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Öffentlich lesbarer Thread
Warum ich mein Risiko‑Medikament jetzt doch nicht absetzen will
Von tanja0903.06.2026💬 8❤️ 0
Ich lag die letzten paar Tage etwas flach, die Stimmung war im Keller und ich hab mich gefragt, ob ich das neue Antidepressivum, das mein Arzt vor zwei Wochen angesetzt hat, überhaupt noch brauchen kann. Hab ja seit etwa 6 Monaten kein einziges Glas mehr angerührt, das war schon ein riesen Schritt, aber die bipolare Achterbahn dreht sich immer noch. Das Mittel hilft mir aber echt, die Tiefen sind nicht mehr so lang, und das schlaflose Grübeln nach der Schicht im Gewächshaus ist viel leichter erträglich.
Jetzt hat mir die Kollegin im Pausenraum erzählt, dass sie das gleiche Präparat nach drei Wochen abgebrochen hat – und dann kam der alte Crash zurück, schlimmer als je zuvor. Ich weiß nicht, ob ich das Risiko eingehen soll, weil ich Angst hab, dass ich wieder in die alte Spirale falle. Hat jemand von euch das Medikament schonmal abgesetzt und wie war das für euch? Oder seid ihr eher - “bleib dran, das ist dein Anker” –? Ich würde gern hören, wie ihr das abwägen habt. 🙏
8 Antworten
sarah_0304.06.2026
Diese Angst, wieder in die alte Spirale zu fallen, kenn ich leider nur zu gut. Vor ein paar Monaten, als ich clean wurde, war da diese ständige Sorge, das ein kleiner Rückschlag alles zunichtemacht. Es ist ja nicht nur das Zeug selbst, sondern auch die ganze Gewohnheit, die Angst. und der Druck, der damit wegfällt –. und dann plötzlich wieder da ist. Ich hab mir auch oft gefragt, ob ich nicht doch wieder anfange, wenn die Panikattacken schlimmer werden, so wie du das mit dem Grübeln beschreibst. Bei mir war das ganz ähnlich, dieses Gefühl, dass die Medikamente vielleicht doch nur ein Hilfsmittel sind und der eigentliche Kampf trotzdem weitergeht. Aber ich hab gelernt, dass "dranbleiben" nicht heißt, alles allein schaffen zu müssen. Manchmal ist es gerade das Annehmen von Hilfe, sei es durch Medis oder eben die Community hier, was uns davor bewahrt, wieder ganz abzustürzen. Vielleicht ist es eine gute Idee, mit deinem Arzt nochmal offen über deine Sorgen zu sprechen? Inshallah findest du den Weg, der sich für dich richtig anfühlt. 🙏
david_sevendays04.06.2026
Die Angst, wieder in die alte Spirale zu fallen, ist echt ein fieser Gedanke, @tanja09 – ich hab das fast jeden Morgen nach meiner letzten Nachtschicht gespürt, wenn das Kopfweh vom Koffein noch so klein war. Vor ein paar Monaten hab ich mir dann doch ein neues Präparat reingezogen, weil das Risiko, den Crash zu erwischen, einfach größer wirkte als das Medikament selbst. @sarah_03 hat recht, dranzubleiben heißt nicht alles allein stemmen, aber ein offenes Gespräch mit dem Arzt kann den Unterschied machen, weil du dann einen Plan hast, falls das Grübeln wieder hochkommt. Also lieber mit der Hand an der Bremse bleiben, als plötzlich voll durchzuschalten.
ralf_bruder04.06.2026
Ich hab das gleiche Gefühl, wenn ich mich nach ein paar Monaten sauber fühlen wieder entscheiden muss, ob ich das Medikament nehme. @tanja09, die Angst, wieder in die Spirale zu fallen, kenne ich. Bei mir kam das immer, wenn ich dachte, ich könnte das Ganze ohne Hilfe stemmen. Manchmal hilft’s, einen kleinen Plan zu machen: z.B. bei jeder Welle ein kurzes Gespräch mit dem Arzt, oder einen Krisenplan für den Crash. Das kann den Druck senken, weil man nicht alles allein tragen muss. Mit den Kindern im Hinterkopf kommt das noch extra schwer, aber ein bisschen Struktur hilft, um nicht in alte Muster zurückzufallen.
tanja0904.06.2026
@sarah_03 genau das mit dem Anker den du angesprochen hast, da seh ich mich grad voll drin. Ich lag die letzten tage auch flach und hab mich gefragt ob ich das neue Antidepressivum wirklich brauche. Aber diese Angst vor der alten Spirale... das ist halt das Ding. Bei mir wars so dass ich genau einmal versucht hab sowas eigenmächtig zu reduzieren und zwei Wochen später saß ich wieder mit nem Bier im Garten, ganz subtil, naja. Die Spirale fängt ja nicht dramatisch an sondern ganz leise. Seit 6 Monaten jetzt clean und ich merk einfach, die Medis sind kein Zeichen von Schwäche sondern halt mein Sicherheitsnetz. Ohne die dumpschen Tiefen wär ich wahrscheinlich nicht soweit. Dranbleiben würd ich sagen, aber das muss jeder selber wissen.
ralf_bruder04.06.2026
Ich hab das Gefühl, dass die Angst, wieder in die alte Spirale zu fallen, immer dann stärker wird, wenn der nächste Sturm sichtbar ist. Und genau das habe ich bei meinem Bruder erlebt, wenn ich ihm das letzte Mal Geld geliehen hab – plötzlich war die Wohnung leer, die Tür klopfte, und ich konnte nicht mehr sagen, ob ich helfen oder Abstand halten soll. Da kommt die ganze Frage auf: ist „harte Liebe“ wirklich sicherer als Mitgefühl? Ich glaube, das Risiko liegt nicht im Medikament, sondern darin, zu wissen, wann man nicht allein weiterkämpfen muss. 💪
(war länger nicht hier, falls die sprache holprig ist)
sarah_0304.06.2026
@tanja09, ich kann dir zutiefst zustimmen, wenn du von der leisen Spirale sprichst – das ist so subtil, dass man erst merkt, dass man wieder den Faden verliert. Meine eigene Angst, wieder im alten Muster zu verfallen, hat mich oft nachts wach gehalten. Vor zwei Tagen hab ich ein bisschen Meditation ausprobiert und hab dabei bemerkt, wie meine Gedanken langsam stiller wurden. Vielleicht hilft ein kleines Ritual dazu, den Übergang zu erleichtern: abends ein 5‑Minütiges Atem‑Check‑Up, oder kurz vor dem Schlafen ein kurzes Gebet, damit ich das Gefühl habe, nicht allein zu sein. Ich hab noch keinen konkreten Plan für ein „Crash“ erstellt, aber das würde ich jetzt auf jeden Fall in Erwägung ziehen. Und ich frage mich, ob es dir möglich wäre, mit deinem Arzt einen kleinen Puffer‑Plan zu besprechen – ein bisschen feste Struktur kann helfen, die Angst zu senken. 🙏
david_sevendays04.06.2026
mal direkt, Die Angst, wieder in die alte Spirale zu fallen, hat mich letztes Jahr echt um die Früchte gepackt, als ich nach einer kurzen Pause fast das ganze Kaffeedrive‑Programm aus dem Fenster geworfen hab. Ich hab dann gemerkt, dass das „Risiko“ eher das stille Unbehagen war, das mir beim nächtlichen Grübeln im Hinterkopf `knurrte`. @sarah_03, dein Tipp mit dem kleinen Atem‑Ritual war für mich Gold wert – ich mache jetzt immer nach der letzten Schicht fünf tiefe Züge, bevor ich das Licht ausknipse. Und ja, ein klarer Notfall‑Plan mit dem Arzt nimmt das Gedankenkreisen ein Stück weit aus dem Spiel. Mach dir keinen Kopf, das ist ein Prozess, nicht ein Sprung.
sarah_0304.06.2026
Ich verstehe diese Angst, wieder in die alte Spirale zu fallen, nur allzu gut. Wenn ich mich umschaue, sehe ich, dass es mir mit der Zeit besser geht, ich meine, seid ich clean bin, ist das Leben irgendwie leichter. Aber diese stille Spirale, die @tanja09 beschreibt, die kenne ich auch. Ich denke, es ist wichtig, dass man sich nicht allein fühlt, wenn man diese Angst hat. @ralf_bruder hat schon gesagt, dass ein Plan helfen kann, und ich denke, das ist wirklich wichtig. Ich selbst hab angefangen, wieder zu meditieren und zu beten, und das gibt mir ein gutes Gefühl, als ob ich nicht allein bin. Ich denke, das Wichtigste ist, dass man sich Hilfe holt, wenn man sie braucht, und dass man sich nicht schämt, danach zu fragen. Inshallah finden wir alle unseren Weg.
Warum ich mein Risiko‑Medikament jetzt doch nicht absetzen will
Von tanja09 · · 8 Antworten · 0 Reaktionen
Ich lag die letzten paar Tage etwas flach, die Stimmung war im Keller und ich hab mich gefragt, ob ich das neue Antidepressivum, das mein Arzt vor zwei Wochen angesetzt hat, überhaupt noch brauchen kann. Hab ja seit etwa 6 Monaten kein einziges Glas mehr angerührt, das war schon ein riesen Schritt, aber die bipolare Achterbahn dreht sich immer noch. Das Mittel hilft mir aber echt, die Tiefen sind nicht mehr so lang, und das schlaflose Grübeln nach der Schicht im Gewächshaus ist viel leichter erträglich.
Jetzt hat mir die Kollegin im Pausenraum erzählt, dass sie das gleiche Präparat nach drei Wochen abgebrochen hat – und dann kam der alte Crash zurück, schlimmer als je zuvor. Ich weiß nicht, ob ich das Risiko eingehen soll, weil ich Angst hab, dass ich wieder in die alte Spirale falle. Hat jemand von euch das Medikament schonmal abgesetzt und wie war das für euch? Oder seid ihr eher - “bleib dran, das ist dein Anker” –? Ich würde gern hören, wie ihr das abwägen habt. 🙏
8 Antworten
sarah_03 ·
Diese Angst, wieder in die alte Spirale zu fallen, kenn ich leider nur zu gut. Vor ein paar Monaten, als ich clean wurde, war da diese ständige Sorge, das ein kleiner Rückschlag alles zunichtemacht. Es ist ja nicht nur das Zeug selbst, sondern auch die ganze Gewohnheit, die Angst. und der Druck, der damit wegfällt –. und dann plötzlich wieder da ist. Ich hab mir auch oft gefragt, ob ich nicht doch wieder anfange, wenn die Panikattacken schlimmer werden, so wie du das mit dem Grübeln beschreibst. Bei mir war das ganz ähnlich, dieses Gefühl, dass die Medikamente vielleicht doch nur ein Hilfsmittel sind und der eigentliche Kampf trotzdem weitergeht. Aber ich hab gelernt, dass "dranbleiben" nicht heißt, alles allein schaffen zu müssen. Manchmal ist es gerade das Annehmen von Hilfe, sei es durch Medis oder eben die Community hier, was uns davor bewahrt, wieder ganz abzustürzen. Vielleicht ist es eine gute Idee, mit deinem Arzt nochmal offen über deine Sorgen zu sprechen? Inshallah findest du den Weg, der sich für dich richtig anfühlt. 🙏
david_sevendays ·
Die Angst, wieder in die alte Spirale zu fallen, ist echt ein fieser Gedanke, @tanja09 – ich hab das fast jeden Morgen nach meiner letzten Nachtschicht gespürt, wenn das Kopfweh vom Koffein noch so klein war. Vor ein paar Monaten hab ich mir dann doch ein neues Präparat reingezogen, weil das Risiko, den Crash zu erwischen, einfach größer wirkte als das Medikament selbst. @sarah_03 hat recht, dranzubleiben heißt nicht alles allein stemmen, aber ein offenes Gespräch mit dem Arzt kann den Unterschied machen, weil du dann einen Plan hast, falls das Grübeln wieder hochkommt. Also lieber mit der Hand an der Bremse bleiben, als plötzlich voll durchzuschalten.
ralf_bruder ·
Ich hab das gleiche Gefühl, wenn ich mich nach ein paar Monaten sauber fühlen wieder entscheiden muss, ob ich das Medikament nehme. @tanja09, die Angst, wieder in die Spirale zu fallen, kenne ich. Bei mir kam das immer, wenn ich dachte, ich könnte das Ganze ohne Hilfe stemmen. Manchmal hilft’s, einen kleinen Plan zu machen: z.B. bei jeder Welle ein kurzes Gespräch mit dem Arzt, oder einen Krisenplan für den Crash. Das kann den Druck senken, weil man nicht alles allein tragen muss. Mit den Kindern im Hinterkopf kommt das noch extra schwer, aber ein bisschen Struktur hilft, um nicht in alte Muster zurückzufallen.
tanja09 ·
@sarah_03 genau das mit dem Anker den du angesprochen hast, da seh ich mich grad voll drin. Ich lag die letzten tage auch flach und hab mich gefragt ob ich das neue Antidepressivum wirklich brauche. Aber diese Angst vor der alten Spirale... das ist halt das Ding. Bei mir wars so dass ich genau einmal versucht hab sowas eigenmächtig zu reduzieren und zwei Wochen später saß ich wieder mit nem Bier im Garten, ganz subtil, naja. Die Spirale fängt ja nicht dramatisch an sondern ganz leise. Seit 6 Monaten jetzt clean und ich merk einfach, die Medis sind kein Zeichen von Schwäche sondern halt mein Sicherheitsnetz. Ohne die dumpschen Tiefen wär ich wahrscheinlich nicht soweit. Dranbleiben würd ich sagen, aber das muss jeder selber wissen.
ralf_bruder ·
Ich hab das Gefühl, dass die Angst, wieder in die alte Spirale zu fallen, immer dann stärker wird, wenn der nächste Sturm sichtbar ist. Und genau das habe ich bei meinem Bruder erlebt, wenn ich ihm das letzte Mal Geld geliehen hab – plötzlich war die Wohnung leer, die Tür klopfte, und ich konnte nicht mehr sagen, ob ich helfen oder Abstand halten soll. Da kommt die ganze Frage auf: ist „harte Liebe“ wirklich sicherer als Mitgefühl? Ich glaube, das Risiko liegt nicht im Medikament, sondern darin, zu wissen, wann man nicht allein weiterkämpfen muss. 💪
(war länger nicht hier, falls die sprache holprig ist)
sarah_03 ·
@tanja09, ich kann dir zutiefst zustimmen, wenn du von der leisen Spirale sprichst – das ist so subtil, dass man erst merkt, dass man wieder den Faden verliert. Meine eigene Angst, wieder im alten Muster zu verfallen, hat mich oft nachts wach gehalten. Vor zwei Tagen hab ich ein bisschen Meditation ausprobiert und hab dabei bemerkt, wie meine Gedanken langsam stiller wurden. Vielleicht hilft ein kleines Ritual dazu, den Übergang zu erleichtern: abends ein 5‑Minütiges Atem‑Check‑Up, oder kurz vor dem Schlafen ein kurzes Gebet, damit ich das Gefühl habe, nicht allein zu sein. Ich hab noch keinen konkreten Plan für ein „Crash“ erstellt, aber das würde ich jetzt auf jeden Fall in Erwägung ziehen. Und ich frage mich, ob es dir möglich wäre, mit deinem Arzt einen kleinen Puffer‑Plan zu besprechen – ein bisschen feste Struktur kann helfen, die Angst zu senken. 🙏
david_sevendays ·
mal direkt, Die Angst, wieder in die alte Spirale zu fallen, hat mich letztes Jahr echt um die Früchte gepackt, als ich nach einer kurzen Pause fast das ganze Kaffeedrive‑Programm aus dem Fenster geworfen hab. Ich hab dann gemerkt, dass das „Risiko“ eher das stille Unbehagen war, das mir beim nächtlichen Grübeln im Hinterkopf `knurrte`. @sarah_03, dein Tipp mit dem kleinen Atem‑Ritual war für mich Gold wert – ich mache jetzt immer nach der letzten Schicht fünf tiefe Züge, bevor ich das Licht ausknipse. Und ja, ein klarer Notfall‑Plan mit dem Arzt nimmt das Gedankenkreisen ein Stück weit aus dem Spiel. Mach dir keinen Kopf, das ist ein Prozess, nicht ein Sprung.
sarah_03 ·
Ich verstehe diese Angst, wieder in die alte Spirale zu fallen, nur allzu gut. Wenn ich mich umschaue, sehe ich, dass es mir mit der Zeit besser geht, ich meine, seid ich clean bin, ist das Leben irgendwie leichter. Aber diese stille Spirale, die @tanja09 beschreibt, die kenne ich auch. Ich denke, es ist wichtig, dass man sich nicht allein fühlt, wenn man diese Angst hat. @ralf_bruder hat schon gesagt, dass ein Plan helfen kann, und ich denke, das ist wirklich wichtig. Ich selbst hab angefangen, wieder zu meditieren und zu beten, und das gibt mir ein gutes Gefühl, als ob ich nicht allein bin. Ich denke, das Wichtigste ist, dass man sich Hilfe holt, wenn man sie braucht, und dass man sich nicht schämt, danach zu fragen. Inshallah finden wir alle unseren Weg.