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Öffentlich lesbarer Thread

Was, wenn das Hoch vom Crack plötzlich nur noch ein Echo ist

Ich sitz hier an meinem kleinen Küchentisch, die Sonne wirft schon ein paar Strahlen durch das halb offene Fenster und draußen flüstert die Weser wieder ihr ewiges Rauschen. Auf dem Tisch liegt ein leeres Blatt Papier, das ich eigentlich für meine Hausaufgaben zum Abitur benutzen wollte – aber meine Gedanken drehen sich gerade um was ganz anderes. Vor ein paar Wochen hat mich ein alter Kumpel aus der Schulzeit wieder geschrieben. Er meinte, er hätt jetzt 'ne neue Party am Wochenende, ein bisschen Crack, bisschen Tanzen – einfach zum Abschalten. Ich hab sofort das alte, dumpfe Gefühl im Bauch gespürt, das mich jedes Mal zurückzieht, wenn ich an meine Zeit in der Klinik denke. Ich bin jetzt seid fast neun Monaten clean, das fühlt sich teilweise fast zu gut an, fast wie ein Fremdwort. Ich hab ihm geschrieben, dass ich nicht mehr mitmache, dass ich jetzt DBT‑Skills übe und mein Alkoholkonsum sich gebessert hat. Aber dann kam das Bild von mir zurück, wie ich in der Küche sitz, das Licht flackert, und ich plötzlich das Verlangen spür, wieder irgendwas zu fühlen, das stärker ist als das Alltägliche. Ich frage mich, ob das einfach nur die Angst ist, dass das Leben irgendwann wieder grau wird, so wie das Wetter hier in Bremen im Frühling. Habt ihr das Gefühl, dass das Verlangen nach Crack nach so langer Abstinenz plötzlich doch noch ein bisschen leiser wird? Wie geht ihr mit diesen Momenten um, wenn das Echo vom alten Rausch plötzlich lauter klingt, obwohl ihr ja eigentlich ganz clean seid? Ich würde gern hören, ob jemand von euch ähnliche Phasen erlebt hat, und was euch durch diese kleinen Stürme hilft. 🙏 bei mir geht’s gerade so, dass ich lieber den Tee weitertrinke und versuch, das Geräusch der Weser als Hintergrundschaukel zu benutzen, anstatt das alte High zu jagen. ps: falls das wirr klingt — bin grad ziemlich müde.
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