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Sonntags‑Ritual ohne Alkohol – klappt das wirklich

Ich sitz hier in meinem Zimmer, das Licht ist noch halb gedimmt und draußen legt die Weser so leise Schichten aus Nebel, dass ich mich fast ein bisschen geborgen fühl. Heute ist Sonntag, also eigentlich so ein Tag, an dem ich früher oft mit ’nem Glas Rum auf dem Sofa rumgehangen hab, wenn die Woche zu laut geworden war. Jetzt, nach fast neun Monaten ohne Alkohol und die Ritze, versuch ich mir ein neues bisschen Routine aufzuspielen – und frage mich gerade, ob das überhaupt Sinn macht. Meine Idee war simpel: morgens ein kurzer Spaziergang am Hafen, danach ein riesiger Becher Tee mit Honig und ein paar Minuten “Achtsamkeits‑Boxen” aus dem DBT‑Training. Dann setz ich mich an meinen Tisch, zieh ein leeres Notizbuch raus und schreibe drei Dinge auf, für die ich dankbar bin. Klingt erstmal kitschig, ich weiß, aber irgendwie gibt’s mir das ein bisschen Halt, besonders wenn die Gedanken plötzlich wieder zu alten Bewältigungsstrategien rücken. Das Problem: ein paar Stunden später, wenn das Wetter aufklart und ich das laute Lachen aus dem Biergarten höre, überkommt mich das alte Verlangen, einfach nur zu “entspannen” mit einem Drink. Ich hab versucht, das mit meinem neuen “Ritual” zu ersetzen, aber dann fällt mir plötzlich auf, dass ich das Notizbuch nicht mehr finden kann. Und dann denk ich: “Muss ich jetzt wieder zum alten Trost zurück?” Habt ihr ähnliche Sonntags‑Momente, wo ihr euch mit neuen Ritualen selbst überlistet, aber dann doch wieder in alte Muster rutscht? Wie schafft ihr es, das Notizbuch immer griffbereit zu halten oder findet ihr andere Sachen, die euch im Moment wirklich ablenken? Ich bin echt dankbar für jeden kleinen Tipp, der mir hilft, den Sonntag ohne Alkohol zu überstehen. 🙏
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