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Öffentlich lesbarer Thread

Warum das abendliche Gebet jetzt irgendwie mehr wie ein Anker wirkt

Ich sitz hier auf meinem kleinen Balkon, es ist schon fast dunkel, die Straße unten glüht leicht von den Laternen und ich hör das leise Rauschen vom Rhein. Heute war wieder so ein Tag, an dem der Stress an der Uni fast wieder meine Gedanken in den grünen Loop zurückziehen wollte – Klausur in Zivilrecht, ein wichtiges Seminar und dann das ständige „Wie geht’s deiner Mutter?“ aus der Familie, das immer irgendwie wie ein stilles Urteil klingt. Ich habe dann beschlossen, das alte, fast vergessene Abendgebet zu versuchen, das meine Oma immer gemacht hat, wenn sie nachts nicht schlafen konnte. Nicht weil ich jetzt plötzlich religiös werden will, sondern weil es einfach so vertraut war, wie das Rascheln der Seiten im Gesetzbuch. Ich setz mich hin, atme tief ein, und die Worte kommen kaum flüssig, eher stockend, aber jedes Mal fühlt es sich an, als würde ein kleiner Anker im Bauch stecken bleiben. Vielleicht liegt es ja daran, dass ich in den letzten 5 Monaten clean bin und mein Körper und Geist jetzt eher auf so kleine Rituale reagieren. Die Panikattacken, die früher manchmal aus dem Nichts kamen, haben sich ein bisschen gelegt, aber es gibt noch diese Momente, in denen das Herz bis zum Hals schlägt, wenn ich an die alte Psychose‑Angst denke. Und genau dann, wenn das Gebet endet, spür ich plötzlich, wie die Luft wieder ein bisschen leichter wird. Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit alten sprituellen Praktiken, die plötzlich wieder Sinn ergeben, wenn man clean ist? Oder ist das nur mein Kopf, der versucht, irgendwo Halt zu finden? Inshallah wird es mir weiter helfen. ❤️
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