Suchthilfeverzeichnis › Wartezeit überbrücken
Du hast angerufen – und der Platz ist erst in Wochen frei. Diese Zeit ist die schwerste und die riskanteste. Du musst sie nicht allein durchstehen.
Hier steht, was dich bis zur Aufnahme trägt: Hilfe für akute Momente, Struktur für den Tag, Menschen zum Reden und alles, womit der erste Termin gut vorbereitet ist.
🚑 Akut gefährlich? Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampfanfall oder Suizidgedanken sofort 112. Reden kannst du rund um die Uhr mit der TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111 (kostenlos).
Für die Minuten, in denen es eng wird – sofort, ohne Anmeldung.
Wartezeit ist leichter mit Struktur – und mit einem Blick darauf, was wirklich passiert.
Menschen, die dasselbe kennen – auch nachts und am Wochenende.
Damit beim Erstgespräch nichts verloren geht und die Behandlung schneller greift.
In der Wartezeit ist das Risiko am höchsten. Diese Dinge schützen dich.
In der Regel nicht. Sag es der Einrichtung offen – Rückfälle in der Wartezeit kennt dort jede und jeder. Es kann sein, dass vor der Aufnahme eine erneute Entgiftung nötig ist. Den Platz aufzugeben, ohne nachzufragen, wäre der größere Fehler.
Manchmal. Lass dich bei mehreren Einrichtungen auf die Warteliste setzen, frag nach kurzfristig frei werdenden Plätzen und erweitere den Umkreis. Eine Tagesklinik oder ambulante Reha hat oft früher Platz als eine stationäre. Die Suchtberatung weiß, wo es in deiner Region gerade schneller geht.
Bei Alkohol und Beruhigungsmitteln bitte nicht schlagartig und nicht ohne ärztliche Begleitung – ein unbegleiteter Entzug kann lebensgefährlich sein. Sprich mit Hausärztin oder Hausarzt, was bis zur Aufnahme sinnvoll ist: weniger, kontrollierter, sicherer.
Nein. Sie überbrücken die Zeit, bis die Behandlung beginnt, und begleiten danach. Diagnose und Therapie gehören in die Hände von Fachleuten.
Allgemeine Orientierung, kein Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung. Werkzeuge in der Testphase können sich noch ändern.