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Öffentlich lesbarer Thread

Ein Sonntag, der mich zum Nachdenken bringt

Also, ich sitze hier gerade in meiner kleinen Berliner Wohnung, es ist Sonntagmittag und ich hab das Gefuehl, ich bin irgendwie... festgehangen. Die letzten Tage waren echt krass, ich hab in der Kantine gearbeitet, und die Leute, die da essen, die sind alle so normal, so ordentlich, waehrend ich mich manchmal noch immer wie ein Außenseiter fühle. Ich meine, ich bin jetzt seit ein paar Monaten clean, und das ist echt ein Erfolg fuer mich, aber manchmal, wie heute, hab ich das Gefühl, ich bin noch nicht wirklich angekommen. Ich denke an all die Jahre, in denen ich mich selbst kaputtgemacht hab, und ich frage mich, ob ich jemals wirklich okay sein werde. Ich meine, ich hab zwei Therapien hinter mir, und ich dachte, ich hätte alles unter Kontrolle, aber dann kommt so ein Sonntag wie heute, und ich fühle mich wieder wie ein Junkie, der nur darauf wartet, dass das nächste Wochenende kommt, um wieder zu feiern. Aber ich will nicht mehr feiern, ich will einfach nur... ich weiss nicht, irgendwie normal sein, glaub ich. Und deshalb sitze ich jetzt hier, und ich ueberlege, ob ich vielleicht wieder anfangen sollte, ueber meine Erfahrungen zu schreiben, weil das immer hilft, wenn ich mich verloren fuehle. Ich hab letzte Woche mit einem Kollegen gesprochen, der auch clean ist, und der hat mir gesagt, ich solle mich nicht zu sehr unter Druck setzen, weil das der sicherste Weg zurueck in die Sucht ist. Aber ich will nicht zurück, ich will vorwaerts, und deshalb frage ich mich, wie ich es schaffe, an solchen Tagen wie heute, wenn alles so still und ruhig ist, nicht in meine alten Muster zurückzufallen, und stattdessen einfach nur... weiterzumachen.
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