Öffentlich lesbarer Thread
Wie ich den Tag überlebe, wenn er wieder nach dem Glas giert
Gestern hat er wieder geklappt: ein Glas in der Hand, das in der Wohnung verankert. Ich hab's gesehen, die Augen schienen wieder wie bei den alten Zeiten – voll von der Sehnsucht nach dem Alkohol, als war's der einzige Ausweg. Ich meine, wir sind seit drei Jahren trocken, doch das ist nicht gleich ein Trost, wenn der Drang plötzlich kommt und der Mann wieder den alten Rhythmus sucht. Ich hab das gestern Abend mit den Kindern geredet, weil ich nicht zulassen will, das die Kleinen die Rolle ubernehmen, die wir immer schon tragen.
Ich hab fruher mal ein bisschen rumgeplaudert, wie ich das neue Studienwissen im Alltag nutzen kann, ohne mich zu überfordern – das war mein Post vor acht Tagen. Jetzt frage ich mich, ob ich das alles richtig mache. Ich hab mein Handy an den Kühlschrank geklemmt, damit er nicht einfach drauf zugreift, und ich hab die Kinder dazu gebracht, die Töpfe mit dem Wasser zu waschen, damit ich wenigstens ein bisschen Kontrolle habe. Ich hab auch das Handy im Schrank, aber das ist nicht die Lösung. Ich bin nicht in Recovery, ich bin einfach nur Angehörige, und ich hab keine eigenen Clean-Counter.
Der Tag war ein Balanceakt – ich versuchte, die Routine zu halten, doch jedes Mal, wenn er den Kopf in die Hände legt, wird mir wieder bewusst, wie schwer es ist, niccht zu verzweifeln. Ich hab ihn heute Abend noch einmal an die Toilette gebracht, weil das immer ein kleiner Schritt ist, um ihn vom Tisch wegzuhalten. Und das war ein bisschen erfrischend, weil er dann nicht mehr gleich hin und wieder das Glas holen musste.
Aber ich weiß, es ist noch nicht vorbei. Ich muss weiter versuchen, die Grenzen zu wahren, und gleichzeitig die Kinder nicht zu belasten. Ich will, dass die Kids wissen, dass es okay ist... ich krieg den gedanken grad selbst nicht sauber zu ende.
