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Entgiftung: so kommst du an einen Platz

Die Entgiftung ist der körperliche Entzug unter ärztlicher Aufsicht im Krankenhaus. In der Regel brauchst du eine Einweisung von Hausärztin oder Hausarzt; die Krankenkasse zahlt. Im Notfall gehst du direkt in die Notaufnahme.

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🚑 Akut gefährlich? Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampfanfall oder Suizidgedanken sofort den Notruf 112 wählen.

Für wen ist das?

Für alle, deren Körper sich an eine Substanz gewöhnt hat – vor allem Alkohol, Beruhigungs- und Schlafmittel, Opioide. Bei Alkohol und Beruhigungsmitteln kann ein Entzug ohne ärztliche Begleitung lebensgefährlich werden (Krampfanfälle, Delir). Setz diese Mittel deshalb nicht auf eigene Faust schlagartig ab.

So gehst du vor

  1. Mit Ärztin oder Arzt sprechenHausarzt oder Hausärztin stellt die Einweisung („Verordnung von Krankenhausbehandlung") aus. Sag offen, was und wie viel du konsumierst – das bestimmt, wie der Entzug begleitet wird.
  2. Klinik anrufenRuf auf der Station an und frag nach einem Aufnahmetermin. Viele Stationen führen eine Warteliste; manche verlangen, dass du dich regelmäßig meldest, um auf der Liste zu bleiben.
  3. AufnahmeDu wirst untersucht und bekommst bei Bedarf Medikamente gegen Entzugserscheinungen. Pflege und Ärzte sind rund um die Uhr da.
  4. Qualifizierter EntzugViele Kliniken bieten mehr als die reine Entgiftung: Gespräche, Gruppen und die Planung, wie es danach weitergeht. Frag gezielt danach.
  5. Anschluss sichernNoch in der Klinik kann der Sozialdienst mit dir einen Reha-Antrag stellen oder den Kontakt zur Beratungsstelle herstellen. Ohne Anschluss ist das Rückfallrisiko am höchsten.

Unsicher, was du am Telefon sagen sollst? So gelingt der erste Anruf – mit Sätzen zum Ablesen.

Wer zahlt?

Die Krankenkasse übernimmt die Behandlung. Erwachsene zahlen im Krankenhaus eine gesetzliche Zuzahlung pro Tag, begrenzt auf eine Höchstzahl von Tagen im Jahr; bei geringem Einkommen ist eine Befreiung möglich. Wer nicht versichert ist, wendet sich an den Sozialdienst der Klinik oder an eine Beratungsstelle.

Wie lange?

Je nach Substanz und Klinik etwa eine bis drei Wochen; ein qualifizierter Entzug dauert meist länger als die reine körperliche Entgiftung.

Was du brauchst

Einweisung, Versichertenkarte, eine Liste deiner Medikamente und Kleidung für mehrere Tage. Wenn du Kinder oder Haustiere versorgst: kläre vorher, wer einspringt – die Beratungsstelle hilft dabei.

Wenn es hakt

Wartezeit auf einen Platz
Lass dich bei mehreren Kliniken auf die Liste setzen und frag nach kurzfristig frei werdenden Plätzen. Bis dahin: nicht allein schlagartig absetzen, sondern ärztlich begleiten lassen.
Akute Gefahr
Bei Krampfanfall, Verwirrtheit, Halluzinationen, Atemproblemen oder Suizidgedanken: sofort 112. Die Notaufnahme muss dich auch ohne Einweisung untersuchen.
Angst vor dem Entzug
In der Klinik werden Entzugserscheinungen behandelt. Sag bei der Aufnahme, wovor du dich fürchtest – dafür ist das Team da.

Was andere erlebt haben

Hier zeigen wir, was Menschen beim ersten Kontakt wirklich erlebt haben: Gab es einen Platz? Wie lange war die Wartezeit? Woran hat es gehakt?

Dafür sammeln wir anonyme Rückmeldungen. Noch sind es zu wenige, um sie ehrlich auszuwerten – wir zeigen lieber nichts als geschätzte Zahlen.

Du hattest schon Kontakt mit einer Stelle? Such sie im Verzeichnis und tippe dort auf „Ich hatte Kontakt" – das dauert zehn Sekunden und hilft den Nächsten. Die Auswertung nach Regionen findest du im Versorgungs-Atlas.

⏳ Wartezeit? So überbrückst du sie

Zwischen dem ersten Anruf und dem Platz liegen oft Wochen. In dieser Zeit musst du nicht allein durchhalten:

  • Akut-Anker – wenn der Druck kommt, sofort und ohne Anmeldung
  • Übergabe-Paket und Verläufe als PDF – damit der erste Termin nicht bei null anfängt
  • Community – Menschen, die dasselbe kennen

Alles zum Überbrücken der Wartezeit →

Häufige Fragen

Kann ich zu Hause entgiften?

Bei Alkohol und Beruhigungsmitteln nur nach ärztlicher Absprache – ein unbegleiteter Entzug kann lebensgefährlich sein. Manche Praxen und Ambulanzen bieten einen ambulanten Entzug an, wenn die Voraussetzungen stimmen.

Was passiert nach der Entgiftung?

Der Körper ist entgiftet, die Abhängigkeit ist damit noch nicht behandelt. Der nächste Schritt ist meist eine Entwöhnung (Reha) oder eine engmaschige ambulante Begleitung.

Warum ist die Zeit nach dem Entzug riskant?

Der Körper verträgt nach dem Entzug deutlich weniger als vorher. Wer dann die gewohnte Menge nimmt, riskiert eine Überdosis – besonders bei Opioiden.

Allgemeine Orientierung zum deutschen Suchthilfesystem – kein Ersatz für eine persönliche Beratung. Einzelheiten unterscheiden sich je Kostenträger und Bundesland; verbindlich ist, was Beratungsstelle, Klinik oder Kostenträger dir sagen. Etwas stimmt nicht? Schreib uns.

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