amphetamin / Speed
Substitution
Ärztliche Behandlung einer Opioid-Abhängigkeit mit Ersatzstoffen wie Methadon oder Buprenorphin. In Deutschland eine Kassenleistung. Wichtig bei: Heroin & Opioide, Tilidin
Synthetische Cannabinoide
Im Labor hergestellte Stoffe, die viel stärker als THC wirken. Werden auf Gras oder Hasch gesprüht und können Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit auslösen. Wichtig bei: Cannabis

T

Toleranz
Der Körper gewöhnt sich an eine Substanz, man braucht mehr für dieselbe Wirkung. Nach einer Pause sinkt die Toleranz schnell – die alte Menge kann dann gefährlich sein. Wichtig bei: Heroin & Opioide, LSD, Cannabis, Benzodiazepine („Xanax" & Co.), Tilidin, Pregabalin („Lyrica")

U

Überhitzung (Hyperthermie)
Die Körpertemperatur steigt gefährlich an – bei MDMA, Speed oder Crystal, verstärkt durch Tanzen und Hitze. Kann zu Organversagen führen. Wichtig bei: MDMA / Ecstasy

W

Wasservergiftung (Hyponatriämie)
Zu viel Wasser in kurzer Zeit verdünnt das Blutsalz. Bei MDMA eine bekannte Gefahr – deshalb nur in Maßen trinken (etwa 0,5 l pro Stunde beim Tanzen). Wichtig bei: MDMA / Ecstasy

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