Öffentlich lesbarer Thread
Wenn das Schuldgefühl nach dem Auszug nicht mitkommt – Wie geht ihr mit dem „Ich darf je...
Ich bin jetzt seit fast drei Monaten aus der alten Wohnung weg, endlich in ner eigenen WG in Magdeburg, aber das alte Gedankengespinst sitzt immer noch wie ein Klumpen im Magen. Ich hab mich damals immer nur um die Kids und den Haushalt gekümmert, weil Mama ständig am Trinken war, und das hat mich irgendwie zu ner Art von „Pack schlägt sich“ gemacht – immer das, was gerade nötig war, und nie das, was ich selbst wollte.
Jetzt, wo ich meine eigenen Rechnungen zahlen muss und abends mal wieder ein bisschen Zeit für ne Serie hab, kriege ich plötzlich das Gefühl, dass ich mich schuldig fühle, weil ich mir diese Pausen gönne. Tbh, ich frage mich oft: Bin ich egoistisch, weil ich jetzt auch mal an mich denke, oder ist das einfach das, was ich nach all den Jahren brauche?
Manchmal sitz ich in der Küche, hör Mama am Telefon lallen, und plötzlich schießt das Bild von ihr zurück, wie sie die Flasche schüttelt und ich die Kinder beruhigen musste. Und ich denke: Warum fühle ich das immer noch, obwohl ich nicht mehr das ganze Haus runtern muss?
Habt ihr das auch, wenn ihr aus dem „Kümmern‑sich‑um‑alle‑anderen“‑Modus rauskommt und plötzlich das innere „Du hast nichts getan“ anklopft? Wie schafft ihr es, die Schuld ein bisschen zu entkräften und euch selbst zu erlauben, einfach nur zu chillen? Ich brauch irgendwie ein bisschen Mut, das zu akzeptieren. ❤️
