Öffentlich lesbarer Thread
Wie schaffe ich den Spagat zwischen Schicht und Rückfallangst
Ich sitz gerade in der Pause meiner Frühschicht auf der Intensivstation und denk dran, dass mein Mann heute wieder das erste Glas Wein nach drei Jahren trocken angefasst hat. Ich bin seit über 20 Jahren Krankenschwester, das heißt ich kenne Stress bis zum Abwinken, aber wenn zu Hause das Alkoholgeruch wieder in die Luft dringt, fühlt sich das an, als würde ich gleich umkippen. Letztens hab ich mir gesagt, ich muss wieder voll einsteigen – nach zwei Wochen Krankheitsstand wegen einer Grippe. Und dann das hier. Ich meine, ich will ja nicht, dass die Kids denken, ich bin die, die alles aufgibt, aber ich fuhl mich manchmal total überfordert.
Ein kleiner Trick, den ich probiert hab: vor jeder Schicht ein kurzer 5‑Minuten‑Walk mit den Kindern durch den Park, einfach um den Kopf freizukriegen und den Tag zu planen. Das hilft mir, die Gedanken zu sortieren, bevor ich die Uniform anziehe. Auch das Notieren von drei Dingen, die ich heute gut machen will – das kann ein Lächeln fur einen Patienten sein, ein kurzer Check‑in mit meinem Mann, oder einfach die Kinder pünktlich ins Bett zu bringen.
Aber jetzt frage ich mich: Wie geht ihr mit der Situation um, wenn ihr beruflich voll eingespannt seid und zu Hause plotzlich ein Ruckfall droht? Welche kleinen Routinen haltet ihr euch, um nicht komplett aus der Bahn zu geraten? Ich... ich krieg den gedanken grad selbst nicht sauber zu ende.
