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Diskussion: Die Phasen der Sucht: Warum Hilfe nicht erst bei Abstinenz...

Die Phasen der Sucht: Warum Hilfe nicht erst bei Abstinenz anfangen darf Habt ihr diesen Artikel schon gelesen? "Die Phasen der Sucht: Warum Hilfe nicht erst bei Abstinenz anfangen darf". Ich hab da irgendwie draufgeklickt, weil mich das Thema schon länger beschäftigt, weißte? Man denkt ja immer, man muss erst mal "ganz unten" sein, um Hilfe zu suchen. Aber stimmt das wirklich? Ich mein, bei mir war das auch so. Solange ich noch irgendwie meinen Alltag gemeistert hab, dachte meine Mama immer, ich sei halt die "Brave", die alles im Griff hat. Sie hat ja nicht gewusst, wie ich nebenbei gekifft hab, seit ich 16 bin. Dieses Doppelleben war echt krass anstrengend. Ich hab mir immer gedacht, solange ich noch zur Uni geh und meine Noten okay sind, ist doch alles gut. Aber innerlich hab ich mich doch schon total verloren gefühlt, gerade in den depressiven Phasen, die mich ja schon seit der Schulzeit begleiten. Der Artikel spricht ja davon, dass Hilfe schon vorher anfangen kann, so mit Infos oder auch Harm Reduction. Das finde ich echt wichtig. Weil, wenn man ehrlich ist, ist der Wunsch, aufzuhören, ja nicht von heute auf morgen da. Das ist ein Prozess. Manchmal ist es ja auch erstmal nur ein kleines Flackern der Erkenntnis, oder? So ein Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt, aber man weiß noch nicht mal, was genau. Ich hab jetzt seit über einem Jahr clean, also fast 393 Tage, wallah. Aber der Weg dahin war nicht einfach. Ich hab vorher auch immer versucht, meinen Konsum zu kontrollieren, oder halt zu verharmlosen. Hätte ich vielleicht schon früher über meine Gefühle reden können, ohne direkt eine Therapie machen zu müssen? Mich würde echt interessieren, wie ihr das seht. Gab es bei euch auch so Phasen, wo ihr gemerkt habt, dass was nicht stimmt, aber der Gedanke an totale Abstinenz noch zu groß war? Oder habt ihr direkt die Reißleine gezogen? 📄 Zum Artikel: https://anonym-suchthilfe.de/phasen-der-sucht-harm-reduction-digitale-suchthilfe/ ... musste das grad einfach mal rauslassen.

12 Antworten

david76 03.06.2026
Diese Sache mit dem "innerlich verloren gefühlt, gerade in den depressiven Phasen" hat mich total angesprochen, @yasemin_23. Das kenn ich so gut. Schon als ich noch jünger war, bevor ich überhaupt richtig getrunken habe, hatte ich diese Phasen, wo ich einfach nur im Bett liegen wollte und dachte, die Welt geht unter. Aber man funktionierts ja irgendwie nach außen. Und dann kommt die Sucht dazu und legt noch eine Schippe drauf. Es ist echt krass, dass man erst das Gefühl haben muss, "ganz unten" zu sein, bevor man sich Hilfe holt, wie der Artikel ja auch sagt. Ich hab auch ewig gebraucht, bis ich überhaupt gemerkt hab, dass mein Alkoholkonsum ein Problem ist. Ich dachte immer, ich hab's im Griff, weil ich ja noch zur Arbeit gegangen bin.
sabrina_koks 03.06.2026
@yasemin_23, das mit dem „innerlich total verloren“ hat mich echt getroffen, weil ich das in meinen nächtlichen Schichten als Barkeeperin genauso gespürt hab. Ich dachte immer, das Koks hält mich wach und produktiv, aber tief drin war das gleiche Loch, das du beschreibst – die depressive Phase, die schon seit der Schulzeit nciht verschwindet. Nach der Therapie und jetzt seit 4 Monaten clean, merk ich, dass das „Funktionsdroge“-Image nur die Sucht unsichtbar macht, nicht die Leere. Und @david76, dein Bild vom „nach außen funktionieren“ trifft voll den Kern – ich hab mich immer wie die „starke“ Kollegin präsentiert, bis mein Herz plötzlich aussetzte und ich im Krankenhaus lag. tbh, das war der Moment, wo ich realisiert hab, dass ich nicht mehr warten kann. Wie geht ihr mit diesen alten inneren Stimmen um? 😊
david76 03.06.2026
@yasemin_23 das mit dem “innerlich verloren” kommt mir voll in den Sinn – ich hab mich vor ein paar Monaten schon so gefühlt, wenn ich die Müdigkeit in den Augen meiner Kinder sah und mir bewusst wurde, dass ich irgendwie nur überlebe. Ich hab seit 107 Tagen ohne Alkohol, aber die depressiven Phasen sind immer noch da, besonders wenn der Stress im Alltag zuschlägt. Ich hab versucht, darüber zu schreiben, statt sofort in die Therapie... mehr krieg ich grad nicht sortiert.
zzz_42 03.06.2026
Ich kann mich so gut in die Sache mit dem "innerlich verloren gefühlt" hineinversetzen. Als ich das Wochenende mit 9000€ verloren hab, war das auch so ein Moment, wo ich mich innerlich total verloren gefühlt hab, besonders in den depressiven Phasen.
yasemin_23 03.06.2026
Ich hab da in den letzten Tagen wieder an die Zeile vom Artikel gedacht, die ich schon erwähnt hab, das man nicht erst „ganz unten“ sein muss, um Hilfe zu suchen. @david76, du hast ja gesagt, dass du mit den depressiven Phasen kämpfst, während du gleichzeitig noch im Job warst. Genau das ist bei mir ähnlich gewesen – ich konnte im Alltag noch laufen, meine Noten waren okay, aber das innere Loch war da. Manchmal hab ich mich gefragt, ob ich nicht einfach ein bisschen mehr über das Gefühl sprechen sollte, bevor die Sucht komplett einzieht. Ich hab mich in der Therapie nicht sofort „abstinent“ fühlen müssen, sondern einfach die Gespräche mit einer Fachkraft als erste Schritte gesehen. Manchmal ist das auch nur ein kleiner Schritt, ein Flackern. Und du, wie gehst du mit dem, was in der Tiefe bleibt, um dich nicht zu überfordern? Ich glaube, wir brauchen mehr Raum dafür, um nicht sofort den Druck zu spüren, komplett zu fallen. Der Weg ist nicht linear, aber es hilft, dass man nicht allein ist. nachtrag: lese das grad noch mal, steh dazu.
Sarah 04.06.2026
Dieses "innerlich total verloren" – ja, das kenne ich leider nur zu gut. Ich lese das hier und denke mir, genau das ist es, was mich so fertig macht. Man funktioniert irgendwie nach außen, aber innerlich... Ach, ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Vor allem mit dem Kleinen jetzt, ich hab so Angst, dass er das mitbekommt, wenn ich mal wieder heulend in der Ecke sitze, weil er wieder zugedröhnt ist. Ich hab auch diese Phasen, wo ich nur noch funktionieren will, aber dann merk ich, wie meine eigene Energie irgendwie... weniger wird. Bin grad echt am Limit, ehrlich gesagt.
Kevin 07.06.2026
Das mit dem "innerlich verloren gefühlt" kenne ich auch, besonders in den depressiven Phasen, die mich seit meiner Schulzeit begleiten, hab ich mich oft so gefühlt, als wäre ich total verloren, obwohl ich nach außen hin noch funktionierte, und das ist echt krass, weil man dann noch mehr unter Druck steht, alles zu verstecken.
daniel_platte vor 6 Tagen
@mitglied_95194c dieses Gefühl, sich schon in der Schulzeit innerlich verloren zu fühlen, kenn ich nur zu gut. Ich hab als Dachdecker jahrelang funktioniert, aber iwie war da schon immmer diese Leere. Ohne den festen Wohnsitz war das Loch dann einfach noch tiefer. Hat euch das auch so lange begleitet, bevor der Konsum richtig losging?
sabrina_koks vor 5 Tagen
@yasemin_23 ich hab da ebenfalls das Gefühl, dass die depressiven Phasen schon lange vor dem eigentlichen Konsumstarts die Bühne bereiten. Wenn ich beim Barkeeper‑Job immer „normal“ wirke, die Leere in mir ist subtraktiver. Erst als Herzrhythmus‑Alarm kam, hab ich Realität geknackt. Die Idee, schon vor Abstinenz zu helfen, macht Sinn – ein bisschen Info, ein Gespräch, ein kleiner Schritt, bevor der Koks die Leere füllt. Ich frage mich, wie wir diesen inneren Tiefpunkt eher entdecken könnten, bevor er zu einem „Job‑Indikator“ wird. Vielleicht hilft es, einfach mal zu sagen: „Das geht nicht weiter“ ohne sofort zu „abstinent“ zu sein. Wie schafft ihr, die Melancholie zu benennen, bevor die Droge kommt?
lukas_berlin vor 5 Tagen
Boah, @daniel_platte, dieses Gefühl, sich schon in der Schulzeit innerlich verloren zu fühlen, das kenne ich leider nur zu gut. Bei mir war das ähnlich, dieser Drang, irgendwie zu funktionieren, aber innen drin war nur Leere. Hab mich oft gefragt, ob das jemals aufhört, noch bevor ich überhaupt richtig angefangen hab mit dem Zeug. Irgendwie krass, dass man sich da so gut wiederfindet, wenn man das liest. Aber ja, der Artikel sagt's ja auch, Hilfe muss nicht erst kommen, wenn man am Boden ist. Manchmal reicht ja schon ein kleines Zeichen.
nicole_tag14 vor 5 Tagen
Und ich muss sagen, das mit dem “innerlich verloren gefühlt, gerade in den depressiven Phasen” hat mich echt getroffen. Ich bin seit 1 Monat clean und das Kribbeln kommt immer noch, wenn ich an die alte Routine denke. Nciht nur die Droge, sondern das Loch, das schon seit der Schulzeit dort war. Ich hab versucht, erst mal zu schreiben, statt sofort in Therapie zu gehen, weil der Gedanke an komplette Abstinenz noch zu groß war. @david76, wie habt ihr das Gefühl benannt, bevor der Konsum richtig losging? 😔
david76 vor 5 Tagen
Boah, dieses Gefühl, sich schon "innerlich verloren gefühlt" zu haben, gerade in diesen depressiven Phasen, das kenne ich so gut, @yasemin_23. Bei mir war das auch so ein schleichender Prozess, lange bevor ich überhaupt richtig angefangen habe, Alkohol zu trinken. Dieses Gefühl, nur zu funktionieren, aber innen drin fühlt es sich hohl an, als wäre man nicht richtig da. Ich hab mich dann auch gefragt, ob das jemals besser wird, bevor die Sucht dann noch mehr dazukam und die Leere quasi nur noch betäubt hat. Aber ja, die Idee, dass Hilfe schon früher anfangen kann, bevor man "ganz unten" ist, das ist so wichtig. Ich erinnere mich, wie ich neulich wieder solche Tage hatte, wo die Angst vor dem Rückfall echt stark war, und hab dann erstmal versucht, nur darüber zu reden, anstatt sofort wieder eine Therapie zu suchen. Manchmal ist ein kleines Gespräch schon ein riesiger Schritt.
🆘 Hilfe