Öffentlich lesbarer Thread
Ritalin im Alltag – Hilfe oder neuer Käfig
Also, ich sitz hier in meiner kleinen Wohnung, das Licht vom Flur dringt gerade noch schwach rein, und draußen klingt das leise Lachen von Menschen, die im Sommergarten ein Bierchen genießen. Samstagabend, und ich weiß, das ist für viele von euch ein echter Prüfstein – besonders wenn man wie ich versucht, clean zu bleiben. Ich bin jetzt seit 25 Tage clean, also ein paar Tage jetzt, und die Versuchung, mal ein bisschen Ritalin zu schnappen, schleicht sich immer wieder ein, besonders wenn ich an die alten Zeiten zurückdenke, als ich noch in den Clubs von Kreuzberg rumgelaufen bin und das Zeug als „Boost“ für die lange Nacht benutzt hab.
Früher war das System total lose – man konnte irgendwo ein Päckchen kriegen, ohne groß drüber nachzudenken. Heute gibt’s mehr Aufklärung, doch gleichzeitig wirkt das Angebot von Online‑Shops fast unendlich. Ich frage mich, ob das neue Betreuungsnetz wirklich hilft, oder ob wir nur ein bisschen mehr Bürokratie kriegen, die uns nciht wirklich erreicht.
Manchmal frage ich mich, ob das hier nicht einfach ein neuer Käfig ist, nur mit anderen Gitterstäben – das Polamidon hält mich am Leben, aber die kleinen Stimulanzien... musste das grad einfach mal rauslassen.
