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Adaption und Nachsorge: der Weg zurück in den Alltag

Die Adaption ist die zweite Phase der Reha: Du übst Alltag, Arbeit und Wohnen ohne Suchtmittel – mit Rückhalt. Sie wird in der Regel aus der Entwöhnung heraus beantragt. Für alle anderen gibt es die ambulante Nachsorge.

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🚑 Akut gefährlich? Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampfanfall oder Suizidgedanken sofort den Notruf 112 wählen.

Für wen ist das?

Für Menschen, die nach der Entwöhnung noch keinen sicheren Boden haben: keine Wohnung, keine Arbeit, ein Umfeld, in dem konsumiert wird. Wer in ein stabiles Zuhause zurückkehrt, nutzt eher die ambulante Nachsorge.

So gehst du vor

  1. Früh ansprechenSag in der Entwöhnung rechtzeitig, dass du eine Adaption oder Nachsorge möchtest. Die Klinik stellt den Antrag beim Kostenträger – das braucht Vorlauf.
  2. Einrichtung wählenAdaptionshäuser liegen oft in Städten, damit Praktika und Wohnungssuche möglich sind. Überleg, ob du in deine Heimatregion zurück oder bewusst woanders neu anfangen willst.
  3. AdaptionDu wohnst in der Einrichtung, machst ein Praktikum oder eine Arbeitserprobung, regelst Schulden und Behördensachen und suchst eine Wohnung. Therapiegespräche laufen weiter, aber seltener.
  4. Nachsorge anschließenNach Reha oder Adaption folgen ambulante Nachsorgegespräche, meist in einer Beratungsstelle an deinem Wohnort. Auch sie beantragt die Klinik vor deiner Entlassung.
  5. Selbsthilfe dazunehmenEine Gruppe trägt weiter, wenn die bezahlten Angebote enden. Viele gehen schon während der Adaption zu den ersten Treffen.

Unsicher, was du am Telefon sagen sollst? So gelingt der erste Anruf – mit Sätzen zum Ablesen.

Wer zahlt?

Adaption und Nachsorge sind Teil der Rehabilitation und werden vom selben Kostenträger bezahlt wie die Entwöhnung – meist der Rentenversicherung.

Wie lange?

Die Adaption dauert in der Regel einige Monate. Die ambulante Nachsorge läuft meist über etwa ein halbes Jahr und kann verlängert werden.

Was du brauchst

Keinen eigenen Antrag von dir: Die Klinik beantragt beides. Wichtig ist, dass du es früh genug ansprichst und eine Einrichtung nennst, in die du möchtest.

Wenn es hakt

Kein Platz im Wunschhaus
Nenn zwei oder drei Einrichtungen. Der Sozialdienst der Klinik weiß meist, wo gerade Plätze frei werden.
Die Zeit nach der Entlassung
Die ersten Wochen sind die riskantesten. Leg vor der Entlassung fest: erster Nachsorgetermin, erste Gruppe, wen du anrufst, wenn es eng wird.
Wohnung und Arbeit fehlen
Genau dafür ist die Adaption da. Reicht die Zeit nicht, kann betreutes Wohnen der nächste Schritt sein.

Was andere erlebt haben

Hier zeigen wir, was Menschen beim ersten Kontakt wirklich erlebt haben: Gab es einen Platz? Wie lange war die Wartezeit? Woran hat es gehakt?

Dafür sammeln wir anonyme Rückmeldungen. Noch sind es zu wenige, um sie ehrlich auszuwerten – wir zeigen lieber nichts als geschätzte Zahlen.

Du hattest schon Kontakt mit einer Stelle? Such sie im Verzeichnis und tippe dort auf „Ich hatte Kontakt" – das dauert zehn Sekunden und hilft den Nächsten. Die Auswertung nach Regionen findest du im Versorgungs-Atlas.

⏳ Wartezeit? So überbrückst du sie

Zwischen dem ersten Anruf und dem Platz liegen oft Wochen. In dieser Zeit musst du nicht allein durchhalten:

  • Akut-Anker – wenn der Druck kommt, sofort und ohne Anmeldung
  • Übergabe-Paket und Verläufe als PDF – damit der erste Termin nicht bei null anfängt
  • Community – Menschen, die dasselbe kennen

Alles zum Überbrücken der Wartezeit →

Häufige Fragen

Ist die Adaption Pflicht?

Nein. Sie ist ein Angebot für alle, die nach der Entwöhnung mehr Unterstützung beim Übergang brauchen.

Kann ich nach einem Rückfall wieder einsteigen?

Ja. Ein Rückfall beendet den Weg nicht. Melde dich schnell bei Nachsorge oder Beratungsstelle – sie klären mit dir, was jetzt hilft.

Allgemeine Orientierung zum deutschen Suchthilfesystem – kein Ersatz für eine persönliche Beratung. Einzelheiten unterscheiden sich je Kostenträger und Bundesland; verbindlich ist, was Beratungsstelle, Klinik oder Kostenträger dir sagen. Etwas stimmt nicht? Schreib uns.

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