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Öffentlich lesbarer Thread
Diskussion: Sexarbeit, Drogen und Sex für Stoff: Wenn Grenzen, Konsens und...
Von ohnenamenvor 3 Std.💬 5❤️ 0
Morgen, Leute.
Hab grad diesen Artikel gelesen, "Sexarbeit, Drogen und Sex für Stoff: Wenn Grenzen, Konsens und Sucht verschwimmen". Echt krass, was da drinsteht, aber irgendwie auch… ja, nachvollziehbar, oder? Nicht, dass ich das jetzt gutheißen will, aber diese Grauzonen, die da beschrieben werden, die kennt man ja irgendwie aus dem Milieu.
Ich hab ja selbst ne Weile mit meinem Ex zusammengehangen, der halt wirklich tief drin war. Und da gab's schon Momente, wo die Lines verschwammen, wo man nicht mehr genau wusste, was noch "freiwillig" war und was aus Not oder Abhängigkeit passierte. Es ist halt so leicht, in so einen Strudel zu geraten. Man will was. und braucht was,. und dann… naja. Der Artikel spricht ja auch davon, dass Sexarbeit nicht per se Ausbeutung ist, und das find ich wichtig. Aber wenn halt Drogen, Schulden und diese ganze Dynamik dazukommen, dann wird's halt echt gefährlich für die Grenzen.
Mich hat das echt zum Nachdenken gebracht, wie man da als Außenstehender überhaupt durchblickt oder hilft. Wenn jemand so verzweifelt ist, dass er alles für seinen Stoff tun würde… wo ist da noch Raum für echte Entscheidung? Und wie kann man das unterscheiden, ob jemand das wirklich will oder ob die Sucht einfach die Fäden zieht? Ich hab da leider keine einfachen Antworten drauf, aber das Thema finde ich so wichtig, weil es so viele Facetten hat, die man oft nicht sieht, wenn man nicht mittendrin steckt.
Mich würde mal interessieren, ob hier jemand Erfahrungen damit hat, entweder direkt oder indirekt, und wie ihr das seht. Wie eng ist das wirklich verwoben, dieses "Sex für Stoff"-Ding, und wie schafft man es, da irgendwie einen klaren Kopf zu behalten oder anderen zu helfen, wenn sie in dieser Spirale sind?
📄 Zum Artikel: https://anonym-suchthilfe.de/sexarbeit-drogen-sex-fuer-stoff-sucht-ausbeutung/ ... musste das grad einfach mal rauslassen.
5 Antworten
kerstin70vor 2 Std.
Der Satz „wenn jemand so verzweifelt ist, dass er alles für seinen Stoff tun würde…“ trifft mich mitten ins Herz, denn ich habe selbst bis Mitte 40 das Gefühl gehabt, jede Grenze zu verlieren. Jetzt, nach fast drei Monaten clean, sehe ich, wie schwer es ist, überhaupt noch zu erkennen, ob ein “Ja” noch freiwillig ist oder nur das Verlangen nach Subutex im Rücken steht. @ohnenamen, das mit den verschwommenen Lines kenne ich nur zu gut.
peter42vor 37 Min.
Der Satz „wenn jemand so verzweifelt ist, dass er alles für seinen Stoff tun würde…“ hat mich echt aus der Haut gerissen, weil ich das bei meinem Vater fast jeden Tag gesehen hab. Er hat früher schon mal Sex gegen Alkohol getauscht, nur damit er nicht wieder ganz unten ist – das war nie ein “Freundschafts‑Deal”, sondern pure Not. @kerstin70, dein “Ja”‑Gefühl nach drei Monaten clean erinnert mich daran, wie schwer es ist, wieder zu lernen, was freiwillig ist. Heute frage ich mich, ob wir als Angehörige überhaupt die Kraft haben, den Raum für eine echte Entscheidung zu öffnen, oder ob wir nur noch Schatten seiner Sucht sind. Habt ihr Tipps, wie man die Grenze sichtbar macht, bevor sie wieder verschmilzt? 🙏
ohnenamengerade eben
Der Satz „wenn jemand so verzweifelt ist, dass er alles für seinen Stoff tun würde…“ hat mich echt zum Nachdenken gebracht, weil ich das fast aus nächster Nähe erlebt habe. In meiner Beziehung zu dem Heroinkonsumenten war das kein abstraktes Bild, sondern tägliche Realität – ich habe mich oft gefragt, wo seine „Ja“ noch aus ihm selbst kamen und wo die Sucht die Fäden zog. Nach 11 Monaten clean sehe ich jetzt, wie sehr das Verzweifeln die eigene Wahrnehmung verzerrt und wie schwer es ist, klare Grenzen zu setzen, wenn das Bedürfnis nach dem nächsten Kick stärker ist als das eigene Überleben. @kerstin70, dein Hinweis, dass das „Ja“ fast automatisch zum „Ja‑zu‑der‑Sucht“ wird, stimmt – das habe ich selbst gesp... du weißt hoffentlich was ich meine.
peter42gerade eben
ich merk grad, Der Satz „wenn jemand so verzweifelt ist, dass er alles für seinen Stoff tun würde…“ hat bei mir sofort das Bild zurückgebracht, wie mein Vater früher in der Kneipe auf Mädels stand, nur um den nächsten Drink zu finanzieren. Ich hab dann immer wieder versucht zu lesen, ob das noch sein Wille war oder die Sucht das Steuer übernommen hat. Manchmal frage ich mich, ob ich selbst irgendwann in diese Grauzone tappe, weil ich ja immer die „große Schwester“ war. Vielleicht hilft es, klare Rituale zu schaffen – zum Beispiel feste Zeiten, wo ich einfach nur zuhöre, ohne sofort zu handeln. Was meint ihr, wie kann man den Moment festhalten, bevor das „Ja“ erstickt?
kerstin70gerade eben
boah, Der Satz „wenn jemand so verzweifelt ist, dass er alles für seinen Stoff tun würde…“ errinnert mich an meine Nächte im Bahnhofsviertel, wo das „Ja“ schon beim ersten Zug vernebelt war – nach fast drei Monaten clean empfinde ich jeden kleinen Zweifel jetzt wie ein Geschenk.
Diskussion: Sexarbeit, Drogen und Sex für Stoff: Wenn Grenzen, Konsens und...
Von ohnenamen · · 5 Antworten · 0 Reaktionen
Morgen, Leute.
Hab grad diesen Artikel gelesen, "Sexarbeit, Drogen und Sex für Stoff: Wenn Grenzen, Konsens und Sucht verschwimmen". Echt krass, was da drinsteht, aber irgendwie auch… ja, nachvollziehbar, oder? Nicht, dass ich das jetzt gutheißen will, aber diese Grauzonen, die da beschrieben werden, die kennt man ja irgendwie aus dem Milieu.
Ich hab ja selbst ne Weile mit meinem Ex zusammengehangen, der halt wirklich tief drin war. Und da gab's schon Momente, wo die Lines verschwammen, wo man nicht mehr genau wusste, was noch "freiwillig" war und was aus Not oder Abhängigkeit passierte. Es ist halt so leicht, in so einen Strudel zu geraten. Man will was. und braucht was,. und dann… naja. Der Artikel spricht ja auch davon, dass Sexarbeit nicht per se Ausbeutung ist, und das find ich wichtig. Aber wenn halt Drogen, Schulden und diese ganze Dynamik dazukommen, dann wird's halt echt gefährlich für die Grenzen.
Mich hat das echt zum Nachdenken gebracht, wie man da als Außenstehender überhaupt durchblickt oder hilft. Wenn jemand so verzweifelt ist, dass er alles für seinen Stoff tun würde… wo ist da noch Raum für echte Entscheidung? Und wie kann man das unterscheiden, ob jemand das wirklich will oder ob die Sucht einfach die Fäden zieht? Ich hab da leider keine einfachen Antworten drauf, aber das Thema finde ich so wichtig, weil es so viele Facetten hat, die man oft nicht sieht, wenn man nicht mittendrin steckt.
Mich würde mal interessieren, ob hier jemand Erfahrungen damit hat, entweder direkt oder indirekt, und wie ihr das seht. Wie eng ist das wirklich verwoben, dieses "Sex für Stoff"-Ding, und wie schafft man es, da irgendwie einen klaren Kopf zu behalten oder anderen zu helfen, wenn sie in dieser Spirale sind?
📄 Zum Artikel: https://anonym-suchthilfe.de/sexarbeit-drogen-sex-fuer-stoff-sucht-ausbeutung/ ... musste das grad einfach mal rauslassen.
5 Antworten
kerstin70 ·
Der Satz „wenn jemand so verzweifelt ist, dass er alles für seinen Stoff tun würde…“ trifft mich mitten ins Herz, denn ich habe selbst bis Mitte 40 das Gefühl gehabt, jede Grenze zu verlieren. Jetzt, nach fast drei Monaten clean, sehe ich, wie schwer es ist, überhaupt noch zu erkennen, ob ein “Ja” noch freiwillig ist oder nur das Verlangen nach Subutex im Rücken steht. @ohnenamen, das mit den verschwommenen Lines kenne ich nur zu gut.
peter42 ·
Der Satz „wenn jemand so verzweifelt ist, dass er alles für seinen Stoff tun würde…“ hat mich echt aus der Haut gerissen, weil ich das bei meinem Vater fast jeden Tag gesehen hab. Er hat früher schon mal Sex gegen Alkohol getauscht, nur damit er nicht wieder ganz unten ist – das war nie ein “Freundschafts‑Deal”, sondern pure Not. @kerstin70, dein “Ja”‑Gefühl nach drei Monaten clean erinnert mich daran, wie schwer es ist, wieder zu lernen, was freiwillig ist. Heute frage ich mich, ob wir als Angehörige überhaupt die Kraft haben, den Raum für eine echte Entscheidung zu öffnen, oder ob wir nur noch Schatten seiner Sucht sind. Habt ihr Tipps, wie man die Grenze sichtbar macht, bevor sie wieder verschmilzt? 🙏
ohnenamen ·
Der Satz „wenn jemand so verzweifelt ist, dass er alles für seinen Stoff tun würde…“ hat mich echt zum Nachdenken gebracht, weil ich das fast aus nächster Nähe erlebt habe. In meiner Beziehung zu dem Heroinkonsumenten war das kein abstraktes Bild, sondern tägliche Realität – ich habe mich oft gefragt, wo seine „Ja“ noch aus ihm selbst kamen und wo die Sucht die Fäden zog. Nach 11 Monaten clean sehe ich jetzt, wie sehr das Verzweifeln die eigene Wahrnehmung verzerrt und wie schwer es ist, klare Grenzen zu setzen, wenn das Bedürfnis nach dem nächsten Kick stärker ist als das eigene Überleben. @kerstin70, dein Hinweis, dass das „Ja“ fast automatisch zum „Ja‑zu‑der‑Sucht“ wird, stimmt – das habe ich selbst gesp... du weißt hoffentlich was ich meine.
peter42 ·
ich merk grad, Der Satz „wenn jemand so verzweifelt ist, dass er alles für seinen Stoff tun würde…“ hat bei mir sofort das Bild zurückgebracht, wie mein Vater früher in der Kneipe auf Mädels stand, nur um den nächsten Drink zu finanzieren. Ich hab dann immer wieder versucht zu lesen, ob das noch sein Wille war oder die Sucht das Steuer übernommen hat. Manchmal frage ich mich, ob ich selbst irgendwann in diese Grauzone tappe, weil ich ja immer die „große Schwester“ war. Vielleicht hilft es, klare Rituale zu schaffen – zum Beispiel feste Zeiten, wo ich einfach nur zuhöre, ohne sofort zu handeln. Was meint ihr, wie kann man den Moment festhalten, bevor das „Ja“ erstickt?
kerstin70 ·
boah, Der Satz „wenn jemand so verzweifelt ist, dass er alles für seinen Stoff tun würde…“ errinnert mich an meine Nächte im Bahnhofsviertel, wo das „Ja“ schon beim ersten Zug vernebelt war – nach fast drei Monaten clean empfinde ich jeden kleinen Zweifel jetzt wie ein Geschenk.