Deutschland nimmt Milliarden aus Tabak, Alkohol und Glücksspiel ein. Prävention ist dagegen gering sichtbar finanziert; nötig wäre ein zweckgebundener Suchtfonds.
Podcast 🎙️
Video 🎬
Einleitung: Wenn der Staat an Sucht verdient, darf Hilfe nicht betteln
Deutschland nimmt jedes Jahr Milliarden durch Tabak, Alkohol, Glücksspiel und andere Risikomärkte ein.
Tabak wird besteuert.
Alkohol wird besteuert.
Bier wird besteuert.
Schaumwein wird besteuert.
Glücksspiel wird besteuert.
Onlinewerbung wird besteuert.
Pharmaumsätze werden besteuert.
Cannabis-Telemedizin erzeugt Umsätze.
Zuckergetränke sollen künftig zusätzlich belastet werden.
Social-Media-Plattformen verdienen an Aufmerksamkeit.
Glücksspielanbieter verdienen an Wiederholung.
Der Staat verdient indirekt mit.
Aber wenn es um Prävention, Suchthilfe, Angehörigenhilfe, Doppeldiagnose-Zentren, Drug Checking, digitale Hilfe, Krisennachsorge oder Jugend-Suchtkliniken geht, wird plötzlich gerechnet, verschoben, gestritten und gekürzt.
Genau hier liegt der Skandal.
Nicht, weil jede Steuer automatisch zweckgebunden sein muss.
Nicht, weil jeder Konsument automatisch Opfer ist.
Nicht, weil der Staat für jede individuelle Entscheidung verantwortlich wäre.
Sondern weil Politik seit Jahrzehnten weiß:
Sucht kostet Milliarden.
Sucht zerstört Familien.
Sucht belastet Kliniken.
Sucht belastet Polizei.
Sucht belastet Schulen.
Sucht belastet Sozialkassen.
Sucht belastet Kinder und Angehörige.
Und trotzdem fließen die Einnahmen aus Risikomärkten nicht sichtbar und verbindlich zurück in Schutz, Prävention und Hilfe.
Die zentrale Frage dieses Artikels lautet deshalb:
Wenn der Staat an Tabak, Alkohol, Glücksspiel, Aufmerksamkeit und Folgebehandlung mitverdient – warum muss Suchthilfe dann um vergleichsweise kleine Beträge kämpfen?
✨ KIS-ZUSAMMENFASSUNG: Worum geht es?
- Die Einnahmen: Tabak-, Alkohol-, Bier-, Schaumwein- und Glücksspielsteuern bringen konservativ gerechnet über 23 Milliarden Euro pro Jahr.
- Die Ausgaben: Im Bundeshaushalt 2025 stehen für Drogen-/Suchtaufklärung und Modell-/Forschungsvorhaben zusammen rund 20,5 Millionen Euro.
- Das Verhältnis: Diese direkten BMG-Suchtmittel entsprechen rechnerisch nur rund 0,09 % der genannten sucht- und risikonahen Steuereinnahmen.
- Der blinde Fleck: Der Staat verdient auch indirekt an Social Media, Werbung, Pharmafolgebehandlung, Cannabis-Telemedizin, Zuckerprodukten, Sportwetten und Plattformökonomie.
- Die Lösung: Ein gesetzlich sichtbarer Suchtpräventions- und Behandlungsfonds aus direkten Steuern und Risikoabgaben – mit klarer Erfolgskontrolle.
Die harte Zahl: Über 23 Milliarden Euro aus sucht- und risikonahen Steuern
Für 2025 lassen sich aus offiziellen Steuerdaten mehrere sucht- und risikonahe Einnahmequellen klar benennen.
Diese Rechnung ist bewusst konservativ. Sie enthält nur klar erkennbare Steuerarten und lässt viele indirekte Einnahmen noch außen vor.
Die bittere Gegenrechnung: Direkte Suchtprävention im Bundeshaushalt
Im Bundeshaushalt 2025 sind für Aufklärungsmaßnahmen auf dem Gebiet des Drogen- und Suchtmittelmissbrauchs rund 15,214 Millionen Euro vorgesehen.
Zusätzlich stehen für Modellmaßnahmen und Forschungsvorhaben auf dem Gebiet des Drogen- und Suchtmittelmissbrauchs rund 5,300 Millionen Euro.
Zusammen sind das rund 20,514 Millionen Euro.
Das ist nicht die gesamte Suchthilfe in Deutschland. Behandlung, Reha, Kliniken, Krankenkassen, Rentenversicherung, Länder, Kommunen und freie Träger finanzieren weitere Bereiche.
Aber genau das ist der Punkt:
Die Einnahmen aus Risikomärkten sind sichtbar.
Die Hilfen sind zersplittert.
Die Prävention ist klein.
Die Finanzierung ist oft projektabhängig.
Und eine feste Zweckbindung fehlt.
Wo landet das Geld wirklich?
Die unbequeme Antwort lautet:
In der Regel nicht automatisch dort, wo der Schaden entsteht.
Das deutsche Haushaltsrecht arbeitet grundsätzlich mit dem Prinzip der Gesamtdeckung. Einnahmen fließen in den allgemeinen Haushalt und dienen der Finanzierung aller Ausgaben. Zweckbindungen sind möglich, aber nicht der Normalfall.
Das bedeutet:
Tabaksteuer heißt nicht automatisch Tabakprävention.
Alkoholsteuer heißt nicht automatisch Suchthilfe.
Glücksspielsteuer heißt nicht automatisch Glücksspielsuchtprävention.
Cannabis-Umsatzsteuer heißt nicht automatisch Drug Checking.
Pharma-Umsatz heißt nicht automatisch Frühhilfe.
Online-Werbemarkt heißt nicht automatisch Medienkompetenz.
Politisch ist das entscheidend.
Denn wenn eine Steuer mit Gesundheits- oder Jugendschutz begründet wird, aber nicht sichtbar in Schutz und Hilfe zurückfließt, entsteht ein Glaubwürdigkeitsproblem.
Dann wirkt der Staat nicht wie ein Schutzakteur.
Dann wirkt er wie ein Mitverdiener.

Die Folgekosten: Alkohol und Tabak kosten viel mehr, als sie einbringen
Noch deutlicher wird der Widerspruch, wenn man die Einnahmen den Folgekosten gegenüberstellt.
Die volkswirtschaftlichen Kosten des Alkoholkonsums werden in Deutschland auf rund 57,04 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.
Die volkswirtschaftlichen Kosten des Rauchens liegen bei rund 97,24 Milliarden Euro pro Jahr.
Zusammen sind das rund 154,28 Milliarden Euro Folgekosten.
Dem gegenüber stehen 2025 direkte Alkohol-/Bier-/Schaumweinsteuern von etwa 2,916 Milliarden Euro und Tabaksteuern von rund 17,632 Milliarden Euro.
Nicht nur Suchtsteuern: Wo der Staat indirekt mitverdient
Der größte blinde Fleck ist aber: Der Staat verdient nicht nur dort an Sucht, wo eine Steuer ausdrücklich „Tabaksteuer“ oder „Alkoholsteuer“ heißt.
Er verdient auch indirekt an Märkten, die Abhängigkeit, Wiederholung, Aufmerksamkeit, Konsumdruck oder Folgebehandlung erzeugen.
Social Media ist dafür ein gutes Beispiel.
Plattformen verdienen an Aufmerksamkeit. Je länger Menschen scrollen, reagieren, kommentieren, liken, konsumieren und emotional getriggert werden, desto wertvoller wird Werbung. Der Staat erhebt keine „Social-Media-Suchtsteuer“, aber er profitiert über Unternehmenssteuern, Umsatzsteuer, Lohnsteuer, Werbemarkt und Plattformwirtschaft.
Bei Glücksspiel ist es ähnlich, nur direkter: Staat und Länder regulieren, lizenzieren und besteuern. Gleichzeitig landen die Folgeschäden bei Familien, Schuldnerberatung, Suchtberatung, Justiz, Jobcentern und Kliniken.
Bei medizinischem Cannabis entsteht kein klassischer Cannabis-Steuerfonds. Aber es entstehen Umsätze über Plattformen, Telemedizin, Apotheken, Ärzte, Hersteller und Versand. Werbung ist rechtlich begrenzt, doch im Alltag sehen viele Menschen trotzdem cannabisnahe Kommunikation, SEO-Kampagnen, Plattformwerbung oder Lifestyle-Marketing.
Bei Legal Highs, HHC-ähnlichen Trends, Research Chemicals oder Graumarktprodukten ist es besonders absurd: Private Gewinne entstehen schnell, Kontrollen hinken hinterher, und die Folgekosten landen bei Notaufnahme, Psychiatrie, Polizei und Familien.
Bei Arzneimitteln muss man sauber bleiben: Psychopharmaka sind nicht „böse“. Antidepressiva, Antipsychotika, Schlafmittel, Substitutionsmittel oder Entzugsmedikamente können notwendig und lebensrettend sein. Das Problem ist nicht, dass Medikamente existieren. Das Problem ist, dass Prävention, Frühhilfe und psychosoziale Unterstützung oft zu spät oder zu schwach finanziert werden, während Folgebehandlungen später selbstverständlich bezahlt werden müssen.
Cannabis: Kein echter Präventionsfonds, aber wachsender Markt
Bei Cannabis muss man sauber unterscheiden.
Für Freizeit-Cannabis gibt es in Deutschland aktuell keinen normalen kommerziellen Verkauf wie in Kanada oder manchen US-Bundesstaaten. Das Cannabisgesetz setzt vor allem auf Eigenanbau und nicht-kommerzielle Anbauvereinigungen. Werbung für Cannabis und Anbauvereinigungen ist verboten.
Bei medizinischem Cannabis gibt es keine spezielle Cannabissteuer wie bei Tabak oder Alkohol. Es entstehen aber Umsätze über Apotheken, Telemedizin, Plattformen, Hersteller und Versand. Auf medizinische Produkte können Umsatzsteueranteile entfallen, und Unternehmen zahlen je nach Struktur weitere Steuern.
Gleichzeitig sehen viele Menschen im Alltag trotzdem cannabisnahe Werbung, Plattformkommunikation oder SEO-Marketing. Genau hier entsteht ein politisches Problem:
Das Gesetz sagt Schutz.
Der Markt findet Sprache.
Der Algorithmus findet Zielgruppen.
Die Prävention bleibt schwach.
Wenn Deutschland künftig kommerzielle Modellprojekte oder regulierte Verkäufe ausweitet, muss von Anfang an klar sein:
Ein Teil der Einnahmen gehört in Prävention, Drug Checking, Jugendhilfe, Suchthilfe, Doppeldiagnose-Angebote und Angehörigenhilfe.
Sonst wird der gleiche Fehler wiederholt, den man bei Alkohol, Tabak und Glücksspiel seit Jahrzehnten sieht.
Glücksspiel: Der Staat kassiert, Familien verlieren
Glücksspiel ist einer der deutlichsten Fälle.
Es gibt staatliche Einnahmen. Es gibt riesige Spieleinsätze. Es gibt Werbung, Sponsoring, Online-Casinos, Sportwetten, Plattformen, Apps, Sperrsysteme und Menschen, die trotzdem abrutschen.
Glücksspielsucht ist oft leise.
Kein Geruch.
Keine Flasche.
Keine Einstichstelle.
Kein klassischer Rausch.
Aber am Ende stehen Schulden, Lügen, Kredite, familiärer Vertrauensbruch, Suizidgedanken, Jobverlust, Beschaffungskriminalität und zerstörte Beziehungen.
Wenn der Staat Glücksspiel reguliert und besteuert, dann muss Spielerschutz mehr sein als ein Hinweis im Kleingedruckten.
Er muss finanziert werden.
Zuckersteuer: Prävention oder neue Einnahmequelle?
Die geplante Zuckerabgabe ab 2028 zeigt, dass Politik inzwischen verstanden hat: Preise können Verhalten lenken.
Das ist grundsätzlich richtig.
Zucker ist nicht 1:1 mit Alkohol, Nikotin oder Glücksspiel gleichzusetzen. Aber auch zuckerhaltige Getränke, Energy-Produkte und stark beworbene Kinderprodukte wirken über Belohnung, Gewohnheit, Verfügbarkeit und Marketing.
Wenn die Zuckerabgabe kommt, muss sie beweisen, dass sie wirklich Prävention stärkt.
Nicht nur Krankenkassenlöcher stopft.
Nicht nur allgemeine Einnahmen erzeugt.
Nicht nur Symbolpolitik ist.
Die Frage ist dieselbe wie bei Tabak, Alkohol und Glücksspiel:
Fließt das Geld sichtbar in Schutz — oder verschwindet es im System?
Der Blick über Suchtsteuern hinaus: Krise, Kraftstoff, Ausland, Rüstung
Die Debatte um Suchtsteuern ist nur ein Teil eines größeren Problems. Deutschland zeigt in anderen Bereichen regelmäßig, dass enorme Summen mobilisiert werden können, wenn politische Priorität besteht.
Bei Kraftstoffen nimmt der Staat über Energiesteuer, Umsatzsteuer und CO₂-Preis erhebliche Beträge ein. Zusätzlich bestand 2025 bei Benzin und Diesel ein hoher Steuer- und Abgabenanteil am Endpreis. Gerade in Krisenzeiten entsteht dadurch der Eindruck: Der Staat verdient an steigenden Lebenshaltungskosten mit, während Entlastung für Bürger politisch schwerfällig bleibt.
Auch bei Entwicklungszusammenarbeit, internationaler Hilfe, Ukraine-Unterstützung und Verteidigung werden Milliardenbeträge bewegt. Das kann aus außenpolitischer, humanitärer oder sicherheitspolitischer Sicht begründet sein. Aber die Frage bleibt: Warum wird Suchtprävention im eigenen Land nicht mit derselben strategischen Ernsthaftigkeit behandelt?
Sucht zerstört keine Grenzen, aber Familien. Sucht schickt keine Panzer, aber Kinder in Kliniken. Sucht erzeugt keine klassischen Kriegsschäden, aber Gewalt, Wohnungslosigkeit, Schulden, psychische Erkrankungen, Polizeieinsätze, Klinik-Drehtüren und Angehörige, die selbst zusammenbrechen.
Wenn äußere Sicherheit Milliarden wert ist, muss innere gesundheitliche Sicherheit mehr wert sein als befristete Modellprojekte, Zuständigkeitsgerangel und kleine Präventionsbudgets.
Die Rechenmodelle: Was schon kleine Anteile bewirken könnten
Die konservative Mindestbasis liegt bei rund 23,011 Milliarden Euro sucht- und risikonaher Steuereinnahmen.
Schon kleine Zweckbindungen würden gewaltige Summen erzeugen.
Beispiel Zigaretten: 10 Cent pro Packung könnten über 300 Millionen bringen
2025 wurden in Deutschland 66,4 Milliarden Zigaretten versteuert. Das entspricht rechnerisch etwa 3,32 Milliarden Packungen à 20 Zigaretten.
Eine Präventionsabgabe pro Packung würde bereits enorme Summen erzeugen.
Hendrik Streeck nach einem Jahr: Sichtbar warnen reicht nicht
Hendrik Streeck wurde am 28. Mai 2025 zum Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen ernannt. Nach rund einem Jahr kann man fair sagen:
Er setzt Themen.
Er warnt vor Vapes.
Er spricht über neue Substanzen.
Er fordert Jugendschutz.
Er kritisiert Versorgungslücken.
Er hat bei der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik Aufmerksamkeit erzeugt.
Aber genau dort zeigt sich auch die Grenze seiner Rolle.
Ein Drogenbeauftragter kann warnen, vermitteln, mahnen, Studien einordnen und Öffentlichkeit schaffen. Er kann aber nicht allein Haushalte umschichten, Gesetze beschließen, Rentenversicherung zwingen, Kliniken retten oder Länderstrukturen umbauen.
Die entscheidende politische Frage lautet deshalb nicht nur:
Was sagt Streeck?
Sondern:
Was setzt die Bundesregierung daraus wirklich um?
Bei Vapes fordert er Aromenverbote und Jugendschutzkontrollen.
Bei Cannabis spricht er über Regulierung und Modellprojekte.
Bei neuen Substanzen fordert er Wachsamkeit.
Bei der Jugend-Suchtklinik kritisiert er die Schließung.
Aber wenn am Ende Deutschlands größte Suchtklinik für Jugendliche trotzdem schließt, zeigt das den Kernfehler:
Öffentliche Kritik ersetzt keine Finanzierungsstruktur.
Die CDU-Frage: Werte müssen sich im Haushalt zeigen
Gerade eine Partei, die mit Verantwortung, Familie, Jugend, Ordnung und christlichen Werten argumentiert, muss sich an konkreten Entscheidungen messen lassen.
Nicht an Worten.
Nicht an Reels.
Nicht an Forderungen.
Nicht an „wir müssen handeln“-Sätzen.
Sondern an Haushalt, Versorgung, Prävention und Schutz.
Wenn Kinder vor Vapes geschützt werden sollen, dann braucht es Kontrollen.
Wenn Jugendliche vor Sucht geschützt werden sollen, dann braucht es Therapieplätze.
Wenn Angehörige entlastet werden sollen, dann braucht es Angehörigenlotsen.
Wenn Polytox und Doppeldiagnosen zunehmen, dann braucht es spezialisierte Zentren.
Wenn der Staat Tabak und Alkohol besteuert, dann muss ein sichtbarer Anteil in Prävention zurückfließen.
Sonst bleibt ein Widerspruch:
Der Staat verdient an Risiko.
Die Politik spricht von Schutz.
Die Hilfe bleibt unterfinanziert.
Die Familien zahlen den Preis.
Was ein echter Suchtpräventions- und Behandlungsfonds finanzieren müsste
Ein sinnvoller Fonds dürfte nicht nur Plakate und Kampagnen bezahlen.
Er müsste dort wirken, wo heute Lücken sind.
Warum anonym-suchthilfe.de hier ein Beispiel für die fehlende Brücke ist
Viele Hilfen setzen spät an.
Wenn jemand schon in der Klinik ist.
Wenn ein Rückfall passiert ist.
Wenn Angehörige verzweifelt sind.
Wenn Jugendhilfe, Polizei oder Psychiatrie eingeschaltet werden.
Wenn die Krise bereits eskaliert ist.
Aber Sucht lebt im Alltag.
Zwischen Terminen.
Nachts.
Nach Streit.
Nach Suchtdruck.
Nach Rückfällen.
In Scham.
In Einsamkeit.
In Momenten, in denen niemand erreichbar ist.
Genau dort braucht es Brücken.
Digitale Suchthilfe ersetzt keine Beratung, keine Therapie, keine Klinik und keine Notfallhilfe. Aber sie kann helfen, Muster sichtbar zu machen:
Konsumtracker.
Mood-Tracker.
Trigger-Reflexion.
Krisen-Safety-Plan.
Angehörigenbereich.
Mehrsprachigkeit.
Vorlesefunktion.
PDF-Export für Beratung und Therapie.
Wenn Politik ernsthaft Prävention stärken will, muss sie solche niedrigschwelligen Brücken finanzieren, prüfen und in die Versorgung integrieren.
Nicht als Ersatz für Fachkräfte.
Sondern als Verstärker.
Was passiert, wenn Deutschland nichts ändert?
Dann wird es teurer.
Nicht nur finanziell.
Mehr Jugendliche mit Nikotinabhängigkeit.
Mehr psychische Folgeprobleme.
Mehr Glücksspielschulden.
Mehr Familien in Dauerkrise.
Mehr Klinik-Drehtüren.
Mehr Polizeieinsätze.
Mehr Wohnungslosigkeit.
Mehr Polytox.
Mehr Angehörige, die selbst krank werden.
Mehr Notaufnahmen.
Mehr Medikamente statt früher Hilfe.
Mehr Kosten, die niemand offen als Suchtkosten verbucht.
Und gleichzeitig wird der Staat weiter sagen:
„Wir haben kein Geld.“
Doch das stimmt so nicht.
Das Geld ist da.
Es fließt nur nicht verbindlich dorthin zurück, wo die Schäden entstehen.
NeelixberliN Fazit 🧬
Deutschland verdient direkt und indirekt an Risikomärkten.
An Tabak.
An Alkohol.
An Glücksspiel.
An Aufmerksamkeit.
An Werbung.
An Apothekenumsätzen.
An Plattformwirtschaft.
An Folgebehandlungen.
Künftig vielleicht auch an Zuckerabgaben.
Und irgendwann vielleicht an stärker reguliertem Cannabisverkauf.
Aber wenn Suchthilfe Geld braucht, wird es kompliziert.
Dann sind Zuständigkeiten unklar.
Dann ist die Rentenversicherung zuständig.
Dann sind Länder zuständig.
Dann sind Kommunen zuständig.
Dann sind Krankenkassen zuständig.
Dann sind Träger zuständig.
Dann gibt es Projektmittel.
Dann gibt es Modellförderung.
Dann gibt es befristete Programme.
Dann gibt es schöne Worte.
Aber Familien brauchen keine Zuständigkeitslyrik.
Sie brauchen Hilfe.
Jugendliche brauchen Prävention.
Betroffene brauchen Behandlung.
Angehörige brauchen Entlastung.
Kliniken brauchen Finanzierung.
Fachkräfte brauchen Ressourcen.
Schulen brauchen Material.
Beratung braucht Personal.
Digitale Hilfen brauchen Anerkennung.
Doppeldiagnosen brauchen Zentren.
Krisen brauchen Nachsorge.
Wenn der Staat an Suchtmitteln und Risikomärkten verdient, muss ein sichtbarer Teil dieses Geldes in Schutz, Prävention und Behandlung zurückfließen.
Nicht irgendwann.
Nicht freiwillig.
Nicht symbolisch.
Sondern gesetzlich, transparent und messbar.
Die wichtigste Frage lautet nicht:
Wie viel nimmt der Staat ein?
Sondern:
Wie viel davon gibt er zurück, damit weniger Menschen abhängig werden, weniger Familien zerbrechen und weniger Leben verloren gehen?
Bleibt wachsam.
Dein NeelixberliN ✌️
Wissens-Check
🎓 Wissens-Check: Hast du’s verstanden?
Teste dein Wissen! Klick auf die Fragen.
❓ Fließt Tabaksteuer automatisch in Tabakprävention?
✅ Nein. Steuereinnahmen fließen grundsätzlich in den allgemeinen Haushalt, sofern keine besondere Zweckbindung besteht.
❓ Warum ist die 0,09-%-Rechnung wichtig?
✅ Sie zeigt, wie klein klar ausgewiesene Bundesmittel für Drogen-/Suchtaufklärung und Modell-/Forschungsvorhaben im Verhältnis zu sucht- und risikonahen Steuereinnahmen sind.
❓ Verdient der Staat auch indirekt an Sucht?
✅ Ja, indirekt über Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern, Lohnsteuer, Werbemärkte, Plattformökonomie, Apothekenumsätze und Folgebehandlungen.
❓ Was wäre eine bessere Lösung?
✅ Ein transparenter Suchtpräventions- und Behandlungsfonds mit festen Anteilen aus Risikoabgaben und jährlicher öffentlicher Erfolgskontrolle.
FAQ
🤔 Häufige Fragen & Mythen
❓ Ist das die gesamte Suchthilfe-Finanzierung in Deutschland?
✅ Nein. Behandlung, Reha, Kliniken, Krankenkassen, Rentenversicherung, Länder und Kommunen finanzieren weitere Teile. Der Artikel zeigt aber den Kontrast zwischen sichtbaren Einnahmen und klar ausgewiesenen Bundesmitteln für Aufklärung/Forschung.
❓ Warum ist Zweckbindung wichtig?
✅ Weil Steuern sonst im allgemeinen Haushalt verschwinden. Wenn eine Abgabe mit Gesundheitsschutz begründet wird, sollte ein sichtbarer Anteil in Prävention und Hilfe fließen.
❓ Sind Medikamente Teil des Problems?
✅ Nein. Psychopharmaka und andere Medikamente können notwendig und lebensrettend sein. Das Problem ist, dass Prävention oft zu spät kommt und Folgebehandlung später viel teurer wird.
❓ Was hat Social Media mit Suchtpolitik zu tun?
✅ Plattformen verdienen an Aufmerksamkeit, Wiederholung und emotionaler Bindung. Wenn problematische Nutzung zunimmt, braucht es digitale Suchtprävention, Medienkompetenz und Schutz für Jugendliche.
❓ Was müsste Herr Streeck konkret erreichen?
✅ Nicht nur öffentliche Warnungen, sondern messbare Strukturverbesserungen: mehr Präventionsmittel, gesicherte Jugend-Suchtkliniken, Doppeldiagnose-Zentren, Angehörigenhilfe und verbindliche Krisennachsorge.
Quellen & weiterführende Belege
Was denkst du dazu?
Teile deine Gedanken anonym in der Community und verdiene Punkte.
Noch keine Diskussion vorhanden. Schreib den ersten Kommentar und eroeffne den ersten Thread.
Community, Coaching & KI-Beratung
Fuer Betroffene & Angehoerige
Ob selbst betroffen oder Angehoerige/r — tausche dich anonym aus, nutze kostenlose Coaching-Kurse und KI-Berater fuer jede Situation.
