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Sucht-Reha beantragen: der Weg in die Entwöhnung

Die Entwöhnung (Sucht-Reha) behandelt die Abhängigkeit selbst – stationär, in einer Tagesklinik oder ambulant. Sie muss beantragt werden, meist bei der Rentenversicherung. Eine Suchtberatungsstelle erledigt den Antrag mit dir, kostenlos.

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🚑 Akut gefährlich? Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampfanfall oder Suizidgedanken sofort den Notruf 112 wählen.

Für wen ist das?

Für Menschen mit einer Abhängigkeit, die nach dem Entzug lernen wollen, ohne das Suchtmittel zu leben. Die Reha ist freiwillig. Sie setzt in der Regel voraus, dass du entgiftet bist oder die Entgiftung direkt davor geplant ist.

So gehst du vor

  1. Zur Suchtberatung gehenDie Beratungsstelle klärt mit dir, welche Form passt (stationär, Tagesklinik, ambulant), und schreibt den Sozialbericht. Ohne diesen Bericht wird ein Antrag in der Regel nicht bearbeitet.
  2. Ärztlichen Befundbericht holenHausarzt, Hausärztin oder die Entgiftungsklinik füllt den ärztlichen Teil des Antrags aus.
  3. Antrag stellenZuständig ist meist die Rentenversicherung, sonst die Krankenkasse. Du kannst eine Wunschklinik angeben – die Kostenträger müssen berechtigte Wünsche berücksichtigen.
  4. Bescheid abwartenDie Entscheidung kommt meist innerhalb weniger Wochen. Wird der Antrag abgelehnt oder eine andere Klinik zugewiesen, kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.
  5. Aufnahme planenDie Klinik nennt dir einen Aufnahmetermin. Liegt davor eine Entgiftung, lässt sich der Übergang oft nahtlos organisieren – frag ausdrücklich danach.

Unsicher, was du am Telefon sagen sollst? So gelingt der erste Anruf – mit Sätzen zum Ablesen.

Wer zahlt?

Die Rentenversicherung oder die Krankenkasse trägt die Behandlung. Je nach Einkommen kann eine Zuzahlung pro Tag anfallen; viele sind davon befreit. Während einer Reha der Rentenversicherung kannst du Übergangsgeld bekommen, wenn kein Lohn weitergezahlt wird.

Wie lange?

Stationär meist mehrere Wochen bis einige Monate – bei Drogenabhängigkeit in der Regel länger als bei Alkohol oder Medikamenten. Ambulante Reha läuft neben dem Alltag über viele Monate.

Was du brauchst

Antragsformulare des Kostenträgers, Sozialbericht der Beratungsstelle, ärztlicher Befundbericht, Versichertendaten. Die Beratungsstelle hat die Formulare und weiß, was dein Kostenträger verlangt.

Wenn es hakt

Kostenzusage dauert oder wird abgelehnt
Frag beim Kostenträger nach dem Stand und lass die Beratungsstelle nachhaken. Gegen eine Ablehnung ist Widerspruch möglich – oft mit Erfolg, wenn Unterlagen nachgereicht werden.
Lücke zwischen Entgiftung und Reha
Sprich schon in der Entgiftung den Sozialdienst an. Ein nahtloser Übergang ist möglich, muss aber früh beantragt werden.
Kinder, Arbeit, Wohnung
Es gibt Kliniken, die Kinder mit aufnehmen, und ambulante oder tagesklinische Formen. Für den Arbeitgeber zählt eine bewilligte Reha wie eine Krankschreibung; den Grund musst du nicht nennen.

Was andere erlebt haben

Hier zeigen wir, was Menschen beim ersten Kontakt wirklich erlebt haben: Gab es einen Platz? Wie lange war die Wartezeit? Woran hat es gehakt?

Dafür sammeln wir anonyme Rückmeldungen. Noch sind es zu wenige, um sie ehrlich auszuwerten – wir zeigen lieber nichts als geschätzte Zahlen.

Du hattest schon Kontakt mit einer Stelle? Such sie im Verzeichnis und tippe dort auf „Ich hatte Kontakt" – das dauert zehn Sekunden und hilft den Nächsten. Die Auswertung nach Regionen findest du im Versorgungs-Atlas.

⏳ Wartezeit? So überbrückst du sie

Zwischen dem ersten Anruf und dem Platz liegen oft Wochen. In dieser Zeit musst du nicht allein durchhalten:

  • Akut-Anker – wenn der Druck kommt, sofort und ohne Anmeldung
  • Übergabe-Paket und Verläufe als PDF – damit der erste Termin nicht bei null anfängt
  • Community – Menschen, die dasselbe kennen

Alles zum Überbrücken der Wartezeit →

Häufige Fragen

Darf ich mir die Klinik aussuchen?

Du hast ein Wunsch- und Wahlrecht. Nenne die Klinik im Antrag und begründe kurz, warum sie zu dir passt (Schwerpunkt, Nähe zur Familie, Kinder). Der Kostenträger muss berechtigte Wünsche berücksichtigen.

Stationär, Tagesklinik oder ambulant – was passt?

Stationär gibt Abstand vom Alltag. In der Tagesklinik bist du tagsüber in Behandlung und abends zu Hause. Ambulant gehst du ein- bis mehrmals pro Woche zur Therapie und lebst und arbeitest normal weiter. Die Beratungsstelle hilft bei der Entscheidung.

Was ist „Therapie statt Strafe"?

Bei Straftaten im Zusammenhang mit einer Drogenabhängigkeit kann die Vollstreckung einer Strafe unter bestimmten Voraussetzungen zugunsten einer Therapie zurückgestellt werden. Das klären Beratungsstelle, Verteidigung und Staatsanwaltschaft gemeinsam.

Allgemeine Orientierung zum deutschen Suchthilfesystem – kein Ersatz für eine persönliche Beratung. Einzelheiten unterscheiden sich je Kostenträger und Bundesland; verbindlich ist, was Beratungsstelle, Klinik oder Kostenträger dir sagen. Etwas stimmt nicht? Schreib uns.

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