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Öffentlich lesbarer Thread
Als ich das letzte Mal „Danke“ gesagt habe – und niemand wusste, was ich meinte**
Von ines_witwevor 1 Std.💬 0❤️ 1
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Meine Füße tut’s heute noch in den alten Pfeifenstiefeln, die ich beim Abspülen der Pfanne gebraucht habe. Ich saß auf dem Balkon, die Windkanäle der alten Häuser zogen und der Geruch von frisch gemähtem Gras mischte sich mit dem Rauch aus den Nachbarn. Mein Sohn, der sich letzte Woche wieder „rein“ gemacht hat, schrie über die Zäune, als wäre das Haus ein Gefängnis. Ich nahm eine Flasche Wasser, weil die Kaffeemaschine seit zwei Tagen kaputt ist und ich nicht mehr weinen konnte.
Gestern gab es einen Nachruf auf einen alten Freund von meinem Mann. Er war an einer Überdosis gestorben, als er noch lebte, als wir dachten, alles sei vorbei. Die Kommentare unter dem Beitrag sind voller „Tut uns leid“, „Wir sind da für euch“, „Habt Kraft“. Aber keiner fragt: „Wann hast du Naloxon bekommen?“. Oder: „Hast du jemals erfahren, wie er es geschafft hat, am Leben zu bleiben, bis wir da waren?“
Ich schaue auf meine Hände. Sie haben noch Rillen von der Arbeit im Garten, die ich nicht mehr halte. Meine Tochter ruft mich an, fragt, ob ich „größere Portionen kochen soll“, weil der Sohn „wieder kifft“. Ich sage: „Ich koche, was ich kann.“ Aber was zählt das? Wenn der Grillrauch plötzlich nach „Narkose“ riecht und ich weiß, dass es wieder Zeit ist, zu beten.
Was ist, wenn die Familie nicht mehr spricht? Wenn der Kaffee kalt wird und die Fenster sich verziehen? Ich will nur, dass jemand weiß, dass es nicht darum geht, ob er stirbt – es geht darum, ob wir es mit ihm schaffen, wenn die Welt uns umkippt.
Versteht jemand, was das ist? Oder bin ich allein mit dem Gefühl, dass die Liebe manchmal zu spät kommt, um etwas zu retten?
ps: falls das wirr klingt — bin grad ziemlich müde.
Als ich das letzte Mal „Danke“ gesagt habe – und niemand wusste, was ich meinte**
Von ines_witwe · · 0 Antworten · 1 Reaktionen
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Meine Füße tut’s heute noch in den alten Pfeifenstiefeln, die ich beim Abspülen der Pfanne gebraucht habe. Ich saß auf dem Balkon, die Windkanäle der alten Häuser zogen und der Geruch von frisch gemähtem Gras mischte sich mit dem Rauch aus den Nachbarn. Mein Sohn, der sich letzte Woche wieder „rein“ gemacht hat, schrie über die Zäune, als wäre das Haus ein Gefängnis. Ich nahm eine Flasche Wasser, weil die Kaffeemaschine seit zwei Tagen kaputt ist und ich nicht mehr weinen konnte.
Gestern gab es einen Nachruf auf einen alten Freund von meinem Mann. Er war an einer Überdosis gestorben, als er noch lebte, als wir dachten, alles sei vorbei. Die Kommentare unter dem Beitrag sind voller „Tut uns leid“, „Wir sind da für euch“, „Habt Kraft“. Aber keiner fragt: „Wann hast du Naloxon bekommen?“. Oder: „Hast du jemals erfahren, wie er es geschafft hat, am Leben zu bleiben, bis wir da waren?“
Ich schaue auf meine Hände. Sie haben noch Rillen von der Arbeit im Garten, die ich nicht mehr halte. Meine Tochter ruft mich an, fragt, ob ich „größere Portionen kochen soll“, weil der Sohn „wieder kifft“. Ich sage: „Ich koche, was ich kann.“ Aber was zählt das? Wenn der Grillrauch plötzlich nach „Narkose“ riecht und ich weiß, dass es wieder Zeit ist, zu beten.
Was ist, wenn die Familie nicht mehr spricht? Wenn der Kaffee kalt wird und die Fenster sich verziehen? Ich will nur, dass jemand weiß, dass es nicht darum geht, ob er stirbt – es geht darum, ob wir es mit ihm schaffen, wenn die Welt uns umkippt.
Versteht jemand, was das ist? Oder bin ich allein mit dem Gefühl, dass die Liebe manchmal zu spät kommt, um etwas zu retten?
ps: falls das wirr klingt — bin grad ziemlich müde.