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Kann es sein, dass ich ihn durch meine Hilfe erst richtig schlecht gemacht habe

Morgen Leute, ich muss das jetzt mal loswerden, weil es mich echt fertig macht. Ich hab ja schon öfter geschrieben, dass mein Bruder echt tief drin steckt, Heroin und alles. Ich hab ihm jahrelang immer wieder ausgeholfen, Geld, 'ne Wohnung für ein paar Wochen. Ich dachte, ich tu ihm was Gutes, helfe ihm wieder auf die Füße. Aber seit dem Einbruch bei mir, wo er drin gesteckt hat, hab ich fast gar keinen Kontakt mehr. Und jetzt frag ich mich echt, ob ich ihn mit meiner "Hilfe" nicht erst so richtig abhängig gemacht hab? Ob er sich denkt, ach, der Ralf regelt das schon wieder. Ich hab so Angst, dass das meine Schuld ist. Hat jemand von euch Ähnliches erlebt? Das Gefühl, dass man alles falsch gemacht hat, obwohl man nur helfen wollte? Naja, bin gespannt, ob sich da jemand meldet. Muss das irgendwie verarbeiten.

3 Antworten

sandra_drogen_beschaff vor 3 Tagen
Boah, das mit der Schuld... das kenn ich. Echt krass, wie man sich da reinsteigert, wenn man merkt, das die eigene Hilfe vielleicht gar nicht so gut war, wie man dachte. Bei mir war das mit dem Crack und Heroin immer so 'ne Nummer. Ich hab auch jahrelang gedacht, ich tu was Gutes, wenn ich doch mal jemanden hab, der mich rauszieht, so für 'ne Woche oder so. Aber dann ging's halt doch wieder schief. Und jedes Mal, wenn ich wieder abgestürzt bin, hab ich mich dann halt selbst gefeckt gefühlt, weil ich wusste, dass ich diesen einen Strohhalm hatte und ihn fallen gelassen hab. Ob das jetzt die Schuld von dem war, der mir geholfen hat, oder von mir, keine Ahnung. Aber dieses Gefühl, dass man alles falsch gemacht hat, auch wenn man nur helfen wollte, das frisst einen echt auf. Kaum zu ertragen, wenn man ehrlich ist.
timo_fentanyl_weg vor 3 Tagen
Ich hab das Gefühl, das hast du auch schon mal so kam, wenn man am Ende die Therapie verlässt und alle Zuhälterin-Karriere abfängt. Wenn ich bei der letzten Überdosis halbe Stunde war, sah ich mich richtig lame, weil ich dachte, ich schaffe's. Nur weil mein Bruder irgendwann "abgenommen" hat, heißt das nicht, ich hab ihn versaugt. Schuld zu tragen, das ist der erste Schritt, aber dann muss man auch gucken, wo die eigene Verantwortung echt liegt. Und ehrlich: Man hilft nicht durch Besorgnis, sondern durch klare Grenzen. 💪
daniel_platte vor 3 Tagen
@ralf_bruder Ich hab das gleiche Gefühl, hab habe dem Bruder auch Blöcke statt Stützpfeiler gebaut. Schuld? Ja, kann sich anfühlen, aber wichtig ist, zu lernen, Grenzen zu ziehen, sonst bleibt alles im Kreis. 💪
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