Suchthilfeverzeichnis › Hilfeweg › Entgiftung
Die Entgiftung ist der körperliche Entzug unter ärztlicher Aufsicht im Krankenhaus. In der Regel brauchst du eine Einweisung von Hausärztin oder Hausarzt; die Krankenkasse zahlt. Im Notfall gehst du direkt in die Notaufnahme.
🚑 Akut gefährlich? Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampfanfall oder Suizidgedanken sofort den Notruf 112 wählen.
Für alle, deren Körper sich an eine Substanz gewöhnt hat – vor allem Alkohol, Beruhigungs- und Schlafmittel, Opioide. Bei Alkohol und Beruhigungsmitteln kann ein Entzug ohne ärztliche Begleitung lebensgefährlich werden (Krampfanfälle, Delir). Setz diese Mittel deshalb nicht auf eigene Faust schlagartig ab.
Unsicher, was du am Telefon sagen sollst? So gelingt der erste Anruf – mit Sätzen zum Ablesen.
Die Krankenkasse übernimmt die Behandlung. Erwachsene zahlen im Krankenhaus eine gesetzliche Zuzahlung pro Tag, begrenzt auf eine Höchstzahl von Tagen im Jahr; bei geringem Einkommen ist eine Befreiung möglich. Wer nicht versichert ist, wendet sich an den Sozialdienst der Klinik oder an eine Beratungsstelle.
Je nach Substanz und Klinik etwa eine bis drei Wochen; ein qualifizierter Entzug dauert meist länger als die reine körperliche Entgiftung.
Einweisung, Versichertenkarte, eine Liste deiner Medikamente und Kleidung für mehrere Tage. Wenn du Kinder oder Haustiere versorgst: kläre vorher, wer einspringt – die Beratungsstelle hilft dabei.
Hier zeigen wir, was Menschen beim ersten Kontakt wirklich erlebt haben: Gab es einen Platz? Wie lange war die Wartezeit? Woran hat es gehakt?
Dafür sammeln wir anonyme Rückmeldungen. Noch sind es zu wenige, um sie ehrlich auszuwerten – wir zeigen lieber nichts als geschätzte Zahlen.
Du hattest schon Kontakt mit einer Stelle? Such sie im Verzeichnis und tippe dort auf „Ich hatte Kontakt" – das dauert zehn Sekunden und hilft den Nächsten. Die Auswertung nach Regionen findest du im Versorgungs-Atlas.
Bei Alkohol und Beruhigungsmitteln nur nach ärztlicher Absprache – ein unbegleiteter Entzug kann lebensgefährlich sein. Manche Praxen und Ambulanzen bieten einen ambulanten Entzug an, wenn die Voraussetzungen stimmen.
Der Körper ist entgiftet, die Abhängigkeit ist damit noch nicht behandelt. Der nächste Schritt ist meist eine Entwöhnung (Reha) oder eine engmaschige ambulante Begleitung.
Der Körper verträgt nach dem Entzug deutlich weniger als vorher. Wer dann die gewohnte Menge nimmt, riskiert eine Überdosis – besonders bei Opioiden.
Allgemeine Orientierung zum deutschen Suchthilfesystem – kein Ersatz für eine persönliche Beratung. Einzelheiten unterscheiden sich je Kostenträger und Bundesland; verbindlich ist, was Beratungsstelle, Klinik oder Kostenträger dir sagen. Etwas stimmt nicht? Schreib uns.