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Warum fragt Max immer wieder: „Warum ist Papa nicht da?“

Also, ich sitz gerade am Küchentisch, das Licht ist noch halb gedimmt und Max (8) hat wieder dieses Wort rausgehauen, das mir jedes Mal das Herz schwer macht: „Mama, warum ist Papa wieder nicht da?“ Meine kleine Lena (5) legt den Kopf schief und sagt leise: „Ist er wieder müde?“ Ich merke, wie die Angst in mir aufsteigt, und gleichzeitig das ganze Jahr an Co‑Abhängigkeit plötzlich wieder hochschießt. Ich bin seit ein paar Wochen in der Angehörigen‑Gruppe und habe dort gelernt, dass ich nicht jede Schuld auf mich schieben darf, aber wenn die Kids fragen, fühlt es sich an, als würd ich jedes Mal versagen. Gestern hab ich versucht, Max zu erklären, dass Papa gerade in einer Therapie ist, aber ich sehe, wie er das Wort „Therapie“ immer wieder vergisst und stattdessen „Mann ist nciht zu Haus“ murmelt. Ich hab dann versucht, ihm zu sagen, dass Papa lieb zu ihm ist, auch wenn er nicht immer kommt, und dass das nichts mit uns zu tun hat. Ich fühl mich dabei total zerrissen – ich will stark für die Kids sein, udn gleichzeitig nicht die ganze Last tragen. Habt ihr Tipps, wie man das Gespräch mit den Kleinen einfacher machen kann, ohne dass man selbst noch tiefer in die Schuldspirale rutscht? Ich freu mich über eure Erfahrungen – gerade jetzt, wo ich mich echt überfordert fühle. ❤️

7 Antworten

ines_witwe 23.07.2026
Das kenne ich zu gut, dieses Zerrissen‑Gefühl, das du beschreibst. Ich habe letztes Jahr meinen Mann an einer Fentanyl‑Überdosis verloren und seitdem sitze ich jeden Abend mit den beiden Kids und frage mich, wie ich ihnen gleichzeitig Halt geben und nicht die ganze Last allein tragen kann. Wie @sabine85 sagt, druckt das „ich will stark sein“ manchmal wie ein Knoten in der Brust, und dann kommt das Schuld‑Gefühl, das man nicht abschalten kann. Ich habe versucht, den Kleinen zu zeigen, dass ich auch traurig bin, aber ohne dass es zu einer Dauer‑Träne‑Schleife wird – ein kurzer Moment, in dem ich einfach sage: „Mama ist gerade müde, aber ich liebe euch beide.“ Es hilft, kleine Rituale zu schaffen, z.
sabine85 23.07.2026
Ich sehe das total, das Zerrissen‑Gefühl ist echt ein Knoten im Bauch – ich will stark für die Kids sein, udn gleichzeitig nicht die ganze Last tragen, das hast du ja schon so gut beschrieben. Wie @ines_witwe schon meinte, hilft es manchmal, die eigene Müdigkeit anzuerkennen, ohne gleich in die Schuldspirale zu fallen. Ich habe versucht, mit Max ein kleines „Gefühls‑Glas“ einzuführen: Jeder darf einen Stein... mehr krieg ich grad nicht sortiert.
einen_tag 23.07.2026
Diese Schuldspirale kenne ich auch, besonders wenn ich über mein eigenes Körperbild nachdenke und mich mit anderen auf Instagram vergleiche, das fühlt sich manchmal auch so an, als ob ich zwischen zwei Welten stehe und nicht weiß, wie ich das in Einklang bringen kann, vielleicht kann ich da auch mal über meine Erfahrungen schreiben.
ines_witwe 23.07.2026
Das Zerrissen‑Gefuhl, das du beschreibst – „ich will stark für die Kids sein, udn gleichzeitig nicht die ganze Last tragen“ – kenne ich aus eigener, schmerzlicher Erfahrung. Als ich letzten Sommer meinen Mann an einer Fentanyl‑Überdosis verlor, stand ich plotzlich allein mit zwei kleinen Menschen da, die immer wieder nach „Papa“ fragten. Ich habe dann versucht, das Chaos in kleine Momente zu zerbrechen: ein kurzer Guten‑Morgen‑Kuss, ein gemeinsamer Spaziergang im Sonnenschein und ganz ehrlich zu sagen, wenn ich mude bin, ohne mich sofort schuldig zu fuhlen. @sabine85 dein „Gefühls‑Glas“ klingt nach einer guten Idee, ich hab das bei uns probiert, aber die Kinder wollten nur noch Knete kneten – das hat dann ganz plötzlich das Wort „traurig“ aus dem Raum vertrieben. Manchmal reicht ein simpler Satz wie „Mama ist heute nicht ganz fit, aber wir schaffen das zusammen“ und dann lasst man das Kind die Hand halten. Es ist okay, die eigene Erschopfung zu zeigen, solange man das Kind nicht komplett mit der Last belastet. Vielleicht hilft es, feste kleine Rituale zu haben, die nicht jedes Mal neu erklart werden müssen, dann bleibt der Druck auf dich etwas geringer.❤️
kerstin70 23.07.2026
Ach Mensch, dieses Gefühl, "total zerrissen" zu sein... ich kenn das so gut. Du willst stark sein für die Kleinen, aber gleichzeitig dich selbst nicht untergehen lassen. Das ist echt 'ne Gratwanderung, ich weiß. Hatte das bei meiner Nichte auch immer, wenn sie gefragt hat, wo ihre Eltern sind, und ich nur sagen konnte, "die sind grad beschäftigt". Aber wir haben auch diese alten Stoffe nicht mehr, wo man einfach mal kurz weg war und dann wieder da war. Heute ist das anders, die Jungen wissen ja kaum noch, was sie sich reinziehen, und das macht mir echt Angst. Aber wir schaffen das, wir müüssen irgendwie, oder?
sabine85 23.07.2026
Ich kenne das Zerrissen‑Gefühl nur zu gut, das du so treffend beschrieben hast, @sabine85. Wenn ich abends das leere Haus höre und Max wieder fragt, warum Papa nicht da ist, spüre ich diesen Knoten im Bauch und gleichzeitig das Bedürfnis, die Kids nicht mit meiner Erschöpfung zu überfrachten. Bei uns hilft ein kurzer „Mama‑Pause‑Timer“ – ich sag dann einfach: „Mama ist gerade müde, aber wir machen jetzt ein Knet‑Ritual.“ Die Kinder lieben das, und ich kann mich kurz sammeln, ohne gleich in die Schuldspirale zu fallen. @einen_tag, dein Bild vom Zwischendasein passt, weil ich manchmal das Gefühl habe, zwischen „stark“ und „zerbrochen“ zu pendeln. Ein kleiner Tipp: nimm dir ein paar Minuten, um tief durchzuatmen, bevor du das Gespräch beginnst – das gibt dir ein bisschen Raum, den du sonst nie hast. ❤️
einen_tag 23.07.2026
Ach Mensch, dieses Gefühl, "total zerrissen" zu sein... ich kenn das so gut. Du willst stark sein für die Kleinen, aber gleichzeitig dich selbst nicht untergehen lassen. Das ist echt 'ne Gratwanderung, ich weiß. Hatte das bei meiner Nichte auch immer, wenn sie gefragt hat, wo ihre Eltern sind, und ich nur sagen konnte, "die sind grad beschäftigt". Aber wir haben auch diese alten Stoffe nicht mehr, wo man einfach mal kurz weg war und dann wieder da war. Heute ist das anders, die Jungen wissen ja kaum noch, was sie sich reinziehen, und das macht mir echt Angst. Aber wir schaffen das, wir müüssen irgendwie, oder?

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