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Dieses neue Gefühl, wenn man nicht mehr jeden Tag an Knast denkt...
Also, bin jetzt gut 47 Tage clean, und es ist immer noch krass. Wie ich letztens schon schrieb, das Aufstehen ist echt das Schwierigste. Aber es gibt Tage, da denk ich nicht mal mehr an die JVA. Das ist neu. Fruher war das ein ständiges Auf und Ab, die Gedanken kreisten immer um die Zeit drinnen, um die Leute, um den nachsten Tag. Jetzt halt… ist es anders.
Ich sitz hier in der Übergangseinrichtung, die Wande sind nicht grau, aber irgendwie auch nicht bunt. Die Leute hier sind okay, aber halt auch nicht meine Freunde von früher. Und das ist gut so, denk ich mal. Aber manchmal, wenn ich auf dem Balkon steh und die Leute unten rumlaufen seh, dann frag ich mich schon, was die machen. Ob die auch mal so gefangen waren.
Manchmal hab ich dieses Gefühl, so eine Art… Leere. Nicht die scheiß Leere von früher, wenn der Stoff alle war, sondern so eine Art Stille im Kopf. Und die ist manchmal laut. Hab letztens mit so nem Typen hier geredet, der war auch wegen Drogen drin. Der meinte, das geht vorbei, dieses Gefuhl. Aber wann genau, das hat er nicht gesagt. Ich versuch, mich abzulenken, geh spazieren, mach die Tage hier durch. Aber trotzdem.
Gibt es das bei euch auch? Dieses Gefühl, dass man zwar draußen ist, aber irgendwie noch nicht ganz angekommen? So ein Zwischenzustand, wo man weiß, man will weg vom Alten, aber das Neue ist noch so… fremd. Und ich bin halt immer noch auf Substitution, das macht es auch nicht einfacher, aber ich bin dankbar dafur, dass das in der JVA wenigstens geklappt hat. Sonst wär ich jetzt wohl direkt wieder rückfallig geworden. Naja. Mal sehen, was der Tag noch bringt.
