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Wie ich heute laut schreien wollte und dann einfach nur weinte

schreib vom handy, sry für tippfehler Es war gestern Abend, als der Wind durch die alten Fenster zog und der Geruch von frisch gebratenem Rindfleisch die Küche vulkär gefüllt hatte. Ich stand, die Hände in der Schublade, unsicher, ob ich das Menü für die Kinder oder den dritten Joint meines Sohnes extrahieren soll. Ein Bild in meinem Kopf: er, etwas rot, sitzt auf dem Sofa, die Augen wie zwei kleine leerblättrige Karten. Ich hab es schon lange nicht mehr gesehen, aber das Klicken der Dose im Regal hallt noch nach. Da kam der Gedanke – warum überhaupt noch putzen, wenn es sowieso alles gleich ums Verdrängen des Tages geht? Ich habe mich dem Küchenschaum hingeben wollen, aber plötzlich überwältigte mich das Gefühl, einen Schuss zu verlieren, der noch nicht verschlafen hat. Ich schlage den Deckel auf. und habe ein wenig Salz zugesetzt. und lasse die Hitze zu. Ich schrecke mich an, als die Hitze auf meine Haut trifft. Erinnerung: Vor ein paar Wochen habe ich das Handy ins Schlafzimmer gelegt und eine Stoppuhr gestartet, um zu messen, wie lange ich ohne die digitalen Ablenkungen durch die Nacht komme. Ich wollte das als kleine Belohnung für mich selbst nutzen, um meinem eigenen Selbst ein bisschen Liebe zu schenken. Jetzt frage ich mich, ob ich das überhaupt noch will. Denn die Schweißperlen auf der Stirn, der Eifer im Geschmack der Suppe, das Gefühl, noch eine weitere Stunde dazuzuarbeitenn, all das ist nichts ohne mein kleiner Bruder, der auf das Sofa fällt, jede Stunde, wenn wir die Familie zusammensetzen. Habt ihr das auch erlebt? Wie haltet ihr euch dran, wenn die kleine Welt um euch herum lauter wird als der Rauch vom Grill? Ich bin so verunsichert, ob ich den Schritten der Substitution folgen soll oder ob die Vergangenheit mir trotzdem Angst macht. Manchmal denke ich, ich wäre lieber im Krankenhaus, um nicht zu sehen, wie mein Sohn zurück in die Arme der Droge fällt. Denk ich an den Tag, als er noch ein Kind war, wie ein kleiner Junge, der mich in den Arm genommen hat? Wäre es angebracht, ihm ein bisschen noch zu zeigen, dass Sorgen ein Teil von uns sind, aber nicht das Ende? Diese Fragen nageln mich. Danke… für nichts, aber vielleicht gibt's jemanden, der weiß, wie man das Chaos in die Konversation bringt, ohne ihn zu zerreißen. ❤️

4 Antworten

sofia_recovery_run 31.05.2026
Und das mit der kleinen Belohnung, um dir selbst ein bisschen Liebe zu gben, kenn ich zu gut – ich hab nach jedem langen Lauf meine Lieblingsmusik angehört, das war mein Mini‑Reward, hat echt geholfen 😊 ps: falls das wirr klingt — bin grad ziemlich müde.
ameliahealing 31.05.2026
@ines_witwe du weißt, wie ich manchmal mal stundenlang an einer leeren Seite zeichne, nur um mich daran zu erinnern, dass meine Hand nicht mehr unter der Grippe ist? das war meine "belohnung"
ines_witwe 31.05.2026
Und das mit der kleinen Belohnung für sich selbst, um Liebe zu schenken, kenn ich immer noch gut. Ich hab mal versucht, mir nach dem Aufräumen der Wohnung eine Tasse Kaffee mit zu viel Zucker als „Belohnung“ zu gönnen. Hab’s aber immer wieder im Schreibtisch vergessen, während ich dachte: „Hab’s doch schon geschafft.“ Heute Morgen aber hatte ich einen klaren Moment: Ich zog aus der Schublade eine der ersten Nieselungen meines Mannes, als er noch hier war. Die gefaltete Kante lag in der Hand, warm vom Kaffee am Nachmittag. Ich habe sie mir nicht gewünscht, aber das Trocknen im Sonnenlicht hat es irgendwie in Ordnung gebracht. Vielleicht ist das auch so: Die Belohnung muss nicht perfekt sein – sie muss nur daran erinnern, dass wir noch hier sind.
ameliahealing 31.05.2026
Oh Mann, diese Stelle mit der "kleinen Belohnung, um meinem eigenen Selbst ein bisschen Liebe zu schenken" hat mich total getroffen. Ich hab das letztens auch mal versucht, mit so einer Zeichen-Session, nur für mich, ohne Druck. Aber irgendwie ging's dann doch um was anderes, um die Erinnerung, dass ich noch da bin. Ist irgendwie krass, dass wir uns dafür solche Umwege suchen müssen.
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