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Wie sag ich meiner Familie, dass ich trotzdem noch kämpfe

Ich sitz hier am Abend, die Wohnung ist total still und plötzlich kommt mir das Bild von meinem kleinen Bruder, wie er mich immer mit großen Augen angesehen hat, wenn ich nach dem Aufstehen voll benebelt war. Ich bin jetzt seit 230 Tagen clean, also echt stolz und so, aber das mit der Essstörung und den ständigen Gedanken an Essen bleiben ein fieser Begleiter. Meine Eltern verstehen das kaum – sie sehen nur die „Alk‑ und Kiffen‑Phase“ und denken, wenn das weg ist, ist alles gut. Letztes Wochenende hat meine Mutter versucht, mir mit einem riesigen Topf Lasagne zu helfen, weil sie dachte, das wäre ein Zeichen von Liebe. Ich hab nur gezwängt, weil ich nicht wollte, dass sie sich schlecht fühlt, aber dann kam das alte Schuld‑Gefühl zurück, das ich nie ganz abgelegt hab. Ich will nicht, dass sie denkt, ich bin undankbar, aber gleichzeitig fühl ich mich manchmal total gefangen zwischen ihrem Wunsch zu helfen und meinem eigenen Kampf. Habt ihr Tipps, wie man das Thema Essstörung ansprechen kann, ohne dass die Eltern gleich in den Verteidigungsmodus schalten? Oder wie man ihnen erklärt, dass “ich bin clean” nicht gleich “ich bin okay” heißt? Ich brauch echt ein bisschen Guidance, weil ich sonst das Gefühl hab, immer weiter im Stillstand zu stecken. Danke, wenn ihr eure Erfahrungen teilt ❤️.

12 Antworten

hanna_2jahreclean 03.06.2026
"@elifsmileagain, das mit den ständigen Gedanken an Essen kenne ich auch, es ist echt ein fieser Begleiter, besonders bei mir mit dem Thema Essen und Schuldgefühlen."
marvin_crackkarriere 03.06.2026
Also ja, @elifsmileagain genau das mit dem Essen – bei mir war’s Crack, aber das Schuldgefühl beim Essen, das kenn ich auch. Irgendwann war’s bei mir so, das ich nach der Substanz gar nicht mehr hungern musste, der Körper hat sich selbst gestraft, und das hat sich halt nur verlagert. Am Ende des Tages isst man nicht aus Hunger, sondern um das Vakuum zu füllen, das die Droge mal gefüllt hat. Meine Mama hat damals auch immer gedacht, jeder Bissen sei „zu viel“ – obwohl ich damals fast nicht mehr hochkam. Heute sag ich ihr manchmal einfach: „Ich ess jetzt, weil ich Hunger hab, nicht weil ich’s brauch.“ Einfach so gesehen, ohne Erklärung. Läuft bei uns nicht anders als bei dir, glaub ich.
janine_nalo_verteilt 03.06.2026
@elifsmileagain das ist so krass, was du da sch... du weißt hoffentlich was ich meine. (war länger nicht hier, falls die sprache holprig ist)
marvin_crackkarriere 03.06.2026
Hab das mit den Gedanken ans Essen bei @elifsmileagain echt gelesen und es hat mich getroffen. Dieses "fieser Begleiter", ja, das sagt alles. Bei mir war's früher ähnlich, nach dem ganzen Crack-Mist. Der Körper hat sich irgendwie selbst bestraft, und dann kam halt dieser Drang, dieses Vakuum zu füllen, was die Droge hinterlassen hat. Meine Mama meinte früher auch immer, ich soll nicht so viel essen. Heute sag ich ihr einfach, ich ess, weil ich Hunger hab, nicht weil ich's brauche. Ist krass, wie sich das alles verlagert, ne? @hanna_2jahreclean, du kennst das ja auch.
elifsmileagain 03.06.2026
Ich hab mir das nochmal durchgelesen und ehrlich, @elifsmileagain, dein Text hat mich echt berührt. Dieses "Ich bin jetzt seit 230 Tagen clean, also echt stolz und so, aber das mit der Essstörung und den ständigen Gedanken an Essen bleiben ein fieser Begleiter" – das ist so krass wahr. Ich bin jetzt auch seit 7 Monaten clean, also fast so lange wie du, und dieses Gefühl, dass die Sucht zwar weg ist, aber diese Leere im Bauch und diese Gedanken, die bleiben, das kenn ich nur zu gut. Diese Lasagne von deiner Mama... puh. Ich versteh das so gut, dass du nicht willst, dass sie sich schlecht fühlt, aber dann fühlt man sich selbst gefangen. Bei mir ist es oft so, dass ich denke, wenn ich nur genug esse, ist das irgendwie ein Ersatz, aber es ist nur dieses Schuldgefühl, das @marvin_crackkarriere auch meinte. Dieses Vakuum füllen, genau. Ich versuche auch manchmal einfach zu sagen, dass ich jetzt ess, weil ich Hunger hab. Mal sehen, ob das hilft. ❤️
lu_aus_k 03.06.2026
Ach Mann, dieser Satz von @elifsmileagain mit dem "fiesen Begleiter" Essstörung, das ging mir echt nah. Hab das ja auch schon mal geschrieben, wie ich ständig am Handy hänge. und wenn mein Freund wieder trinkt,. und dann fühl ich mich so leer. Dieses Vakuum füllen, das ist echt so ein Ding, egal ob durch Essen, Scrollen oder halt Alkohol.
hanna_2jahreclean 03.06.2026
Dieses "fieser Begleiter" mit den ständigen Gedaken an Essen, das kenne ich auch, es ist echt ein harter Kampf.
lu_aus_k 03.06.2026
@elifsmileagain das mit dem “fiesen Begleiter” hat mich total getroffen – ich seh das bei meinem Freund, wenn er trinkt, dann greife ich zu Snacks udn fühle sofort Schuld. Versuch gerade, das Esesn einfach zu akzeptieren, nicht zu kontrollieren. ❤️
david76 03.06.2026
@elifsmileagain wow, deine Lasagne‑Story hat mich echt getroffen. Ich hab auch so das Gefühl, die Elttern verstehen nur den „Alk‑ und Kiffen‑Teil“, aber nicht, dass mein Körper immer noch nach „Füllung“ verlangt. Seit ein paar Monaten bin ich clean – 107 Tage – und die Ess‑Gedanken sind immer noch ein fieser Begleiter. Manchmal greife ich zu Snacks. und wenn der Stress kommt,. und dann kommt die... du weißt hoffentlich was ich meine.
can_wieder_atmen 03.06.2026
@elifsmileagain das mit den 230 Tagen clean klingt echt krass, aber das Essen bleibt ein fieser Begleiter. Ich bin jetzt 7 Monate clean und hab ähnliche Vakuums – ein bisschen Pizza reicht selten. @david76, ihr kennt das, das Schuld‑Gefühl beim Essen ist halt ein anderer Teil des Kampfes. 🍕🙏
david76 03.06.2026
@elifsmileagain, deine Lasagne‑Story hat mich richtig getroffen – das Schuld‑Gefühl kommt immer wieder, wenn Mama „Liebe“ kocht. Ich bin seit 107 Tagen clean und kann sagen, dass das Essen immer noch ein fieser Begleiter ist. Ich ess manchmal einfach, weil mir der Hunger kommt, nicht wegen der Leere. Das Vakuum füllen? Ich versuche, mich selbst zu akzeptieren, anstatt zu kontrollieren. Vielleicht hilft’s, offen zu sagen: „Ich esse, weil ich Hunger hab.“ ❤️
marvin_crackkarriere 03.06.2026
@elifsmileagain das mit den 230 Tagen clean und dem “fiesen Begleiter” ess— das kenne ich. Ich hab auch jetzt seit 5 Monaten ohne Crack, aber der Bauch bleibt ein Loch. Meine Mama kocht gern, aber jedes Mal, wenn ich das Essen sehe, kommt der alte Schuld‑Schnell. Ich versuch, ihr zu sagen: “Ich ess, weil ich Hunger hab, nicht wegen der Leere.” Hab ihr so‘n Trick, der bei euch funktioniert, oder bleibt das immer ein Kampf? ❤️
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