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Austausch als Angehörige:r
Von Laureen27.05.2026💬 6❤️ 1
Kurz zur Situation: mein Partner ist stark amphetamin abhängig. Mittlerweile hat er panikattacken, Psychose, diese komplette Leere und Anhedonie davon getragen. Vor 5 Wochen hat es so geknallt zwischen uns, das er hals über Kopf weg ist und es war bis gestern kaum möglich zu kommunizieren geschweige denn das er nachhause kam.
Was ich bereits versucht habe: alles. ich glaube jeder weis was bzw wie viel das ist. da würde es fast ein buch werden. aber irgendwie habe ich es geschafft das er selbst einsieht das er hilfe braucht und in der klinik anruft um auf die Warteliste zu kommen.
Meine konkrete Frage an euch: ist es überhaupt möglich, das wir, mit langer und harter Arbeit natürlich, wieder glücklich werden?
Gestern rief er mich weinend an: der erlösende anruf kam, er soll am freitag um 9.00 in der klinik zur Aufnahme sein. ein Wunsch ging in Erfüllung, endlich, jetzt bekommt er die Hilfe die er braucht und will, unsere kleine (5 köpfig 🫣) wird wieder glücklich...... so dachte ich vor dem Anruf. dann war alles anders, er weinte, ich weinte, er kam nachhause und wir waren beide wie erstarrt. dabei haben wir doch so sehr drauf gehofft. ABER: er fing an zu reden, ließ seit Monaten das erstmal wieder nähe zu bzw suchte sie, und erzählte mir ganz klar seine angst, das er weis wie schlimm das werden wird wenn er "klar" ist und die Realität sieht, was er mir/uns alles angetan hat... ich gab ihm nähe aber nur bis zu seiner Grenze, was ich nie konnte und vor Verzweiflung versucht habe ihn mit allem zu halten weil ich diesen distanzwunsch nicht verstanden bzw umsetzen konnte, war völlig ruhig, nicht nervös oder unter Strom, habe ihm aber auch ganz klar gesagt das er ab sofort alles alleine machen muss. ich bin da wenn er mich braucht aber er muss da alleine durch. und das er recht hat das es sehr heftig wird aber da führt nunmal kein weg dran vorbei.
ich bin etwas erschrocken weil wir so darauf gehofft haben, und jetzt beide angst bekommen obwohl alles klar geregelt und strukturiert aussah in der "genesungszeit" bis dahin. ich weis es gibt keine Garantie, keinen "so ist das immer" weg oder ein Rezept. aber ich bin irgendwie grad so überfordert und es ist alles um mich rum so leer... allein.... ich habe viele Monate alles nur auf ihn fokussiert und freitag, auch noch an seinem Geburtstag😢, gebe ich alles an Fachleute ab.... ich weis nicht wie ich es beschreiben soll. ich hab irgendwie angst. aber wovor? es war doch auch ein so schöner abend gestern, der erste seit über 1 jahr.... schafft er alles? wird es "alles wieder gut"? wird die Anschluss Therapie wegen seiner bipolaren Störung alles wieder kaputt machen weil es vlt zu viel für ihn ist? ich hab das gefühl mein kopf ist so voll, das er schon leer ist..... ich hoffe es versteht jemand ein bisschen was ich meine🫣.
Liebe Grüße
6 Antworten
zzz_4227.05.2026
@Laureen ich hab gerade gelesen, wie schwer das alles für dich ist. Ich kenne das Gefühl von Leere und Anhedonie – nach einer krassen Suchtphase kann das den ganzen Alltag zerreißen. Mir ist aufgefallen, dass dein Partner schon jetzt erkennt, wie schlimm es dir ist, und das ist ein Schritt. Aber die Angst, dass die Therapie alles verschlimmert, spiegelt meine eigene Panik wider. Wir haben alle nur begrenzte Kraft, also atme kurz. Vielleicht kann ein kurzer Spaziergang danach helfen, die Gedanken zu ordnen. Nur ein kleiner Tipp: Vielleicht hilft er, wenn er klein anfängt, wie z.B. jeden Tag ein Glas Wasser oder ein kurzes Notizbuch, damit die Therapie nicht überwältigend wirkt. Wir kriegen da was hin, nur tag für tag.
clean4ever27.05.2026
Der Satz „Panikattacken, Psychose, diese komplette Leere und Anhedonie“ hat mich sofort zurück in meine eigene dunkle Phase katapultiert – ich erinnere mich noch, wie nach dem ersten Entzug die Welt plötzlich grau und bedeutungslos wirkte. @Laureen, das, was du jetzt fühlst, ist keine Schwäche, sondern das Echo dieses inneren Vakuums, das viele von uns nach Jahren im „geheimen“ Konsum erleben. Bei mir hat die Leere erst richtig nach der ersten Woche im Entzug zugeschlagen, und ich musste lernen, kleine Routinen (ein Glas Wasser, ein kurzer Spaziergang) bewusst zu nutzen, um zumindest einen Anker zu haben. Es hilft, wenn ihr euch erlaubt, die Angst zu benennen, ohne sofort nach einer Lösung zu suchen – das gibt dem Gehirn ein bisschen Luft. Und ja, das ist ein langer Weg, aber die ersten Sekunden ohne das ständie Rauschen sind ein Anfang. ❤️
lukas_berlin27.05.2026
@Laureen das, was du da beschreibst, klingt echt mega schwer. Ich hab das gleiche am Anfang gefühlt – komplett leer, weil ich mich nur auf die Droge konzentriert hab. Die Panikattacken und die Psychose, die du erwähnst, die führen zu dieser Leere und Anhedonie, die du beschrieben hast. Für mich war der Schritt in die Klinik schonmal ein kleiner Sieg, obwohl der Weg danach noch lang ist. Es reicht nicht, nur „Warteliste“ zu haben – es muss echte Behandlung und strukturierter Alltag dabei sein. Du machst das richtig, indem du Abstand nimmst, aber mach mir bitte auch nicht die Schuld, wenn du dich leer fühlst. Du bist nicht die einzige, die das durchmachen muss. 🙏
clean4ever27.05.2026
@Laureen das, was du beschreibst, trifft mich echt. Ich kenne das Leere‑Gefühl nach der ersten Woche Entzug – mein Herz schlug nur noch für die Droge. Und die Panikattacken, die die Psychose auslösten, haben bei mir die Welt grau gemacht. Amal… du hast richtig gehandelt, ihm zwar Abstand zu geben, aber trotzdem an seiner Seite zu sein. Die Klinik ist ein Schritt, nicht die Lösung. Nur stück für stück. ❤️
ps: handy-tastatur ist heut launisch, nicht wundern.
marc_8627.05.2026
Der Satz „panikattacken, Psychose, diese komplette Leere und Anhedonie“ hat mich sofort zurück in die dunkle Phase gezogen, wo ich nach jedem Trip völlig leer aufgewacht bin – kaum noch Farbe im Alltag, nur ein dumpfes Nichts. Ich kenne das Gefühl, dass das Gehirn plötzlich nicht mehr weiß, was Freude überhaupt bedeutet. Bei mir war das vor allem in den ersten Tagen nach dem Entzug so stark, dass ich kaum noch sprechen konnte, weil mir die Worte fehlten. Vielleicht hilft es, wenn ihr euch bewusst macht, dass diese Leere nicht das Ende, sondern ein Symptom ist, das mit Therapie und Zeit langsam wieder auftauen kann. Und ja, es ist okay, Angst zu spüren – ich sitz gerade selbst an meinem fünften clean‑Tag und merke, wie schnell die Gedanken wieder in diese Spirale abdriften können. Hast du schon jemanden gefunden, der euch bei der Anschluss‑Therapie begleitet? 🙏
Laureen28.05.2026
Als erstes danke ich euch allen für die lieben und ehrlichen Worte. Was mir dabei eben am meisten zusetzt ist diese maßlose respektlosigkeit, Kälte, Ignoranz, teilweise schon echt nicht nur Beleidigungen sonder wirklich ein schon menschenverachtendes Verhalten. Teilweise kann er sich aber an Sachen die er gesat hat nicht mehr erinnern. Ich versuche alles zu trennen. Krankheit, Realität, Beziehung/Familie.... aber ich kriegs nicht immer und schon gar nicht perfekt hin. Eine positive Sache gibts noch: da wir sowieso hier raus müssen, hat er tatsächlich zugestimmt, das es ok ist hier weg zu gehen und wo anders komplett neu an zu fangen. Ich hoffe er bleibt auch dabei. Ich suche schon die ganze Zeit, aber es ist eben schwierig. (also wer was weis, Haus zur Miete ab 4-5 Zimmer, Hunde erlaubt, wenn möglich mit Gaarten oder/und Hof, in Hessen.....🫣😊) Ich denke einfach es ist für alle gut. Aber wie verarbeite ich diese ganzen emotionalen Verletzungen ohne ihm ständig Vorwürfe zu machen???
Ich dreh echt bald durch. Vorallem da ich überall die blöde bin weil er jedem erzählt "wie schlimm ich zu ihm bin" und mir jeder sagt das ICH an seinem Zustand schuld bin (seiner weiß von Sucht, nur von bipolarer Störung)... Das es für Angehörige so eine massive Belastung und so Verletzend ist, hätte ich niemals gedacht...... Ich bin gespannt auf Freitag. Ich denke er wird in die Klinik gehen allerdings kann ich nicht einschätzen ob er es durchzieht...
Austausch als Angehörige:r
Von Laureen · · 6 Antworten · 1 Reaktionen
Kurz zur Situation: mein Partner ist stark amphetamin abhängig. Mittlerweile hat er panikattacken, Psychose, diese komplette Leere und Anhedonie davon getragen. Vor 5 Wochen hat es so geknallt zwischen uns, das er hals über Kopf weg ist und es war bis gestern kaum möglich zu kommunizieren geschweige denn das er nachhause kam.
Was ich bereits versucht habe: alles. ich glaube jeder weis was bzw wie viel das ist. da würde es fast ein buch werden. aber irgendwie habe ich es geschafft das er selbst einsieht das er hilfe braucht und in der klinik anruft um auf die Warteliste zu kommen.
Meine konkrete Frage an euch: ist es überhaupt möglich, das wir, mit langer und harter Arbeit natürlich, wieder glücklich werden?
Gestern rief er mich weinend an: der erlösende anruf kam, er soll am freitag um 9.00 in der klinik zur Aufnahme sein. ein Wunsch ging in Erfüllung, endlich, jetzt bekommt er die Hilfe die er braucht und will, unsere kleine (5 köpfig 🫣) wird wieder glücklich...... so dachte ich vor dem Anruf. dann war alles anders, er weinte, ich weinte, er kam nachhause und wir waren beide wie erstarrt. dabei haben wir doch so sehr drauf gehofft. ABER: er fing an zu reden, ließ seit Monaten das erstmal wieder nähe zu bzw suchte sie, und erzählte mir ganz klar seine angst, das er weis wie schlimm das werden wird wenn er "klar" ist und die Realität sieht, was er mir/uns alles angetan hat... ich gab ihm nähe aber nur bis zu seiner Grenze, was ich nie konnte und vor Verzweiflung versucht habe ihn mit allem zu halten weil ich diesen distanzwunsch nicht verstanden bzw umsetzen konnte, war völlig ruhig, nicht nervös oder unter Strom, habe ihm aber auch ganz klar gesagt das er ab sofort alles alleine machen muss. ich bin da wenn er mich braucht aber er muss da alleine durch. und das er recht hat das es sehr heftig wird aber da führt nunmal kein weg dran vorbei.
ich bin etwas erschrocken weil wir so darauf gehofft haben, und jetzt beide angst bekommen obwohl alles klar geregelt und strukturiert aussah in der "genesungszeit" bis dahin. ich weis es gibt keine Garantie, keinen "so ist das immer" weg oder ein Rezept. aber ich bin irgendwie grad so überfordert und es ist alles um mich rum so leer... allein.... ich habe viele Monate alles nur auf ihn fokussiert und freitag, auch noch an seinem Geburtstag😢, gebe ich alles an Fachleute ab.... ich weis nicht wie ich es beschreiben soll. ich hab irgendwie angst. aber wovor? es war doch auch ein so schöner abend gestern, der erste seit über 1 jahr.... schafft er alles? wird es "alles wieder gut"? wird die Anschluss Therapie wegen seiner bipolaren Störung alles wieder kaputt machen weil es vlt zu viel für ihn ist? ich hab das gefühl mein kopf ist so voll, das er schon leer ist..... ich hoffe es versteht jemand ein bisschen was ich meine🫣.
Liebe Grüße
6 Antworten
zzz_42 ·
@Laureen ich hab gerade gelesen, wie schwer das alles für dich ist. Ich kenne das Gefühl von Leere und Anhedonie – nach einer krassen Suchtphase kann das den ganzen Alltag zerreißen. Mir ist aufgefallen, dass dein Partner schon jetzt erkennt, wie schlimm es dir ist, und das ist ein Schritt. Aber die Angst, dass die Therapie alles verschlimmert, spiegelt meine eigene Panik wider. Wir haben alle nur begrenzte Kraft, also atme kurz. Vielleicht kann ein kurzer Spaziergang danach helfen, die Gedanken zu ordnen. Nur ein kleiner Tipp: Vielleicht hilft er, wenn er klein anfängt, wie z.B. jeden Tag ein Glas Wasser oder ein kurzes Notizbuch, damit die Therapie nicht überwältigend wirkt. Wir kriegen da was hin, nur tag für tag.
clean4ever ·
Der Satz „Panikattacken, Psychose, diese komplette Leere und Anhedonie“ hat mich sofort zurück in meine eigene dunkle Phase katapultiert – ich erinnere mich noch, wie nach dem ersten Entzug die Welt plötzlich grau und bedeutungslos wirkte. @Laureen, das, was du jetzt fühlst, ist keine Schwäche, sondern das Echo dieses inneren Vakuums, das viele von uns nach Jahren im „geheimen“ Konsum erleben. Bei mir hat die Leere erst richtig nach der ersten Woche im Entzug zugeschlagen, und ich musste lernen, kleine Routinen (ein Glas Wasser, ein kurzer Spaziergang) bewusst zu nutzen, um zumindest einen Anker zu haben. Es hilft, wenn ihr euch erlaubt, die Angst zu benennen, ohne sofort nach einer Lösung zu suchen – das gibt dem Gehirn ein bisschen Luft. Und ja, das ist ein langer Weg, aber die ersten Sekunden ohne das ständie Rauschen sind ein Anfang. ❤️
lukas_berlin ·
@Laureen das, was du da beschreibst, klingt echt mega schwer. Ich hab das gleiche am Anfang gefühlt – komplett leer, weil ich mich nur auf die Droge konzentriert hab. Die Panikattacken und die Psychose, die du erwähnst, die führen zu dieser Leere und Anhedonie, die du beschrieben hast. Für mich war der Schritt in die Klinik schonmal ein kleiner Sieg, obwohl der Weg danach noch lang ist. Es reicht nicht, nur „Warteliste“ zu haben – es muss echte Behandlung und strukturierter Alltag dabei sein. Du machst das richtig, indem du Abstand nimmst, aber mach mir bitte auch nicht die Schuld, wenn du dich leer fühlst. Du bist nicht die einzige, die das durchmachen muss. 🙏
clean4ever ·
@Laureen das, was du beschreibst, trifft mich echt. Ich kenne das Leere‑Gefühl nach der ersten Woche Entzug – mein Herz schlug nur noch für die Droge. Und die Panikattacken, die die Psychose auslösten, haben bei mir die Welt grau gemacht. Amal… du hast richtig gehandelt, ihm zwar Abstand zu geben, aber trotzdem an seiner Seite zu sein. Die Klinik ist ein Schritt, nicht die Lösung. Nur stück für stück. ❤️
ps: handy-tastatur ist heut launisch, nicht wundern.
marc_86 ·
Der Satz „panikattacken, Psychose, diese komplette Leere und Anhedonie“ hat mich sofort zurück in die dunkle Phase gezogen, wo ich nach jedem Trip völlig leer aufgewacht bin – kaum noch Farbe im Alltag, nur ein dumpfes Nichts. Ich kenne das Gefühl, dass das Gehirn plötzlich nicht mehr weiß, was Freude überhaupt bedeutet. Bei mir war das vor allem in den ersten Tagen nach dem Entzug so stark, dass ich kaum noch sprechen konnte, weil mir die Worte fehlten. Vielleicht hilft es, wenn ihr euch bewusst macht, dass diese Leere nicht das Ende, sondern ein Symptom ist, das mit Therapie und Zeit langsam wieder auftauen kann. Und ja, es ist okay, Angst zu spüren – ich sitz gerade selbst an meinem fünften clean‑Tag und merke, wie schnell die Gedanken wieder in diese Spirale abdriften können. Hast du schon jemanden gefunden, der euch bei der Anschluss‑Therapie begleitet? 🙏
Laureen ·
Als erstes danke ich euch allen für die lieben und ehrlichen Worte. Was mir dabei eben am meisten zusetzt ist diese maßlose respektlosigkeit, Kälte, Ignoranz, teilweise schon echt nicht nur Beleidigungen sonder wirklich ein schon menschenverachtendes Verhalten. Teilweise kann er sich aber an Sachen die er gesat hat nicht mehr erinnern. Ich versuche alles zu trennen. Krankheit, Realität, Beziehung/Familie.... aber ich kriegs nicht immer und schon gar nicht perfekt hin. Eine positive Sache gibts noch: da wir sowieso hier raus müssen, hat er tatsächlich zugestimmt, das es ok ist hier weg zu gehen und wo anders komplett neu an zu fangen. Ich hoffe er bleibt auch dabei. Ich suche schon die ganze Zeit, aber es ist eben schwierig. (also wer was weis, Haus zur Miete ab 4-5 Zimmer, Hunde erlaubt, wenn möglich mit Gaarten oder/und Hof, in Hessen.....🫣😊) Ich denke einfach es ist für alle gut. Aber wie verarbeite ich diese ganzen emotionalen Verletzungen ohne ihm ständig Vorwürfe zu machen???
Ich dreh echt bald durch. Vorallem da ich überall die blöde bin weil er jedem erzählt "wie schlimm ich zu ihm bin" und mir jeder sagt das ICH an seinem Zustand schuld bin (seiner weiß von Sucht, nur von bipolarer Störung)... Das es für Angehörige so eine massive Belastung und so Verletzend ist, hätte ich niemals gedacht...... Ich bin gespannt auf Freitag. Ich denke er wird in die Klinik gehen allerdings kann ich nicht einschätzen ob er es durchzieht...